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Tipps für das Upgrade von Blade- und Rack-Servern

Beim Server-Upgrade gilt es, zwischen Rack- und Blade-Server zu unterscheiden. Für beide Server-Arten gelten unterschiedliche Update-Strategien.

Für die meisten Unternehmen führt irgendwann kein Weg mehr vorbei an einem Upgrade der bestehenden Serverinfrastruktur. Je nachdem, ob es sich bei der vorhandenen Server-Farm um traditionelle Rack-Server oder um Blade-Server handelt, unterscheidet sich allerdings auch der Upgrade-Prozess.

In diesem Artikel betrachten wir die Designunterschiede zwischen Blade- und Rack-Servern und die Auswirkungen dieser Unterschiede auf mögliche Upgrade-Entscheidungen im Rechenzentrum.

Designunterschied zwischen Rack- und Blade-Servern

Um die möglichen Upgrade-Optionen besser verstehen zu können, sollte man zunächst die Unterschiede bei Design und Zertifizierungsprozess betrachten. Blade-Server sind sehr dicht konfigurierte Hardwareblöcke, die durch die Integration miteinander als ein konzertiertes Ganzes entworfen werden. Alle Komponenten von Blade-Servern, inklusive Stromversorgung, Switches, Motherboards und Adapter sind meist proprietär für eine spezifische Blade-Familie entwickelt und vom entsprechenden Hersteller für die Verwendung getestet und zertifiziert worden.

Es gibt allerdings auch einen Nachteil an diesem engen Zertifizierungs- und Testprozess: Er ist zeitaufwändig, was sich in längeren Designzyklen für Blade-Server niederschlägt, zudem sind meist auch die Upgrade-Optionen eingeschränkt.

Bei Blade-Servern gibt es eine starke Herstellerbindung. Ob Gewährleistungsbedingungen, nicht-standardisierte Verpackungen oder Signaturen auf Laufwerken – kommerzielle Standardprodukte von der Stange in einer Blade-Server-Umgebung einsetzen zu wollen, ist meist nicht möglich. Mit Standardsystemen sind dabei CPUs, Laufwerke oder auch Hauptspeicher gemeint, die aufgrund der Gewährleistungsproblematik nicht in den Blade-Servern verwendet werden können.

Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass Hersteller eine spezifische Blade-Familie womöglich nicht die vollen acht bis zwölf Jahre lang verfügbar halten, die Gehäuse, Infrastruktur und IT-Prozesse darum herum möglich machen würden. Mit anderen Worten: Manchmal kann ein Upgrade gar keine Option sein. Beispielsweise verfügen Blade-Server in der Regel über geschaltete Busplatinen, die mit einer vorgegebenen Verbindungsgeschwindigkeit laufen. Gegenwärtig verdoppeln sich die Ethernet-Geschwindigkeiten aber alle 18 Monate, womit Blade-Server die Vorteile schnellerer Ethernet-Geschwindigkeiten über Jahre hinweg nicht realisieren können.

Das Upgrade von Rack-Servern ist da grundsätzlich deutlich einfacher zu bewerkstelligen und fällt typischerweise in eine von zwei Kategorien: Zum einen gibt es herstellerspezifische Konfigurationen, in denen Rack-Server ausschließlich zertifizierte Teile aufweisen. Während dieses Vorgehen natürlich einerseits die Nutzung nicht-zertifizierter Komponenten verhindert, so funktionieren in der Realittä doch meist auch alle Standardkomponenten, die über Distributoren oder anderen Zulieferern beschafft werden, genauso gut wie die explizit zertifizierten, sind dabei aber natürlich deutlich kostengünstiger als die proprietären, herstellerabhängigen Komponenten.

Die zweite Kategorie wäre die der völlig offenen Rack-Server, üblicherweise von einem Hersteller mit aggressiver Preispolitik erworben oder sogar aus gebrauchten Teilen zussammengesetzt. Diese Server können problemlos kostengünstige Standardkomponenten verwenden, was in der Regel zu einer sehr guten Upgrade-Fähigkeit führt.

Upgrade-Optionen für Blade- und Rack-Server

Sowohl mit Blade- als auch mit Rack-Servern können IT-Teams die Server-Leistung erhöhen, indem der verfügbare Arbeitsspeicher vergrößert wird und den Workloads mehr davon zur Verfügung gestellt wird. Ein perfektes Beispiel hierfür wäre eine In-Memory-Datenbank, die einen Leistungszuwachs von bis zu 100 Prozent bedeuten kann.

Den Hauptspeicher zu erweitern belastet im Gegenzug allerdings in der Regel das Massenspeicher-Subsystem, da das dann effizientere System auch mehr Daten verarbeiten können muss. Hier ist es dann an der Zeit, alte und langsame Festplatten gegen Solid State Drives (SSDs) auszutauschen. Die deutlich schnellere SSD wird einen enormen Performance-Vorteil schaffen, da sie einen großen Flaschenhals aus dem Weg räumt, den noch immer viele Administratoren unterschätzen.

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Werden diese beiden Komponenten gleichzeitig ausgetauscht, dann kann alleine das der Server-Farm durchaus noch einige weitere Jahre an Laufzeit bescheren. Die wirtschaftliche Abwägung sollte dabei ebenfalls positiv ausfallen, da die Komponenten für das Upgrade normalerweise deutlich weniger kosten als neue Server.

Ein solches Upgrade mag in einem Blade-Server nicht wirtschaftlich darstellbar sein, wenn der Lieferant das Gilette-Prinzip der Rasierer und Rasierklingen einsetzt: Die notwendigen Komponenten haben womöglich noch gar nicht den Markt erreicht. Dies kann Blade-Nutzer in die Zwangslage bringen, über den typischen Ersatzzeitpunkt hinaus noch zusätzliche zwei oder sogar vier weitere Jahre an der bestehenden Konfiguration festhalten zu müssen. Im Ergebnis erhält man dann im Vergleich zum Rest des Markts weniger effiziente Server.

Netzwerk-Upgrades haben einen anderen Einfluss als das Upgrade eines Servers. Zunächst ist hierfür ein unternehmensweites Upgrade nötig, um die vollen Vorteile zu realisieren. Schon einige wenige Nodes mit der alten, langsameren Netzwerkgeschwindigkeit bergen die Gefahr, den kompletten Workflow auszubremsen.

Für Rack-Server ist das wiederum kein großes Thema, hier ist es recht einfach, eine neue Netzwerkkarte einzubauen, wenn ohnehin Hauptspeicher und Laufwerke ausgetauscht werden. Die Architektur ist üblicherweise dieselbe, so dass das Austauschen der Komponenten kein Problem darstellen sollte. Bei Blade-Servern kann es dabei schon eher zu Problemen kommen, da die Architektur hier meist veraltet ist und sämtliche Switch-Funktionen ausgetauscht werden müssen.

Statt eines Upgrades einzelner Komponenten kann ultimativ natürlich auch eine vollständige Erneuerung in Frage kommen, aber auch hierbei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen für Blade- und Rack-Server. Blade-Server benötigen eine Laufzeit von acht bis zwölf Jahren, um ökonomisch rentabel zu sein, was aber heutzutage völlig gegen den Markttrend geht. Die typische Lebensdauer von Rack-Servern liegt dagegen bei lediglich drei bis vier Jahren, danach sollte entweder ein Hardware-Upgrade oder ein kompletter Austausch folgen.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

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