VMware versus OpenStack: Die Hybrid-Cloud-Debatte lebt auf

Im Zuge der Weiterentwicklung einer Hybrid-Cloud-Strategie von VMware baut auch OpenStack sein Portfolio an Services aus. Ein Vergleich der Angebote.

Mit der zunehmenden Verbreitung der hybriden Cloud verschärft sich die Diskussion zwischen VMware und OpenStack um die Private Cloud.

VMware – zweifellos der Vorreiter bei der Data-Center-Virtualisierung – ist etwas spät in das Cloud-Computing-Geschäft eingestiegen. Einige Unternehmen haben daher OpenStack als Grundlage für ihre Private Cloud gewählt – und setzen es auch weiterhin ein.

Die kritische Masse hat OpenStack allerdings nicht erreicht: Obwohl die Nutzung von OpenStack-Sandboxes weit verbreitet ist, ist die Umstellung auf produktive Umgebungen nur langsam vorangegangen. Probleme bei Skalierbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Vollständigkeit der Funktionen haben den Eintritt von OpenStack in den breiteren Markt erschwert.

Diese Verzögerung einer breiteren OpenStack-Akzeptanz hat VMware eine zweite Chance am Cloud-Markt beschert. Anstatt eine weitere Public Cloud zu schaffen und damit Amazon Web Services (AWS), Google Cloud Platform (GCP) und Microsoft Azure als Konkurrenten zu haben, konzentriert sich VMware jetzt auf das, was es am besten kann: die Virtualisierung von Rechenzentren.

Mit seinem großen Pool an Administratoren, die bereits in VMware-Technologie geschult sind, und dem jahrelangen Vertrauen, das VMware in vielen IT-Abteilungen gewonnen hat, hat das Unternehmen seine Cloud-Strategie neu ausgerichtet.

Die AWS-Partnerschaft stärke VMware

Nachdem VMware vCloud Air im Sand verlaufen ist, bevorzugt VMware nun einen anderen, hybrideren Ansatz für die Cloud. Die Antwort von VMware besteht konkret darin, seine virtuellen vSphere-Cluster in die Public Cloud zu exportieren. Der Anbieter hofft, dass Unternehmen, die bereits wissen, wie man vSphere effizient einsetzt, es in einer Public Cloud betreiben – mit dem Ziel, Workloads leichter zwischen der internen und externen IT verschieben zu können.

VMware Cloud on AWS ist genau auf diese Art der Bereitstellung ausgerichtet. Der neue Service erleichtert Unternehmen mit hohen VMware-Investitionen zweifellos die Implementierung einer Hybrid Cloud. Und er behandelt auch Probleme wie Datenkompatibilität und Mobility – Dinge, die auch OpenStack beheben möchte.

Die Partnerschaft zwischen VMware und AWS bedeutet, dass die größte installierte Basis von Inhouse-Virtualisierungs-Clustern nun in die größte Public Cloud expandiert werden kann. Diese Partnerschaft stärkt VMware und seinen Hybrid-Cloud Ansatz – und schwächt den von OpenStack. Microsofts Einführung von Azure Stack als eigene Antwort auf die Hybrid Cloud wird ebenfalls neuen Druck auf OpenStack ausüben.

Das OpenStack-Serviceportfolio bleibt stark

Während die Debatte um VMware versus OpenStack weitergeht, gibt die Community der Open-Source-Plattform nicht auf. Und das mit gutem Grund. OpenStack ist relativ gut aufgestellt: Mit einem ausgereiften Kern, verbesserten Bereitstellungs- und Skalierungsmöglichkeiten sowie einem wachsenden Ökosystem von Services ist OpenStack heute im Unternehmen deutlich besser einsetzbar als in der Vergangenheit.

Die Bandbreite der OpenStack-Services bringt die Plattform fast auf Augenhöhe mit AWS, GCP und Azure. Das ist deutlich mehr als das VMware-Portfolio bietet. Alle großen Public-Cloud-Plattformen offerieren immer mehr Services, mit Funktionen für unter anderem Big Data, Machine Learning und künstliche Intelligenz (KI) – und das scheint der langfristige Branchentrend zu sein.

VMware mangelt es an solchen Services, einschließlich der robusten Unterstützung für Container. Die nun erfolgte Anbindung des Anbieters an AWS – das von allen Public-Cloud-Angeboten das reichhaltigste Service-Ökosystem besitzt – trägt dazu bei, dies wieder gut zu machen.

Allerdings muss man dabei bedenken, dass viele höherwertige AWS-Dienste heute außerhalb der VMware-on-AWS-Plattform angesiedelt sind und erhebliche Anstrengungen erfordern, um mit vSphere zu fusionieren.

OpenStack profitiert stark davon, Open Source zu sein. Auch wenn das Erreichen der Reife eine Herausforderung sein kann, ist das Hinzufügen neuer Servicemodule einfach zu realisieren. Die OpenStack-Community baut die plattformübergreifende Zusammenarbeit mit GCP und AWS weiter aus und hofft, dass die Technologie irgendwann eher wie eine Inhouse-Version dieser Plattformen aussehen wird.

Dies erfordert jedoch, dass sich AWS – das sich seit langem für eine Public Cloud Only Zukunft einsetzt – verpflichtet, die Interoperabilität so eng zu gestalten, wie es OpenStack anstrebt. Dieser Faktor wird die Debatte zwischen VMware und OpenStack in den kommenden Jahren stark beeinflussen.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2018 aktualisiert

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