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Wie man einen VDI-Test vor der Inbetriebnahme plant

VDI-Planänderungen müssen vor dem Deployment sorgfältig getestet werden. Anderenfalls drohen unliebsame Überraschungen im Produktivbetrieb des Unternehmens.

Beim Ausrollen einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) warten jede Menge Stolperfallen auf den mutigen IT-Recken: Unterprovisionierung von Ressourcen, Überprovisionierung von Ressourcen, Bereitstellungsstörungen für mobile Mitarbeiter und last but not least Kompatibilitätsprobleme mit Anwendungen.

Vor einer Implementierung in der Produktion sind daher Tests von Änderungen unausweichlich. Das gilt unabhängig davon, ob Sie Ihre VDI gerade erstmalig aufsetzen oder ob es erwähnenswerte Änderungen an einer bestehenden Installation geben soll. Dabei helfen Tests über einen Querschnitt typischer Desktops und Anwendertypen dabei, ein Verständnis für den genauen Bedarf zu entwickeln.

Ein sauber ausgeführter VDI-Test sorgt dafür, dass die Anforderungen an die Bandbreite, Desktop-Latenzen, Anwendungs- und Druckerkompatibilität und viele weitere Aspekte durchleuchtet werden. Wenn die Testergebnisse am Ende stimmen, kann die VDI letztlich mit dem beruhigenden Wissen ausgerollt werden, dass die Mehrzahl der Probleme bereits gelöst wurde, bevor sie überhaupt entstand.

Warum VDI-Tests ausführen?

Ein wichtiger Aspekt von VDI-Tests ist die Ermittlung des Ressourcenbedarfs der einzelnen Anwender. Während Microsoft Outlook und Word sich eher bescheiden im Ressourcenhunger geben, sind die Anforderungen an Massen- und Hauptspeicher bei Anwendern von Videobearbeitungsprogrammen ungleich viel höher anzusetzen. IT-Profis müssen anhand eines VDI-Tests feststellen, wie groß dieses Ressourcengefälle ist, damit Benutzer Leistungsprobleme vermeiden können.

VDI-Tests sollten auch den Ressourcenaspekt der Anmeldezeiten der Desktops berücksichtigen: Melden sich sehr viele Systeme gleichzeitig an (Boot Storm), so kann das für sich neu anmeldende Benutzer zu frustrierend langen Anmeldezeiten führen. Im Rahmen des Testverfahrens sollte also ein Boot Storm erzeugt werden, um dessen Auswirkungen auf Anmeldezeiten zu ermitteln und Abhilfen herbeiführen zu können.

Für messbare Aspekte wie Leistung der Desktops und Anmeldezeiten müssen Zielwerte für die Testergebnisse definiert werden. Das kann etwa die maximale Latenzzeit oder die Dauer des einzelnen Anmeldevorgangs sein. Diese Ziele richten sich nach dem Bedarf des eigenen Unternehmens: Während in den meisten Unternehmen längere Anmeldezeiten noch akzeptabel sein mögen, kann dies bei zeitkritischen Funktionen etwa im Finanzsektor ein Problem sein, für dessen Lösung ein erweiterter Investitionswille erforderlich sein mag.

Ausführung der Tests

Anbieter von Virtualisierungsprodukten offerieren im Rahmen ihrer Produkte eigene Testwerkzeuge, so etwa VMware Workstation und Citrix Workspace, die sich für das Aufsetzen eines Test-Deployments eignen.

Jedes dieser Tools folgt ein wenig seinen eigenen Regeln. Nehmen wir einmal VMware Workstation als Beispiel, so beginnt das Aufsetzen des Testprozesses mit der Definition der Bedingungen für die VM, die den Test ausführen wird. Dazu gehören etwa Anwendungsnutzung, verfügbarer Massenspeicher, RAM und Prozessor pro Desktop. Auch der Host selber muss definiert werden – in diesem Fall wird das VMware ESXi als Hypervisor sein.

Ist das Test-Deployment fertiggestellt, so bietet sich die Verwaltungskonsole der Virtualisierungsplattform an, in unserem Beispielfall ist das VMware vCenter. Hier wird nun der ESXi-Host hinzugefügt und die Test-VM gestartet. Zwecks Nachverfolgung, Änderung und Verwaltung des Test-Deployments empfiehlt es sich an dieser Stelle, die VM in das Active Directory (AD) einzufügen.

Auswertung der Testergebnisse

Mit den Ergebnissen des VDI-Tests steht den vorherigen Einschätzungen für Leistungs- und Ressourcenbedarf nun belastbares Material gegenüber. Ergibt sich daraus nun eine Unterprovisionierung oder eine Überprovisionierung, so liegt der folgerichtige nächste Schritt darin, die früheren Einschätzungen anhand der Messergebnisse anzupassen und weiterhin Tests durchzuführen, bis eine befriedigende Situation erreicht ist.

Ob ein Test erfolgreich war oder nicht, lässt sich allerdings nicht einfach nur an den Dauern der Anmeldevorgänge ablesen. Auch Abstürze, Latenzprobleme und Kompatibilitätsprobleme bei Hardware oder Software müssen für sämtliche Anwendertypen im Auge behalten werden. Die notwendigen Leistungsmetriken zur Bewertung der Ergebnisse lassen sich dank der Hilfe von Active Directory und VDI-Verwaltungskonsole ermitteln.

Entsprechen die Testergebnisse den vorherigen Einschätzungen, so steht der Bereitstellung kaum noch etwas im Wege. Beim Hochskalieren der Installation in das gesamte Unternehmen kann es natürlich trotzdem noch zu unerwarteten Problemen kommen. Das Testen der VDI-Planung im Voraus stellt aber sicher, dass kaum noch mit überraschenden Herausforderungen im Bereich von Provisionierung und Leistung zu rechnen sein wird.

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Nächste Schritte

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2019 aktualisiert

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