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Vier Tipps für mehr Performance und geringere Kosten in der Cloud

Cloud ist nicht gleich Cloud, und so gibt es viele Möglichkeiten der Optimierung. Diese Tipps helfen, die Performance zu erhöhen und Kosten zu senken.

Die meisten Cloud-Anwender entwickeln sich gemeinsam mit ihrer Cloud-Lösung, statt sie von Grund auf neu planen zu können. Oftmals ist die Cloud das Ergebnis einer Schatten-IT einzelner Fachbereiche – einzelne Abteilungen, die ohne Wissen und Einverständnis der IT-Verantwortlichen Cloud-VMs aufsetzen. Doch selbst wenn IT-Fachleute ihre Cloud-Umgebung bis ins Detail planen, geschieht dies meist auf Basis einzelner Anwendungen ohne Berücksichtigung der vollständigen Kosten und Risiken.

Glücklicherweise gibt es mehrere Möglichkeiten, wie ein Unternehmen seine Cloud-Umgebung mit Blick auf Performance und Kosten optimieren kann. Um in diesen Optimierungsprozess einzusteigen, folgen Sie einfach diesen vier Schritten: Finden Sie einen Mittelweg zwischen Kosten und Leistung, werfen Sie unnötige Anwendungen über Bord, behalten Sie den Standort Ihrer Anwender im Blick und verhandeln Sie Cloud-Preise, satt vorgelegte Angebote einfach zu akzeptieren.

Der Mittelweg zwischen Kosten und Leistung

So ziemlich jeder Cloud-Anbieter hat ein niedrigschwelliges Angebot im Portfolio. Dieses finden Sie in der Regel in den Werbeschaltungen, mit denen sich der Anbieter gegenüber Konkurrenten profilieren will. Auch wenn dieses Angebot in der Regel das günstigste ist, erwerben die meisten Kunden schließlich ein kostspieligeres Produkt.

Bereitwillig zahlen sie für Premium-Hosting, Elastizität, geographische Diversifizierung, Hochverfügbarkeit und weitere besondere Leistungen. Doch obwohl diese Zusatzleistungen langfristig wertvoll und kosteneffizient sein können, sind sie doch oft nichts anderes als Geldverschwendung. Bei einigen Anwendern sind diese Zusatzkosten so hoch, dass sie den Cloud-Preis verdoppeln.

So finden Sie heraus, welche Leistungen Sie wirklich brauchen: Führen Sie einen Pilottest Ihrer Anwendungen mit der Standardlösung des Providers durch. Testen Sie nun aber nicht einfach alles, was dort angeboten wird, sondern konzentrieren Sie sich auf die Anwendung, die für den überwiegenden Teil Ihrer Cloud-Nutzung und -Kosten verantwortlich sein wird. Um herauszufinden, welche Zusatzleistungen Sie benötigen, führen Sie diesen Anwendungstest über zwei oder drei Monate hinweg durch. Messen Sie die Qualität der Erfahrung (Quality of Experience, QoE), sowie die Downtime und Anwendungskosten sowohl in Ihrer Test- als auch in Ihrer Produktivumgebung – die Ergebnisse könnten Sie überraschen.

Wenn eine Zusatzleistung mehr kostet als sie wert ist, bringen Sie Ihren Cloud-Planern und Geschäftsbereichen bei, dieses Problem in zukünftigen Anwendungen zu vermeiden. Geben Sie Ihr Test-Framework als Leitfaden für Einkäufer von Cloud-Diensten in Ihrem Unternehmen frei.

Nutzen Sie die richtigen Apps für die Cloud

Ein weiterer Trick zur Cloud-Optimierung ist die Untersuchung der von Ihnen betriebenen Anwendungen. Public-Cloud-Services sind meist dann kostengünstiger als Ihre eigene IT, wenn die Anwendungen Ihre eigenen Data Center und Ressourcen nicht vollständig nutzen. Allerdings erfordert eine Anwendung mit viel Traffic auch eine Menge Cloud-Speicher und verlangt nach regelmäßiger Wartung in der Cloud, womit das Einsparpotenzial ganz schnell wieder verflossen sein kann.

Ermitteln Sie Kosten und IT-Aufwand für jede Cloud-Anwendung. Finden Sie heraus, welche Apps Sie am teuersten zu stehen kommen, und welche Apps Ihnen bei der Wartung die meiste Arbeit machen. Vergleichen Sie die QoE der Anwender vor und nach dem Cloud-Wechsel. Es ist zu erwarten, dass mindestens ein Fünftel Ihrer Anwendungen in der Cloud teurer sind. Und wenn es nicht Premium-Features sind, die diese Kosten verursachen, holen Sie diese Anwendungen zurück in Ihr Data Center oder sehen Sie sich nach einem anderen Cloud-Ansatz um. Versuchen Sie auch PaaS- (Platform as a Service) oder SaaS-Lösungen (Software as a Service), wenn die internen Support-Kosten für IaaS-Ansätze (Infrastructure as a Service) zu hoch sind.

Achten Sie auf den Standort des Nutzers

Die Verbindung zwischen Cloud und Anwender zu verstehen gehört zu den Grundpfeilern der Cloud-Optimierung. Die im Cloud-Bereich erfolgreichsten Unternehmen verschaffen ihren Anwendern von möglichst vielen geographischen Standorten aus Zugriff auf ihre Anwendungen.

Außendienstmitarbeiter sind gute Kandidaten für eine Cloud-Anbindung. Sitzen aber alle Ihrer Anwender in demselben Büro (oder in nur wenigen Büros), so kann der Vorteil einer Cloud-Distribution wenig wert sein. In solchen Fällen wäre es wohl günstiger, Ihr Anwendungen intern zu hosten.

Erstreckt sich Ihre Nutzerbasis über mehrere Zeitzonen hinweg, so können Hosting-Points, die für die Nutzer vor Ort lokal bereitgestellt werden oder sich im Laufe des Arbeitstages zeitlich über die Zeitzonen hinweg bewegen, Performance und Leistung verbessern sowie Kosten senken.

Nehmen Sie Platz am Verhandlungstisch

Verhandlungen helfen bei der Cloud-Optimierung enorm. Und dabei geht es noch nicht einmal nur darum, die in Frage kommenden Cloud-Anbieter in einen Preiskrieg zu verwickeln. Unternehmen müssen die Anforderungen ihrer Anwendungen verstehen und die besten Leistungen finden, die diese Anforderungen abdecken.

Ein Pilottest unter Beteiligung des Cloud-Anbieters ist das beste Mittel für Cloud-Verhandlungen. Testen Sie entweder Ihre anspruchsvollste und teuerste Anwendung oder eine Mischung Ihrer Anwendungen. Auf diese Weise finden Sie Ihren Durchschnittsbedarf an Ressourcennutzung und Anwender-QoE, die dann zu entsprechenden Service Level Agreements (SLAs) führen. Beginnen Sie Ihre Diskussion mit dem Cloud-Anbieter mit genau diesem Punkt.

Achten Sie beim Verhandeln von Cloud-Angeboten auf drei wesentliche Kriterien: Die Garantien des Anbieters in den SLAs, den Basispreis des Cloud-Dienstes während des Servicevertrags und auf den Preis zusätzlicher Leistungen, die über das Basis-Dienstmodell hinausgehen.

Denken Sie während der Verhandlungen zudem an drei weitere wichtige Punkte: Erstens, dass der Cloud-Anbieter seine Preise wahrscheinlich anteilig anheben wird, basierend auf dem aktuellen Preis der von Ihnen genutzten Dienste – selbst während der Vertragslaufzeit. Zweitens können Sie einen Vertrag nachverhandeln, wenn ein benannter Marktbegleiter Ihre aktuellen Konditionen um mehr als 10% unterbietet und Ihr Anbieter bei diesem Preis nicht mitgeht – auch wenn es dazu in deutschsprachigen Ländern keine rechtliche Vorgabe gibt, ist es immer einen Versuch wert. Drittens können Sie einen Vertrag in der Regel nachverhandeln, wenn das SLA in einem beliebigen Monat mehr als zweimal nicht eingehalten wird. In den USA beispielsweise besteht darauf sogar ein Rechtsanspruch.

Diese Verhandlungsoptionen zu nutzen ist letztlich noch wichtiger, als den Mittelweg zwischen Preis und Leistung zu finden, denn sie bietet Ihnen die Möglichkeit, einen besseren Preis zu erzielen oder sogar Ihre Anbieter-Auswahl zu überdenken. Mit der Hebelwirkung vertraglicher Verbindlichkeiten können Sie dafür sorgen, dass Ihr Anbieter Ihnen den besten Cloud-Dienst zum besten Preis gewährt.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2015 aktualisiert

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