XenDesktop 7.5 im Überblick: Bestandteile, Funktionen und Anwendungsfälle

XenDesktop 7.5 bringt von Hybrid Cloud bis HDX zahlreiche Verbesserungen. Ein Überblick über neue Funktionen zur Desktop-Virtualisierung.

Citrix XenDesktop 7.5 ist eine Lösung zur Applikations- und Desktop-Virtualisierung, die vollständige Windows-Desktops und -Anwendungen über virtuelle Infrastrukturen und über die Cloud bereitstellt. Damit können Anwender diese Anwendungen und Desktops mit jedem internetfähigen Endgerät in jedem Netzwerk nutzen.

Zu XenDesktop gehört darüber hinaus auch XenApp, das auch als alleinstehendes Produkt erhältlich ist. Zusammen stellen die beiden Tools eine robuste und umfassende Lösung für die Bereitstellung von Anwendungen dar. Zudem können Sie wählen, welchen Hypervisor Sie einsetzen. Weiterhin gibt es für das Provisioning von Desktops zwei Optionen. XenDesktop in Version 7.5 stellt außerdem einige neue Funktionen zur Verfügung, zum Beispiel eine verbesserte Endanwender-Erfahrung auf Mobilgeräten, HDX-Verbesserungen und Integration für die Hybrid Cloud.

Es ist egal, ob Sie Citrix das erste Mal verwenden oder die Virtualisierungs-Tools der Firma schon lange Jahre im Einsatz haben: Kleine und große Firmen profitieren gleichermaßen von der neuen Architektur und der vereinfachten Management-Plattform in XenDesktop 7.5. Um Ihnen einen besseren Überblick über Citrix XenDesktop zu verschaffen, stellen wir Ihnen die dafür relevanten Komponenten im Folgenden kurz vor.

Citrix Receiver ist der Client, den Angestellte auf ihren Geräten installieren. Die Software stellt den Mitarbeitern selbständigen Zugriff auf Anwendungen und Desktops zur Verfügung.

Citrix StoreFront verwaltet den Unternehmens-Speicher der Desktops und Anwendungen, die Nutzer via CitrixReceiver verwenden können.

Citrix Studio stellt System-Administratoren eine einzige Konsole zur Verfügung. Damit können sie Citrix XenDesktop konfigurieren und managen.

Citrix Director hilft beim Monitoring und bei der Problemlösung für die XenDesktop-Umgebung.

Delivery Controller ist verantwortlich für die Verteilung der Anwendungen und Desktops. VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure), die mit XenDesktop bereitgestellt werden, beinhalten in der Regel einen oder mehrere Delivery Controller, um Hochverfügbarkeit sicherzustellen.

Virtual Delivery Agent muss auf einem Windows-Server oder Windows-Desktop-Betriebssystem installiert sein, mit dem sich Anwender verbinden wollen. Auf diesem Weg lässt sich dann auf Desktops und Anwendungen zugreifen. Der Agent registriert die Maschinen am Delivery Controller und verwaltet die Protokollverbindungen zwischen Receiver und den Rechnern der Anwender.

Funktionen und Leistung von Citrix XenDesktop

XenDesktop wird mit Citrix XenServer ausgeliefert. Allerdings funktioniert die Software auch mit VMware vSphere und Microsoft Hyper-V. Somit können Sie sich aussuchen, welcher Hypervisor am besten in Ihre Umgebung passt.

XenDesktop 7.5 unterstützt außerdem zwei verschiedene Provisioning-Arten: MCS (Machine Creation Services) und Provisioning Services. MCS macht sich verknüpfte Klone zu Nutze. Die Variante über Provisioning Services setzt dagegen eine einzigartige Methode ein, um VM-Images zentral zu verwalten und auszurollen: Es wird ein einziges, gemeinsam genutztes Image zu einem Endgerät gestreamt, bei dem PXE aktiviert ist. Das Image wird also nicht auf eine individuelle Maschine kopiert. 

Kleine und große Firmen profitieren gleichermaßen von der neuen Architektur und der vereinfachten Management-Plattform in XenDesktop 7.5

Provisioning Services hilft Ihnen dadurch, die Anzahl der Festplatten-Images zu reduzieren, die Sie letztlich verwalten müssen. Zudem lässt sich die Funktion sehr hoch skalieren und Sie verlieren dabei nicht die Effizienz eines zentralisierten Managements.

FlexCast stellt Ihnen fünf Optionen zur Verfügung, um virtuelle Desktops zu hosten und diese an Anwender auszuliefern: Hosted Shared, Hosted VDI, Streamed VDI, Local VM und On-Demand Apps. Citrix liefert zudem zusammen mit XenDesktop 7.5 seine Komponenten Universal Print Server und Universal Print Driver aus. Damit können Kunden durch den ausgelieferten Treiber auf einen einzigen Standard setzen. Somit ist sichergestellt, dass Anwender drucken können, ohne zusätzliche Druckertreiber installieren zu müssen. Der Universal Print Server verbessert das Drucken über die diversen Verbindungen, die sich verstreut im Netzwerk befinden.

Das proprietäre Anzeige-Protokoll von Citrix, HDX, beinhaltet Unterstützung für Multimedia-Dateien, Echtzeit-Sprach-Kommunikation, Video-Kollaboration, USB-Peripheriegeräte und 3D-Grafik. Für grafikintensive Anwendungen gibt es zudem HDX 3D Pro. Die integrierten Komponenten Cisco Avaya und Vidyo verbessern auch die Möglichkeiten bei UC (Unified Communications). Ebenso befindet sich HDX RealTime Optimization Pack for Lync an Bord.

Die Anwender können alle möglichen Endgeräte verwenden, um auf Ihren Desktop Zugriff zu erhalten. Spezielle Receiver-Clients gibt es für iOS, Android, Windows Phone, Windows 8/RT, Linux, BlackBerry, Mac OS X und natürlich Windows-PCs. Weiterhin steht ein Client-loser HTML5 Receiver zur Verfügung. Dieser ermöglicht den Zugriff auf Desktops auch dann, wenn Anwender auf ihren Geräten keinen vollständigen Client installieren können.

XenDesktop bringt verbesserte Sicherheitsfunktionen mit sich

In Citrix Receiver ist ICA Proxy implementiert. Das bedeutet, dass die Citrix Receiver Unterstützung für den sicheren Remote-Zugriff via SSL zur Verfügung stellen. Citrix verwendet außerdem „Beacons“ in StoreFront. Somit erkennt der Client automatisch, ob sich ein Anwender innerhalb oder außerhalb des Firmen-Netzwerks befindet. Damit können Sie den Remote-Zugriff mit einem optionalen NetScaler Gateway oder einer ausgewachsenen NetScaler-Lösung realisieren.

Mittels SmartAccess können Sie inhaltsbasierte Policies sehr fein einstellen. Diese können Sie anhand von speziellen Anwendungsfällen oder Anwender-Standorten definieren. Sie können Funktionen wie zum Beispiel das Einbinden von Laufwerken, Kopieren und Einfügen oder auch Drucken erlauben oder verweigern. Das Aktivieren von Zweifaktor-Authentifizierung für Remote-Zugriffe ist recht einfach, da hierfür standardisierte RADIUS-Server verwendet werden. Ebenso ist Unterstützung für RSA SecurID und Aladdin SafeWord for Citrix vorhanden.

Provisioning, Bereitstellung und Management von XenDesktop

Citrix hat sich bei XenDesktop 7 auf Installation, Konfiguration und einfaches Management konzentriert. Version 7 hat XenDesktop und XenApp außerdem in einer einzigen Management-Plattform zusammengefasst. Damit ist die Anzahl der Management-Konsolen reduziert worden, wodurch das Konstrukt weniger komplex ist.

Bei XenDesktop 7.5 können Sie sowohl XenDesktop als auch XenApp auf Cloud-Management-Plattformen einsetzen. Mögliche Beispiele sind Amazon Web Services (AWS) und Citrix CloudPlatform-basierte Public oder Private Cloud-Services. XenDesktop lässt sich außerdem mit XenMobile und ShareFile verbinden, um das Mobility-Management für Unternehmen zu vereinfachen und File Sharing zu ermöglichen. 

Wenn Sie auf der Suche nach einer umfassenden Computing-Strategie für alle Ihre Endanwender sind, dann werden Sie gerade von diesen Funktionen deutlich profitieren. Mithilfe von XenMobile können Anwender von Smartphones und Tablets aus auf Anwendungen zugreifen, damit erweitern Sie die Nutzererfahrung auch auf den Mobility-Bereich.

XenDesktop 7.5 lässt sich auch von technisch weniger versierten Anwendern konfigurieren und auf die entsprechenden Geräte ausrollen. Nachdem ein Anwender einen entsprechenden Citrix Receiver aus dem entsprechenden App Store heruntergeladen hat, bekommt er einen Installationsbildschirm präsentiert. Dort muss der Nutzer lediglich seine E-Mail-Adresse hinterlegen, um den Zugriff zu konfigurieren. 

Seitens der IT-Abteilung müssen Sie lediglich einen SRV-Eintrag für Ihren StoreFront-Server im DNS hinterlegen. Damit brauchen Sie kein VPN (Virtual Private Network) für einen sicheren Remote-Zugang und der ICA-Proxy sorgt dafür, dass Anwendergeräte dem internen Netzwerk fern bleiben.

Trotz all dieser Vorteile gibt es Bereiche, in denen Citrix noch nachbessern könnte. PVD (Personal Virtual Disk) ist zum Beispiel eine Komponente, die zusammen mit XenDesktop ausgeliefert wird. Damit können Anwender persönliche Anwendungen installieren und die Desktop-Einstellungen modifizieren, während das einfache Management seitens der IT-Abteilung nicht darunter leidet. Allerdings skaliert die PVD-Architektur in großen Umgebungen nicht sehr gut und hier sind einige fortschrittliche Managementfunktionen nötig. 

Beim Utility Profile Management ist ebenfalls noch Luft nach oben. Die Software hat sich gemausert, aber es gibt trotzdem Tools von Drittanbietern für das Profil-Management, die besser sind. Diverse komplexe XenDesktop-Umgebungen werden zusätzliche Software benötigen, die den Citrix-Produkten unter die Arme greifen.

Für welche Anwendungsfälle eignet sich XenDesktop?

Wollen Sie XenDesktop 7.5 einsetzen, sollten Sie keine Anwendungsfälle erzwingen. Denken Sie gut darüber nach, welche Mitarbeiter einen virtuellen Desktop oder virtuelle Anwendungen wirklich brauchen und warum das so ist. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele für angemessene Anwendungsfälle.

Mobile Mitarbeiter

Nicht-Windows-Geräte wie zum Beispiel Smartphones und Tablets werden in den meisten Unternehmen zunehmend beliebter. Mehr und mehr Firmen unterhalten außerdem ein BYOD-Programm (Bring Your Own Device). Aus diesem Grund ist angenehme und sichere mobile Produktivität inzwischen ein Muss. Windows-Anwendungen sind in der Regel für einen größeren Bildschirm entwickelt und sie benötigen oft einen Rechtsklick, um voll funktionstüchtig zu sein. Das wird auf mobilen Geräten leicht zu einem Problem. Mit XenMobile können Sie Windows-Anwendungen auf die Smartphones und Tablets der Anwender ausliefern, sodass diese vollständig und angenehm benutzbar sind.

Sicherer Zugriff für Dritt-Firmen

Angestellte, Auftragnehmer, Partner und Mitarbeiter von Dritt-Firmen benötigen möglicherweise Zugriff auf diverse Applikationen und Daten Ihres Unternehmens, um produktiv arbeiten zu können. Oftmals erzeugt es bei System-Administratoren allerdings Bauchschmerzen, wenn firmenfremde Geräte im Netzwerk sind. Virtuelle Desktops und Anwendungen helfen beim Aufbau einer Ende-zu-Ende-Strategie für diese Anwendertypen. Somit haben Sie die Möglichkeit, die Verwendung von Enterprise-Applikationen auszuweiten.

Call Center

Die Mitarbeiter, Computer und Büroraume in Call Centern angemessen zu verwalten, kann herausfordernd sein. Virtuelle Desktops helfen bei der Bewältigung dieser Probleme, da die Anwender alle das gleiche Desktop-Image nutzen können. Auch ein Zugriff von außerhalb ist denkbar, inklusive flexibler Arbeitszeiten.

3D-Effekte und grafikintensive Anwendungen

Arbeiten Firmen mit High-End- und professionellen 3D-Grafiken oder ähnlichen Anwendungen, die hohe Ansprüche an die GPU haben und rendern müssen, profitieren sie möglicherweise von XenDesktop 7.5 und den Verbesserungen bei HDX.

Desktop-Neuanschaffung

Sollte in Ihrem Unternehmen eine Neuanschaffung von Desktops anstehen, sollten Sie sich den Einsatz von XenDesktop 7.5 überlegen. Somit vereinfachen Sie das Ausrollen von Desktops sowie das gesamte Lifecylce-Management.

Über den Autor:
Randy Becker ist Enterprise-Architekt mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in Sachen IT-Architektur-Implementierung und -Management. Er arbeitet bei GreenPages Technology Solution, eines der führenden System-Integrations- und Cloud-Services-Unternehmen. Becker ist Spezialist für Virtualisierun und Cloud- und Endanwender-Computing.

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Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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