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Was Cloud-Abrechnungen über Performance-Probleme verraten

Wenn ein Problem bei den gemieteten Cloud-Diensten auftritt, fällt es möglicherweise längere Zeit nicht auf. Ein plötzlicher Anstieg der Kosten bedeutet jedoch oft Handlungsbedarf.

Um die Performance der eigenen Cloud-Apps stets im Blick zu behalten, lohnt es sich, auch die monatlichen Rechnungen des IaaS-Anbieters (Infrastructure as a Service) genauestens zu kontrollieren. Diese können auf Probleme hinweisen, die Sie ansonsten möglicherweise übersehen würden.

Wenn Sie sich wie die meisten anderen Administratoren verhalten, dann haben Sie vermutlich zahlreiche moderne Monitoring-Tools im Einsatz, um die Performance Ihrer Cloud-Applikationen überwachen und optimieren zu können. Aber es gibt einen anderen Weg, um herauszufinden, wie gut oder schlecht Ihre Anwendungen funktionieren: Ein Blick in Ihre monatlichen Cloud-Abrechnungen.

Diese Rechnungen können natürlich nie ein Ersatz für echte Management- und Monitoring-Tools sein. Sie gewähren aber wichtige Einblicke in den Zustand Ihrer Applikationen. Das liegt daran, dass je mehr Performance-Probleme eine Anwendung hat, desto mehr wird es kosten, sie mit der benötigten Verfügbarkeit laufen zu lassen.

Wenn eine Anwendung zum Beispiel ein Speicherleck (Memory Leak) hat, dann benötigt sie eine VM-Instanz (virtuelle Maschine), die mit mehr Arbeitsspeicher ausgestattet ist, um weiterhin mit akzeptabler Performance zu laufen. Das kostet in der Regel natürlich mehr Geld als die verfügbaren Basisvarianten. Das Gleiche gilt, wenn Sie Serverless-Funktionen nutzen, die nicht effizient genug entwickelt wurden. Sie brauchen dann eine längere Zeit in der Serverless-Plattform Ihres Cloud-Anbieters, um ihre gewünschten Aufgaben zu erfüllen. Auch das erhöht die Kosten.

Die folgenden beiden Entwicklungen bei Ihren Cloud-Abrechnungen weisen auf Probleme mit der Performance Ihrer Anwendungen hin:

Die Kosten für die VM-Instanz erhöhen sich, aber die Aufwendungen für die Bandbreite bleiben gleich

Die meisten Cloud-Anbieter berechnen unterschiedliche Tarife für ihre VM-Instanzen und für die von ihnen bereitgestellten Hardwareressourcen sowie für die verbrauchte Bandbreite im Netzwerk.

Wenn Ihnen zum Beispiel auffällt, dass die Kosten für die Instanzen steigen, aber die benötigte Bandbreite die gleiche bleibt, dann weist das auf Probleme bei der Performance der betroffenen Anwendungen hin. Bei einer ohne Schwierigkeiten funktionierenden Cloud-App führt normalerweise beispielsweise ein Anstieg der Nutzerzahlen zu einer erhöhten VM-Auslastung. Wenn die Anwender sich über das Netzwerk mit der Anwendung verbinden, was üblicherweise ja der Fall ist, dann sollte ein Mehr an benötigten VM-Ressourcen auch zu einem Mehr bei der verbrauchten Bandbreite führen.

Verlassen Sie sich aber nicht allein auf die Rechnung

Das Kalkulieren der App-Performance auf Basis der Rechnungen der vergangenen Monate funktioniert natürlich nur dann gut, wenn die verbrauchten Cloud-Dienste und die dafür durch Ihren Provider veranschlagten Kosten relativ konstant bleiben. Versuchen Sie darüber hinaus nicht, sich nur auf Ihre Abrechnungen zu verlassen, um die Performance Ihrer Anwendungen zu bewerten. Erwarten Sie auch nicht von Ihren Rechnungen, dass sie Ihnen Echtzeiteinblicke in die Performance ermöglichen. Stattdessen ist dies der geeignete Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Tools zum Application Performance Management und zum Monitoring einsetzen sollten.

Wenn Sie also beispielsweise höhere Kosten für Ihre VMs bemerken, ohne dass die Aufwendungen für die genutzte Bandbreite steigen, dann kann das bedeuten, dass Ihre Anwendung mehr Speicher verbraucht, obwohl sie nicht mehr Anwender bedienen muss. Es gibt natürlich auch eine Reihe anderer Gründe für dieses Verhalten. So kann etwa ein geplantes Upgrade der Anwendung zu einem höheren Ressourcenverbrauch geführt haben. Ein anderer Grund kann sein, dass Ihre Anwendung nicht schonend mit Ressourcen umgeht. Was immer wirklich die Ursache für den Anstieg der Kosten ist, Sie sollten ihr auf den Grund gehen.

Laufend steigende Kosten für Speicher

Die meisten Cloud-Anbieter rechnen die verbrauchte Storage-Kapazität separat von anderen Verbrauchskosten ab. Deswegen kann auch ein kontinuierlicher Anstieg der monatlichen Speicherkosten, ohne dass dabei die Zahl der aktiven Nutzer wächst, darauf hinweisen, dass die Anwendung Performance-Probleme hat oder dass sie schlecht designt wurde.

Das liegt daran, dass Ihre Anwendungen nicht mehr permanente Speicherkapazität verbrauchen sollten, als sie wirklich benötigen, um effizient zu laufen. Wenn Ihre Storage-Kosten trotzdem laufend steigen, speichern Ihre Anwendungen vermutlich mehr Daten als sie eigentlich sollten oder sie führen Datenrotationen nicht so häufig durch, wie es nötig wäre.

Diese Performance-Probleme treten jedoch nur auf, wenn sich Ihre Storage-Kosten vor allem auf die Anwendungen beziehen. Wenn Sie einen Cloud-Storage-Dienst wie AWS S3 oder Azure Storage nutzen, um Daten zu speichern, die nicht durch Anwendungen gesammelt oder generiert wurden, dann hängen steigende Storage-Kosten in der Regel nicht mit Performance-Problemen Ihrer Anwendungen zusammen. Sie können aber trotzdem ein deutlicher Hinweis darauf sein, dass es an der Zeit ist, eine kosteneffizientere Strategie für Ihren Cloud-Storage-Bedarf zu entwickeln.

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Artikel wurde zuletzt im August 2018 aktualisiert

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