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Snapshot-Verwaltung mit SUSE Snapper, YaST und Btrfs

Mit SUSE Snapper lassen sich Btrfs-Snapshots für SUSE Linux Enterprise Server und openSUSE anlegen. Die Verwaltung erfolgt über die Kommandozeile.

SUSE Linux Enterprise Server (SLES) gehörte zu den ersten Linux-Distributionen, die das Btrfs-Dateisystem unterstützten. Einer der Vorteile von Btrfs ist die Möglichkeit, Snapshots anzulegen. Um Btrfs-Snapshots zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie sie sich zu Btrfs-Subvolumes verhalten.

Ein Subvolume ist dabei ein unabhängiger Namensraum auf einem Btrfs-Dateisystem, also etwa ein Verzeichnis, das mit bestimmten Attributen gemountet wird und für welches spezifische Funktionen aktiviert sind. Btrfs-Snapshots arbeiten auf dieser Subvolume-Ebene.

Btrfs-Snapshots mit Copy-on-Write

Btrfs-Snapshots basieren auf der Copy-on-Write-Methode, bei der die Datenblöcke gesichert werden, noch bevor sie modifiziert werden. Copy-on-Write macht es damit einfacher, zu einem früheren Zustand der Daten zurückzukehren.

Btrfs-Snapshots nutzen Copy-on-Write, um den Zustand der Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt festzuhalten. Anfangs enthalten die Snapshots noch keine Datenblöcke, wachsen aber mit jeder Veränderung an den Dateien. Je länger ein Snapshot also besteht, desto mehr modifizierte Blöcke enthält er auch – und umso größer wird er. Administratoren können dann den Snapshot mounten, was das Wiederherstellen eines früheren Dateizustandes oder den Vergleich des aktuellen mit einem früheren Zustand vereinfacht. Administratoren können aber auch manuell einen Snapshot eines Btrfs-Subvolumes anlegen, um den aktuellen Zustand des Subvolumes festzuhalten.

So funktionieren Btrfs-Snapshots mit Snapper

Während der Befehl btrfs ein Interface zum manuellen Anlegen eines Snapshots hervorbringt, legt das Snapper-Tool automatisch Snapshots an, die vorher über das SUSE-Konfigurations-Tool YaST oder zypper konfiguriert werden. Auch wenn Software installiert wird oder über YaST Kofigurationsänderungen vorgenommen werden, legt Snapper automatisch einen Snapshot an. Falls es dann zu einem späteren Zeitpunkt zu Konfigurationsfehlern kommt, können diese Snapper-Snapshots als Basis für die Wiederherstellung eines früheren Systemzustandes verwendet werden.

Snapper enthält eine Timeline der angefertigten Snapshots, mit der sehr leicht bestimmte Systemzustände wiederhergestellt werden können. Snapper löscht auch automatisch alte Btrfs-Snapshots und bietet eine Kommandozeile zur Verwaltung der Snapshots.

Ein weiterer Vorteil von Snapper ist die mögliche Integration in das GRUB2-Boot-Menü. Über dieses Boot-Menü lässt sich auch ein älterer Systemzustand booten, um so einen Zustand vor möglichen Systemänderungen wiederherzustellen. Das Wiederherstellen eines Snapper-Snapshots auf SUSE Linux Enterprise Server (SLES) 12 und neuer oder openSUSE 12 und neuer funktioniert dabei folgendermaßen:

  1. Auf einer Root-Konsole wird snapper list eingegeben. Daraufhin erscheint eine Liste aller vorhandenen Snapshots.
  2. Der Befehl snapper create -d "mysnapshot" erstellt einen Snapshot mit dem Namen „mysnapshot“.
  3. Über einen Editor wird der Datei /etc/hosts eine Zeile hinzugefügt. Dabei spielt es keine Rolle, was tatsächlich in der Zeile steht, solange es nicht zu Konflikten mit der aktuellen Konfiguration kommt. Daher sollte die Zeile idealerweise einfach mit dem Kommentarzeichen (#) beginnen.
  4. Anschließend wird über den Befehl YaST snapper das YaST-Snapper-Modul gestartet, der soeben erstellte Snapshot ausgewählt und Show Changes ausgewählt. Daraufhin sollte die Datei /etc/hosts angezeigt und so die damit vorgenommene Änderung deutlich gemacht werden.
  5. Zu guter Letzt kann YaST geschlossen und erneut der Befehl snapper list eingegeben werden. Daraufhin sollte ein neuer Snapshot mit dem Namen YaST snapper zu sehen sein, sowohl der mysnapshot-Snapshot als auch der YaST-Snapper-Snapshot sollten zudem durchnummeriert sein. Nun können über snapper diff 2 – abhängig von der gewünschten Snapshot-Nummer – die Unterschiede zwischen verschiedenen Snapshots angezeigt werden.

Das SUSE-Tool Snapper bietet eine gute Kommandozeile, über die Administratoren Snapshots verwalten und frühere Systemzustände wiederherstellen können. Snapper ist dabei vor allem im Zusammenhang mit GRUB2 sehr hilfreich, weil sich so frühere Systemzustände über den Boot-Manager wiederherstellen lassen, wenn ein Server gar nicht mehr hochfährt.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

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