VADC-Plug-in ermöglicht Horizon-View-Bereitstellung ohne Verbindungsserver

Das VADC-Plug-in ermöglicht die Horizon-View-Bereitstellung ohne Verbindungsserver. Damit kann das VDI-Management wesentlich vereinfacht werden.

VMware Horizon (mit View) ist zwar bereits bei Version 6 angekommen, aber schon in Horizon View 5.3 hat VMware eine interessante Komponente vorgestellt: das View-Agent-Direct-Connection-Plug-in, kurz VADC. Mit dessen Hilfe können sich View-Nutzer mit einem virtuellen Desktop verbinden, ohne zuvor einen View-Verbindungsserver kontaktieren zu müssen. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Möglichkeiten, erklärt einige der denkbaren Anwendungsszenarien und zeigt Konfigurationswege auf.

Klassische Installation von Horizon View

Bei einer klassischen Installation von Horizon View muss zunächst der Verbindungsserver installiert werden, dem auch die Administrationskonsole zugeordnet wird. Dieser Server wird zudem als Broker eingesetzt, um Anwendern den richtigen virtuellen Desktop zuzuweisen.

Abbildung 1: Der View-Verbindungsserver agiert als Broker zum richtigen virtuellen Desktop.

Abbildung 1 zeigt, wie View-Clients mit den Verbindungsservern verbunden sind und dieser sie mit der virtuellen Maschine (VM) verbindet, auf der der Horizon View Agent sitzt. Außer PCs können auch Macs, Thin Clients, Zero Clients oder Mobilgeräte mit iOS oder Android mit dem View-Client verwendet werden.

Die allererste Verbindung eines Clients richtet sich immer an den Verbindungsserver. Ist aber erst einmal die Authentifizierung abgeschlossen und der korrekte Desktop für den Nutzer ermittelt, so kann die Verbindung auch direkt zwischen dem View-Client und dem View-Agent ausgehandelt werden. Dieser Vorgang wird als Direktverbindung (Direct Connection) bezeichnet – als Gegenteil einer getunnelten Verbindung – und es liegt am Administrator zu entscheiden, welche Verbindungsart genutzt werden soll.

Diese Direktverbindung ist aber eine andere Verbindungsart als diejenige, die das VADC-Plug-in aufbaut. Für den Direct-Connection-Agent wird nach wie vor ein Verbindungsserver benötigt, der für die Authentifikation und Zuordnung der passenden VM zum Anwender zuständig bleibt. Und genau diese Aufgabe übernimmt der Direct-Connection-Agent.

Funktionsweise des Direct-Connection-Agent

Bei der Nutzung des View-Agent-Direct-Connection-Plug-ins verbindet sich der View-Client nicht mehr mit dem Verbindungsserver, sondern direkt mit der virtuellen Maschine, auf der der View-Agent läuft.

Abbildung 2: Das View-Agent-Direct-Connection-Plug-in verbindet den View-Client ohne Einsatz eines Verbindungsservers direkt mit der VM.

Somit wird kein Verbindungsserver mehr benötigt, damit Endanwender ihre Desktops erreichen. Diese Möglichkeit eignet sich allerdings weniger für großflächige Bereitstellungen, da die Zuordnungen zwischen Nutzern und Desktops manuell vorgenommen werden muss (normalerweise wird dies vom Broker beziehungsweise Verbindungsserver erledigt). Und damit sind wir bereits bei den Anwendungsszenarien des VADC-Plug-ins angekommen.

Anwendungsfälle für das View-Agent-Direct-Connection-Plug-in

Das VADC-Plug-in eignet sich am besten für kleinere Bereitstellungen oder innerhalb von Zweigstellen. Beispielsweise wären virtuelle Desktops für 10-20 Angestellte in einer Zweigstelle ein geeignetes Szenario. Falls die Zweigstelle über eine ausreichende Netzwerkverbindung zum ESXi-Server in der Zentrale verfügt, dann wäre es den Mitarbeitern der Zweigstelle möglich, den dortigen Verbindungsserver zu nutzen.

Bleibt die Bandbreite allerdings hinter diesen Anforderungen zurück, so könnte auch in der Zweigstelle ein ESXi-Server eingerichtet werden. Zusätzlich müsste dann aber auch ein Verbindungsserver installiert werden, womit es eine neue View-Instanz gäbe, da eine Zusammenschaltung von Verbindungsservern auf Leitungen mit mehr als 5 Millisekunden Latenz nicht möglich ist. Innerhalb der neuen View-Instanz müsste ein neuer Benutzer-Pool mit den jeweiligen Benutzerrechten eingerichtet und aus der Ferne verwaltet werden.

Mit dem Direct-Connection-Agent des VADC-Plug-ins muss zwar immer noch ein eigener ESXi-Server bereitgestellt werden, darauf können aber einfach die 10 bis 20 virtuellen Maschinen gestartet und jedem Nutzer manuell ein Desktop zugewiesen werden. Auch diese Bereitstellung muss natürlich verwaltet werden, aber dies gestaltet sich wesentlich einfacher, als der Weg über den zusätzlichen Verbindungsserver.

Ein weiterer möglicher Anwendungsfall wäre die Bereitstellung in einem kleineren Unternehmen, in dem ebenfalls nur eine geringe Anzahl an Desktops vergeben werden soll. Auch für 10 oder 20 virtuelle Desktops müsste normalerweise ein Verbindungsserver installiert, Pools konfiguriert sowie Benutzerrechte und View-Richtlinien festgelegt werden. 

Mit dem Direct-Connection-Agent ist es auch in diesem Fall deutlich weniger aufwendig, einfach jedem Nutzer einen virtuellen Desktop zuzuordnen. Dann müssen die virtuellen Desktops natürlich nach wie vor bereitgestellt werden, was in diesem kleinen Umfang aber in der Regel vollständig mit Klon-Installationen bewerkstelligt werden könnte.

Das VADC-Plug-in eignet sich sicherlich nicht für jedes Szenario. Wenn etwa Endanwender Remote-Zugriff auf VMs wünschen, lässt das Direct-Connection-Plug-in zwar den Zugriff über NAT und Firewalls hinweg zu. Wird eine solche Funktionalität aber tatsächlich benötigt, ist es eher anzuraten, einen Verbindungsserver mit einem View-Security-Server einzurichten.

Installation und Konfiguration des VADC-Plug-ins

Systemvoraussetzungen für das VADC-Plug-in sind eine VM auf ESXi mit installiertem Horizon View Agent. Nach dem Download des Direct-Connection-Plug-ins von der VMware-Webseite muss dieses innerhalb des virtuellen Desktops installiert werden.

Im nächsten Schritt wird festgelegt, welche Nutzer die Erlaubnis zur Arbeit mit dem virtuellen Desktop erhalten. Dies wird über eine Gruppe bewerkstelligt, die mit der Installation des Plug-ins automatisch auf dem Windows-Desktop erzeugt worden ist: Diese Gruppe trägt den Namen View Agent Direct-Connection Users.

Abbildung 3: Zuweisung der Nutzer, die mit virtuellen Desktops arbeiten können.

Diese Gruppe können sowohl lokale Nutzer als auch andere Gruppen hinzugefügt werden. Falls alle Nutzer sämtliche Desktops verwenden sollen, dann kann dem Desktop eine Domänen-Nutzergruppe hinzugefügt werden, sofern der Desktop Mitglied der Domäne ist.

Der abschließende Schritt für den Anwender ist die Verbindungsaufnahme zum richtigen Desktop. Nach dem Start des Horizon-View-Clients muss hierzu die IP-Adresse oder der DNS-Name des virtuellen Desktops in das Feld eingegeben werden, in dem normalerweise die IP-Adresse oder der DNS-Name des Verbindungsservers eingetragen wird. Hier müssen Benutzernamen und Kennwort eines Nutzers angegeben werden, der Mitglied der oben erwähnten Gruppe ist.

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Vergleich zwischen XenDesktop und Horizon View

Das Direct-Connection-Plug-in funktioniert mit sämtlichen Client-Typen, einschließlich PcoIP-Zero-Clients. Laut Systemvoraussetzungen müssen die virtuellen Desktops auf ESXi basieren, doch auch eigene Tests des VADC-Plug-ins auf anderen Systemen (physisch wie auch in VMware Workstation) waren ebenfalls erfolgreich – allerdings muss für solche Fälle während der Installation des Horizon View Agent ein Verbindungsserver online sein, da die Installation das Ablaufen der Windows-Installation in einer ESXi-VM prüft und im Bedarfsfall die Eingabe der Adresse eines Verbindungsservers erforderlich ist. 

Sind der View-Agent und das Direct-Connection-Plug-in erst einmal installiert, kann die virtuelle Maschine direkt angesprochen werden.

Sollen zusätzliche Einstellungen konfiguriert werden, die normalerweise mit Richtlinien in Horizon View festgelegt würden, so wie etwa die Verfügbarkeit der USB-Schnittstellen, dann kann dies mit Einträgen in der System-Registry des virtuellen Desktops durchgeführt werden. Die Schlüssel und Werte hierfür finden sich im englischsprachigen Artikel VMware Horizon View Agent Direct-Connection Plug-in Administration.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2015 aktualisiert

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