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SCVMM: Was man bei einer Private Cloud beachten muss

Vor dem Anlegen einer Private Cloud mit SCVMM müssen zuerst einige Punkte beachtet und zum Beispiel Host-Gruppen, Library-Server und die virtuelle Netzstruktur definiert werden.

Mit SCVMM (System Center Virtual Machine Manager) von Microsoft ist es ein Leichtes, ein Private-Cloud-Angebot zu erstellen. Es ist allerdings wichtig, die dafür benötigten Ressourcen bereits im Vorfeld bereitzustellen. Dazu gehören Host-Gruppen, Library-Server, Netzwerke und Storage.

Wenn die Private Cloud mit dem Internet über eine VPN-Verbindung (Virtual Private Network) verbunden ist, können die Kollegen und Mitarbeiter Ihres Unternehmens auf die bereitgestellten Ressourcen über das interne Firmennetz oder auch über das Internet zugreifen. Die Private Cloud bleibt dabei sicher hinter der Firewall im internen Netz.

Es gibt vier Hauptkomponenten für Private Clouds: Netzwerk, Speicher, Server und Cluster. IT-Admins sollten diese Komponenten bereits vor dem Erstellen einer neuen Private Cloud vorbereiten. So sollten sie zum Beispiel vorher definieren, wie viele Host-Gruppen sie mit SCVMM erstellen wollen, bevor sie die Zahl der virtuellen Hosts festlegen. Aus dem gleichen Grund muss der benötigte Speicherplatz festgelegt werden, damit zum Beispiel nur wirklich wichtige Workloads und keine nur für die Entwicklung verwendeten virtuellen Maschinen (VMs) teure SSDs nutzen.

Vorbereiten und Erstellen von Host-Gruppen

Zur ersten Aufgabe gehört das Anlegen einer neuen Struktur für die Host-Gruppen in SCVMM. Wenn die private Cloud dann erstellt wird, kann ausgewählt werden, welche der vorhandenen Host-Gruppen dazu genutzt werden soll.

Die Host-Gruppen können entweder einzelne, virtuelle Stand-Alone-Hosts oder in einem Cluster zusammengefasste virtuelle Hosts enthalten. Host-Gruppen sollten aber auf jeden Fall auf Basis der physischen Gegebenheiten definiert werden. Wenn zum Beispiel Private-Cloud-Dienste sowohl für München als auch für Hamburg bereitgestellt werden sollen, dann sollten dafür auch zwei unterschiedliche Host-Gruppen in SCVMM angelegt und anschließend konfiguriert werden.

Standardmäßig erben untergeordnete Host-Gruppen die Einstellungen der übergeordneten Strukturen. Deswegen sollten Änderungen an einer speziellen Host-Gruppe gegebenenfalls erst dann gespeichert werden, nachdem die Einstellung zum Vererben deaktiviert wurde.

Aufsetzen und Konfigurieren von Library-Servern

Ein Library-Server in SCVMM ist vergleichbar mit einem Repository für Ressourcen, die für den Aufbau der gesamten Fabric benötigt werden. Auf einem Library-Server befinden sich zum Beispiel virtuelle Festplatten, ISO-Images von verwendeten Betriebssystemen, Skripte, Treiber und viele andere Objekte, die für die Nutzer der privaten Cloud benötigt werden. Außerdem enthalten die Library-Server auch Templates für SCVMM, weitere Service-Templates und wichtige Profile.

Alle für den ordnungsgemäßen Betrieb benötigten Daten sollten auf dem Library-Server gespeichert werden, so dass die Anwender später selbst darauf zugreifen und sie nutzen können. Viele Private-Cloud-Dienste ermöglichen so, dass die Nutzer sich selbst mit den von ihnen für ihre Arbeit benötigten Daten versorgen.

Wenn ein Anwender etwa ein Betriebssystem in einer VM installieren muss, dann sollte er dabei auf eine der ISO-Images auf dem Library-Server zurückgreifen und sich nicht selbst etwas aus dem Internet herunterladen.

Aufsetzen und Konfigurieren der Netzwerke

Das Netzwerk ist eine der wesentlichen Kernkomponenten für eine Private Cloud. Alle benötigten Netzwerkbestandteile wie logische Switches müssen deswegen definiert werden, bevor die Struktur für die private Cloud mit SCVMM festgelegt wird.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wenn es an das Erstellen der virtuellen Infrastruktur geht. So können etwa im Bereich der virtuellen Ports verschiedene Bandbreiten wie niedrig, mittel und hoch vorgegeben werden, die dann später beim Anlegen virtueller Netzwerke zur Verfügung stehen.

Konfigurieren und Klassifizieren des Speichers

SCVMM kann sowohl lokalen als auch entfernten Storage nutzen, egal, ob es sich dabei um direkt an die virtuellen Hosts angeschlossenen Speicher handelt oder um entfernte Geräte wie zum Beispiel eine SAN-Box (Storage Area Network).

Nach dem Hinzufügen von neuem Speicher muss er zunächst noch klassifiziert werden. Die Klassifizierung von Storage ermöglicht es festzulegen, welche Art von Platten für die virtuellen Workloads verwendet werden sollen. So sollen meist etwa keine teuren SSDs (Solid State Disks) für VMs genutzt werden, die nur zur Entwicklung dienen.

Um Storage zu klassifizieren, nutzt SCVMM Farben. So lassen sich etwa iSCSI- und Fibre-Channel-Speicher der Kategorie „Bronze“ zuordnen, während SSDs und andere teure Speichersysteme in der Kategorie „Gold“ eingeordnet werden. Später beim Anlegen der privaten Cloud können dann die passenden Systeme leichter ausgewählt werden.

Die Beispiele zeigen, dass, erst nachdem eine Ressource in SCVMM konfiguriert wurde, sie auch beim Erstellen der Private Cloud ausgewählt werden kann.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2018 aktualisiert

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