Windows-8-Bereitstellung: Vier Hardware-Lektionen von Windows 7

Aus den Erfahrungen mit Windows-7-Bereitstellungen können viele Lektionen für Windows 8/8.1 gelernt werden. Vor allem bei der Hardware.

Bei der Bereitstellung von Windows 8/8.1 hilft es, sich die Hardware-Lektionen ins Gedächtnis zu rufen, die wir mit Windows 7 gelernt haben. Damit kann man sich einigen Ärger ersparen.

Microsoft Windows 7 wurde vor inzwischen gut fünf Jahren veröffentlicht und hat seitdem zahlreiche Patches und auch ein Service Pack erhalten. Auch wenn bereits Windows 8 und sogar die Erweiterung 8.1 verfügbar ist, wollen viele Unternehmen noch immer lieber auf Windows 7 migrieren. 

Zahlreiche Unternehmen haben bereits auf Windows 7 umgestellt und werden Windows 8.1 überspringen, um gleich die nächste Version Windows 10 zu nutzen. Daher ist jetzt eine optimale Zeit, um einen Schritt zurück zu gehen und Erfahrungen mit der Bereitstellung von Windows 7 im Unternehmen zu bewerten. Da Windows 7 auch optimal mit Windows Server 2012/2012 R2 zusammenarbeitet, stellt der Einsatz der Vorversion kein Problem für Unternehmen dar.

Eine Windows-7-Migration besteht aus mehreren Schritten. Im ersten Schritt sollten wir uns auf die Hardware-Anforderungen von Windows 7 konzentrieren. Was sind die großen Vorteile, wenn es um physische Ressourcen geht? Hier sind vier Lektionen, welche uns die Bereitstellung von Windows 7 gelehrt hat:

1. Hardware-Upgrade nicht zwingend erforderlich

Unternehmen benötigen nicht immer eine komplette Aktualisierung ihrer Desktop-Hardware. Dies war eine große Überraschung für viele IT-Verantwortliche. Zum Beispiel lief Windows 7 auch auf Hardware, die mit Windows Vista bereits etwas überlastet war. 

Auch wenn bereits Windows 8 verfügbar ist, wollen viele Unternehmen noch immer lieber auf Windows 7 migrieren.

Microsoft hat sich allerdings nicht gerade darauf konzentriert, diesen Vorteil groß zu bewerben. 

Wenn Administratoren einen PC mit Windows Vista und Windows 7 installieren, fällt schnell auf, dass Windows 7 tatsächlich weniger Ressourcen als Windows Vista benötigt. Windows 7 kommt nach dem Booten mit weniger physischem Arbeitsspeicher und weniger Speicherplatz aus. 

Dies verlängert die Lebensdauer der bestehenden IT-Investitionen und dürfte alle Administratoren erfreuen, die ansonsten alle drei Jahre die komplette Hardware im Netzwerk austauschen müssen. Die Bereitstellung von Windows 7 im Unternehmen lehrte uns, dass die Aktualisierung eines Betriebssystems nicht unbedingt ein Hardware-Upgrade bedeuten muss. 

Und auch mit Windows 8 wurden die Hardware-Anforderungen erneut gesenkt, sodass auch aktuelle Windows-7-PCs ohne Probleme mit Windows 8 betrieben werden können.

2. Windows 7 bietet Leistungssteigerungen mit SSDs

Festplatten sind auf Hardware-Seite immer noch der häufigste Engpass, egal ob es um Server oder Arbeitsstationen geht. Prozessoren und Speicher sind in den vergangenen Jahren wesentlich schneller geworden, aber viele Systeme arbeiten noch immer auf relativ langsamen Festplatten mit vielen mechanischen Teilen. 

Auch wenn Client-Virtualisierung die de-facto-Lösung für Anwendungskompatibilität ist, lässt sich der Stress von langsamen Festplatten häufig nicht umgehen. Wenn es Probleme mit Windows 7 auf einem Rechner gibt, liegt es fast immer an der langsamen Festplatte. Hier arbeitet Windows 7 zwar wesentlich besser als Windows Vista und XP, allerdings kann auch dieses Betriebssystem langsame Festplatten nicht beschleunigen. 

Glücklicherweise haben die Hardware-Hersteller dieses Problem mit der Einführung von Solid-State-Laufwerke (SSDs) gelöst. Windows 7 arbeitet wesentlich besser mit SSDs zusammen als Windows Vista. Windows XP konnte nahezu überhaupt nichts mit SSDs anfangen.

Allerdings haben SSDs das Problem, im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten noch immer recht teuer zu sein. Manchmal werden daher beide Systeme parallel eingesetzt. 

Die Lektion hier: Windows 7 bietet deutliche Leistungssteigerungen mit SSDs. Diese lassen sich darüber hinaus relativ problemlos in vorhandene Rechner nachrüsten. Daher empfiehlt sich auch für Windows 8/8.1 der Einsatz von SSDs.

3. Neue Hardware zur Virtualisierung

Um Windows XP  zu virtualisieren, mussten Unternehmen mit Windows 7 anfangs Rechner mit Hardware-Virtualisierungstechnologie nutzen. Das kann auch mit Windows 8/8.1 wichtig sein, weil Microsoft hier Client-Hyper-V integriert hat, also sei e bisher eher Server-orientierte Virtualisierungsplattform.

Für die ersten Monate nach der Veröffentlichung von Windows 7 benötigt der virtuelle Windows-XP-Modus die gleichen Erweiterungen wie Hyper-V auf einem PC. Microsoft hat aber recht bald eine Aktualisierung veröffentlicht, mit der sich der Windows-XP-Modus problemloser betreiben lässt. 

Auf diesem Weg können Administratoren nicht-kompatible Anwendungen ohne Zusatzkosten virtualisieren. In Windows 8/8.1 hat Microsoft den Windows-XP-Modus abgeschafft und dafür Hyper-V aus Windows Server 2012 R2 in den Client integriert.

Allerdings wird Microsoft für Hyper-V nicht die gleiche Möglichkeit bieten, wie mit dem Windows-XP-Modus. Unternehmen, die zu Windows 8.1 migrieren, benötigen für Client-Hyper-V die Virtualisierungserweiterungen der aktuellen 64-Bit-Prozessoren und Chipsätze wie Intel VT oder AMD-V

Hyper-V ist eine viel mächtigere Technologie als Virtual PC, auf den der Windows-XP-Modus aufbaut. Wenn Unternehmen allerdings vom Windows-XP-Modus oder irgendeine Art von Client-seitiger Virtualisierung abhängen, müssen möglicherweise  PCs aktualisiert werden, damit Client-Hyper-V Windows 8.1 eingesetzt werden kann. Spätestens dann ist also neue Hardware notwendig.

4. Multi-Monitor-Betriebssysteme zur Leistungssteigerung

Mehrere Monitore steigern für viele Berufsgruppen die Produktivität im Unternehmen enorm. Windows 7 bietet bereits wesentlich bessere Unterstützung für Mehr-Monitor-Systeme als Windows XP. 

Es bietet höhere Auflösungen für Breitbild-Monitore und eine Benutzeroberfläche, die einfach für jeden Monitor und jede Auflösung eingestellt werden kann. Nur wenige Benutzer bestreiten, dass es eine massive Verbesserung der Produktivität ist, wenn ein bis zwei große Monitore pro Mitarbeiter zum Einsatz kommen.

Seit Windows 7 unterstützt Microsofts Betriebssystem auch Multi-Monitor-RDP-Sitzungen. Damit könnte auch eine VDI-Bereitstellung (virtuelle Desktop-Infrastruktur) die Investition in mehrere Monitore nötig machen. 

Windows 7 hat die Ära von mehreren Monitoren als Standard eingeläutet, zwar nur als eine Option, aber das Betriebssystem unterstützt diese Technik nahtlos. Windows 8/8.1 bietet in diesem Bereich mindestens die gleichen Funktionen und bietet sich entsprechend ebenfalls als Multi-Monitor-Betriebssystem an.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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