Virtuelle Maschinen für den produktiven Einsatz migrieren

Wenn Administratoren Test- oder Entwicklungs-VMs in die Produktion überführen möchten, sollten sie sich sorgfältig vorbereiten. Darauf sollten Admins achten.

Bevor Administratoren virtuelle Maschinen (VMs) von einer Entwicklungs- oder Testumgebung in die Produktion migrieren, sollten sie eine Reihe von Prüfungen machen. Diese müssen sicherstellen, dass die Migration erfolgreich über die Bühne geht.

Ein Grund für die Beliebtheit von Docker-Containern ist, dass mit ihnen Workloads aus Test- und Entwicklungsumgebungen ohne große Modifikationen in die Produktion verlagert werden können. Für VMs gilt das leider nicht immer. In den meisten Fällen gibt es mehrere Dinge, die ein Administrator beachten muss, bevor er Test- oder Entwicklungs-VMs in die Produktion verschiebt.

Konnektivität mit virtuellen Netzwerkadaptern überprüfen

Wenn die Test-/Entwicklungsumgebung von der Produktionsumgebung getrennt ist, ist es unwahrscheinlich, dass sich die virtuellen Netzwerkadapter einer VM automatisch mit dem Produktivnetzwerk verbinden. In manchen Fällen kann die Lösung dieses Problems einfach sein – zum Beispiel, wenn es genügt, den virtuellen Netzwerkadapter auf einen anderen virtuellen Switch zu richten. In anderen Fällen ist es vielleicht nicht so simpel.

Unter Umständen muss der Administrator statisch zugewiesene IP-Adressen oder Zuordnungen von Domain-Namen zurücksetzen. In besonderen Fällen kann es sogar erforderlich sein, dass der Administrator Anbindungen auf Anwendungsebene neu erstellen muss.

Um virtuelle Maschinen in die Produktion zu migrieren, müssen Administratoren wahrscheinlich die Domänenzugehörigkeit einer VM ändern. Bevor die VM mit dem produktiven Active Directory verbunden werden kann, muss diese aus der Labordomäne entfernt werden.

Sicherheits- und Compliance-Standards einhalten

Die meisten Unternehmen haben für ihre produktiven Anwendungen strenge Sicherheits- und Compliance-Anforderungen. Bevor Administratoren virtuelle Maschinen in eine Produktivumgebung migrieren, sollten sie deshalb immer die Compliance prüfen. Nur so können sie sicherstellen, dass neue VMs alle Sicherheits- und Compliance-Anforderungen erfüllen. Diese Prüfung sollte vor dem Einsatz eines automatisierten Tools, zum Beispiel Windows Desired State Configuration, erfolgen.

Wenn die VMs den Anforderungen der Organisation entsprechen, kann der Planungsprozess für die Migration beginnen. Ist eine VM hingegen nicht konform, müssen die Compliance-Probleme im Vorfeld gelöst werden. Die VM muss auch gründlich getestet werden, um sicherzustellen, dass die Änderungen keine Probleme bei der Performance der VM-Anwendungen verursachen.

Lizenzen, Vereinbarungen und Ressourcen überprüfen

Das Betriebssystem der VM und jede Software, die auf ihr läuft, erfordert eine ordnungsgemäße Lizenzierung. Eine Lizenz, die es erlaubt, Software in einer Test- oder Entwicklungsumgebung zu verwenden, bedeutet nicht, dass dieselbe Software auch in einer produktiven Umgebung laufen darf.

Software aus einem Microsoft Developer-Network-Abonnement bietet oft eine Lizenz für den Einsatz in der Entwicklung, aber nicht für den produktiven Gebrauch. Und wenn ein Hyper-V-Host unter einer Standard-Edition-Lizenz läuft, gibt es eine Begrenzung bei der Anzahl der Windows-VMs, die der Host ohne zusätzliche Lizenzen ausführen kann.

Einige VMs haben möglicherweise Service-Level-Agreements (SLAs). SLAs haben kaum Auswirkungen auf die Konfiguration einer VM – es sei denn, sie benötigen einen Gast-Cluster. Allerdings können die SLAs festlegen, welche Hosts für den Betrieb der VM geeignet sind und ob für die Migration virtueller Maschinen eine hohe Verfügbarkeit erforderlich ist.

Man sollte möglichst versuchen, den Grad der VM-Nutzung vorherzusehen. Test-/Entwicklungs-VMs müssen keine Benutzer-Workloads unterstützen, so dass sie möglicherweise nicht so viel Speicher oder so viele CPU-Kerne wie Produktiv-VMs brauchen. Wenn eine solche VM in eine Produktivumgebung migriert wird, kann der Mangel an Hardwareressourcen zu ernsthaften Performance-Problemen führen. Es ist daher wichtig zu prüfen, ob die aktuelle Ressourcenzuweisung der VM ausreicht, um die erwartete Arbeitslast zu unterstützen.

Im Gegensatz zu einer Container-Umgebung ist die Überführung von Test-/Entwicklungs-VMs in die Produktion selten so einfach wie eine Live-Migration. Es gibt zahlreiche Dinge, die Administratoren prüfen müssen, bevor sie virtuelle Maschinen migrieren. Nur so können sie sicherstellen, dass VMs konform, ordnungsgemäß lizenziert und angemessen leistungsfähig bereitgestellt werden.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Azure: Virtuelle Maschinen per PowerShell verwalten.

Optimale Netzwerkleistung für virtuelle Maschinen erzielen.

Brauchen alle virtuelle Maschinen das gleiche Lifecycle-Management?

Artikel wurde zuletzt im Juli 2018 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Virtualisierung: Kapazitätsplanung

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close