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Überblick über Profile und Vorlagen in System Center Virtual Machine Manager

Vor allem in großen Umgebungen wird das manuelle Management schnell mühsam. Hier helfen Profile und Vorlagen in System Center Virtual Machine Manager.

Wenn eine virtuelle Umgebung nach oben hin skaliert, muss sichergestellt werden, dass die Bereitstellung von virtuellen Maschinen (VMs) und Anwendungen konsistent mitwächst. Neue VMs müssen den etablierten Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens entsprechen und einfach zu erstellen sein.

Microsoft vereinfacht diesen Vorgang durch Profile und Vorlagen in System Center Virtual Machine Manager (SCVMM).

VM-Templates und Profile dienen Administratoren dazu, gängie Konfigurationen zu speichern und wiederzuverwenden. Profile und Vorlagen werden über die SCVMM-Bibliothek bereitgestellt. Abbildung 1 zeigt die drei unterschiedlichen Arten an VM-Vorlagen sowie die sechs unterschiedlichen Profile.

Profile wie auch Vorlagen sollen also die Notwendigkeit manueller Konfiguration minimieren helfen, indem eine Konfiguration einmal erstellt wird und anschließend so oft wie nötig wiederverwendet werden kann. Sowohl Profile als auch Templates dienen der Wiederverwendung einer Konfiguration, der Unterschied besteht letztlich in der möglichen Feingliederung der Konfiguration.

Profile erlauben granularere Konfigurationseinstellungen als Templates, beispielsweise für Hardwarezuweisungen oder Anwendungen. Vorlagen wiederum beziehen sich auf größere Objekte, etwa ganze virtuelle Maschinen.

Abbildung 1: VM Vorlagen und Profile werden über die Library Fabric angeboten.

VM-Templates in SCVMM einrichten

SCVMM bietet drei unterschiedliche Arten von Vorlagen an: Dienstbereitstellung, Dienstvorlagen und Vorlagen für virtuelle Maschinen. Vorlagen für virtuelle Maschinen dienen, wie man ganz einfach annehmen kann, dem Anlegen einer VM. Diese Vorlagen sind mit vorkonfigurierten virtuellen Festplatten verbunden, die mit Sysprep konfiguriert wurden, wodurch sie als Deployment-Image für neue virtuelle Maschinen verwendet werden können.

Dienstvorlagen dienen dagegen der Bereitstellung neuer Dienste. Auch wenn es natürlich verführerisch ist, sich einen Dienst so ähnlich wie einen Systemdienst vorzustellen, besitzt das Wort Dienst hier eine ganz andere Bedeutung. SCVMM definiert einen Dienst als eine Sammlung vorkonfigurierter virtueller Maschinen, die zur gemeinsamen Bereitstellung als einzelne Entität entworfen wurden. Während Vorlagen für virtuelle Maschinen nützlich für die Bereitstellung einer einzelnen virtuellen Maschine sind, dienen Dienstvorlagen also der Bereitstellung von Multi-Tier-Anwendungen, die über mehrere VMs hinweg operieren.

Auch wenn die Konsole von SCVMM Dienstbereitstellungen als eigenen Vorlagentyp anbietet, sind diese eigentlich nur Dienste, die während der Konfiguration der Einstellungen für die Bereitstellung einer Dienstinstanz gespeichert wurden. Objekte, die als Dienstbereitstellung aufgeführt werden, wurden noch nicht bereitgestellt.

SCVMM-Profile erstellen

System Center 2012 R2 Virtual Machine Manager ermöglicht die Erstellung von sechs unterschiedlichen Arten von Profilen: Guest OS Profiles, Hardware Profiles, Capability Profiles, Physical Computer Profiles, Application Profiles und SQL Profiles. Die letzten vier genannten Profile sind seit System Center 2012 VMM neu hinzugekommen.

Application Profiles: Automatisierte Bereitstellungen virtueller Maschinen wären von eingeschränktem Nutzen, wenn die virtuellen Maschinen nur ein Betriebssystem mit sich brächten. Profile für Anwendungen definieren SCVMM gegenüber, wie Anwendungen installiert werden. Profile für Anwendungen können mit Anwendungen für App-V, Microsoft Web Deploy Anwendungen und Microsoft SQL Server Data Tier Anwendungen genutzt werden.

Capability Profiles: SCVMM ist nicht nur ein Werkzeug für die Verwaltung von VMs und Hyper-V-Hosts. SCVMM kann auch genutzt werden, um auf Basis von Hyper-V Ressourcen einer Private Cloud zu verwalten. In dieser Art Private-Cloud-Umgebungen können Capability Profiles als Möglichkeit zur Einschränkung der Ressourcen verwendet werden, auf die VMs innerhalb der Private Cloud Zugriff haben.

Guest OS Profiles: Profile für Gastbetriebssysteme werden bei der Bereitstellung virtueller Maschinen für die automatische Konfiguration von Betriebssystemen genutzt. Ein Profil für ein Gastbetriebssystem ähnelt einer Sysrep-Antwortdatei und kann Konfigurationsobjekte enthalten, so wie etwa Produktschlüssel und Kennwörter, die beim Einrichten der VM verwendet werden.

Weitere Artikel zu SCVMM:

Tipps zur SCVMM-Konfiguration.

Bibliothekserver für SCVMM einrichten.

Oft übersehene SCVMM-Einstellungen.

Hardware Profiles: Ein Profil für Hardware legt die Zuordnung der Hardware bei der Neuanlage virtueller Maschinen fest. Wird eine virtuelle Maschine manuell angelegt, so müssen Informationen wie der Umfang des Hauptspeichers oder die Anzahl der zugewiesenen virtuellen Prozessoren angegeben werden. Hardware Profiles ermöglichen das Speichern dieser Informationen, womit virtuelle Maschinen dann ohne manuelles Eingreifen des Administrators in die Hardwarezuweisung bereitgestellt werden können.

Physical Computer Profiles: Profile für physische Computer wurden mit System Center 2012 R2 Virtual Machine Manager als Ersatz für Host-Profile eingeführt, die wiederum mit SCVMM 2012 neu integriert wurden. Profile für physische Computer können als Werkzeug zur automatischen Provisionierung physischer Computer als neue Hyper-V-Hosts eingesetzt werden.

SQL Profiles: Für die Bereitstellung von Microsoft SQL Server Data Tier Anwendungen können zwar Application Profiles genutzt werden, allerdings funktioniert eine Data Tier Anwendung nicht ohne Datenbank-Engine. Profile für SQL Server ermöglichen es Administratoren, automatisch eine SQL-Server-Instanz zur Nutzung mit einer Microsoft SQL Server Data Tier Anwendung zu konfigurieren.

VM-Templates und Profile bieten in SCVMM also die Möglichkeit zur automatisierten Bereitstellung virtueller Maschinen und Anwendungen. Auch wenn dabei jede Vorlage und jedes Profil spezifische Anwendungsfälle abdeckt, ist der gemeinsame Einsatz sowohl von Vorlagen als auch von Profilen gängige Praxis. So könnte zum Beispiel ein VM-Image auf Basis eines SCVMM-Profils für Hardware und eines Guest OS Profiles erstellt werden, um es anschließend in eine VM-Vorlage umzuwandeln.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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