Tipps zum richtigen Assessment von Cloud-Anwendungen und –Kosten

Cloud-Computing ist inzwischen in den meisten Unternehmen angekommen. Noch immer gibt es aber viele Probleme mit Kosten und Cloud-Anwendungen.

Die meisten Unternehmen haben inzwischen mehr als zwei Jahre Erfahrung mit Cloud-Computing und fast jeder Großkonzern betreibt irgendwo Applikationen in der Cloud. Trotz der großen Verbreitung der Cloud haben aber noch immer viele Unternehmen ihre Bedenken. 

Damit Cloud-Computing sein volles Potenzial ausschöpfen kann, müssen genau diese Bedenken von Cloud-Anbietern und IT-Planern adressiert und ausgeräumt werden. Genau die sind es nämlich, die Service- und Bereitstellungsmodelle sowie effektive Kosten von integrierten Applikationen, Cloud-Governance und Cloud-Security bewerten.

CIOs und CFOs sind sich meist darin einig, dass der größte Problembereich beim Thema Cloud die richtige Bewertung der Kosten ist. Dabei geht es weniger um die einfachen Kosten von Cloud-Computing, sondern vielmehr darum, wie sich vorhandene Kosten durch Cloud-Computing jenseits von klassischen IaaS-Diensten (Infrastructure-as-a-Service) verändern.

Das fängt schon mit der ziemlich grundlegenden Frage an, welches Service-Modell das richtige ist. IaaS hat typischerweise die niedrigsten Kosten bei der größten Anzahl konkurrierender Anbieter. 

Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS) dagegen reduzieren meist auch die Lizenz- und Betriebskosten. Die meisten Unternehmen haben tatsächlich Schwierigkeiten zu verstehen, was das in ihrer Umgebung für Auswirkungen hat und sträuben sich dann, über IaaS-Modelle hinauszugehen.

Die zweite Herausforderung bei der Kostenbewertung kommt anschließend bei der Auswahl der Hosting-Optionen. Möglichkeiten wie dedizierte Server, Verfügbarkeitszonen und VPN-Integration erhöhen natürlich die Kosten, können aber Verfügbarkeit und Performance spürbar erhöhen. 

Rechtfertigen diese Vorteile die höheren Kosten? Die meisten Unternehmen haben noch immer Probleme, diese Fragen für sich zu beantworten.

Cloud-Anwendungen sind groß im Kommen

Damit zusammen hängt oft Wahl der Web- oder Plattform-Services, die Cloud-Anbieter wie Amazon im Portfolio haben. Diese Services reichen von Management-Tools für Datenbanken über ausgefeiltes Workflow-Management bis hin zu Content-Caching. 

Beinahe jede Cloud-Anwendung könnte zumindest von einer dieser Hosting-Funktionen profitieren. In diesem Fall besteht die Schwierigkeit aber darin, diese Funktionen in die eigene Applikation zu integrieren. Meistens müssen die entsprechenden Applikationen auf die Services zugreifen, was eine Änderung der Anwendung  zu Folge haben müsste.

In manchen Fällen werden Anwendungen dabei so stark umgeschrieben, dass sie extrem Cloud-spezifisch werden – Cloud-Applikationen eben. Meist sind es Startups, die Anwendungen von Anfang an für die spezifische Verwendung in der Cloud entwickeln, wo diese Cloud-Applikationen besser verteilt werden können und eine höhere Performance und Verfügbarkeit besitzen. Traditionelle Unternehmen dagegen haben derzeit noch Schwierigkeiten, sich so stark auf die Cloud einzulassen.

Der dritte Problembereich dreht sich um Agilität in der Cloud. Die meisten Führungskräfte glauben, dass die Fähigkeit zum schnellen Kopieren von Anwendungskomponenten ein geschäftskritischer Vorteil sei. Die Herausforderung besteht darin festzulegen, welche Technologie genutzt werden soll, was sie kostet und welchen Vorteil sie gegenüber anderen besitzt.

Skalierung und Failover-Mechanismen erfordern meist eine Art Load-Balancer oder Workflow-Management, also eine neue, spezifische Komponente. Grundlegende Fragen bei dieser Überlegung wären:

  • Wo soll diese ausgeführt werden, in der Cloud oder im eigene Data Center?
  • Welche Anforderungen und Einschränkungen geben vor, ob die Skalierung in der Public Cloud, der Private Cloud oder im Data Center erfolgt?
  • Welche Konsequenzen hat das Hosting in der Public oder Hybrid Cloud für die Performance und Verfügbarkeit?

Der letzte Punkt ist wahrscheinlich der bekannteste, auch wenn er sich wohl am wenigsten tatsächlich auf mögliche Projekte auswirkt. Sicherheit und Governance funktionieren in der Cloud anders. Noch schlimmer ist, dass die Unterschiede sehr stark davon abhängen, wie die Cloud genutzt wird und wie sich Cloud-Komponenten zum Test der Unternehmens-Infrastruktur verhalten.

Interne Audits von Applikationen weisen häufig eine Fehlerquote von mehr als 60 Prozent auf, weil die Gutachter einfach nicht alle Teile der Anwendung sehen. Was sie nicht sehen, weil es in der Cloud liegt, können sie auch nicht begutachten. Compliance- und Sicherheitsprobleme sind da quasi vorprogrammiert.

Eine große Herausforderung bei Cloud-Governance und -Sicherheit besteht schließlich auch darin, dass Gutachter und Cloud-Planer selten gewohnt sind, in Kategorien bereitgestellter Applikationen zu denken, die verschiedene Zustände mit unterschiedlichen Funktionalitäten sowie Sicherheits- und Compliance-Anforderungen vorliegen. 

Aber genau diese Applikationen mit sich ändernden operativen Zuständen gibt es immer mehr im Data Center, weil sie eine Reaktion auf die Bemühungen darstellen, Arbeitnehmer in heutigen Zeiten effektiver mit nützlicheren Informationen zu versorgen.

Cloud-Probleme adressieren

Die Lösung für all diese Probleme liegt in einem besseren Projektmanagement und ausgedehnten Testreihen mit Cloud-Applikationen. Damit sollten sich alle Cloud-Technologien identifizieren und im Nachgang entsprechend bewerten lassen. Durch ein besseres Projektmanagement lassen sich zudem die Betriebszustände von Cloud-Anwendungen besser identifizieren, die abgesichert werden müssen.

Anwender berichten aber immer wieder, dass bessere Management-Praktiken alleine nicht ausreichen. Aus diesem Grund sind operative Testläufe unumgänglich, um die tatsächlichen Kosten zu verdeutlichen, Alternativen aufzuzeigen und die Stellen zu identifizieren, wo Sicherheit, Governance und Compliance noch verbessert werden müssen.

Operative Testläufe sind auch der Punkt, an dem Tools und Techniken des Application Lifecycle Managements sowie für Deployment und Betrieb ins Spiel kommen. Hier ist es vor allem wichtig, über bestehende Anwendungen hinaus zu planen, um auch für zukünftige Anforderungen gerüstet zu sein. 

Andernfalls könnte ein Cloud-Projekt leicht verkompliziert werden, indem Tools und Prozesse kurzfristig angepasst werden müssen. Das ist sicherlich kein Rezept für den Erfolg in der Cloud.

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Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

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