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Red Hat, Ubuntu, SUSE und Oracle: Linux-Distributionen für Xen-Umgebungen

Beim Support für Xen unterscheiden sich Linux-Distributionen deutlich. So eignen sich Red Hat, Ubuntu, SUSE und Oracle für die Xen-Virtualisierung.

Xen ist ein Open-Source-Hypervisor und erfreut sich vor allem in Cloud-Umgebungen immer größerer Beliebtheit. Abseits kommerzieller Hypervisoren wie vSphere oder Hyper-V steht Xen vor allem in Konkurrenz zu KVM.

Für Xen-Umgebungen bieten allerdings nur wenige Linux-Distributionen auch kommerziellen Support an, und selbst unter diesen Distributionen gibt es große Unterschiede.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal dürfte das für die eigene Umgebung erforderliche Support-Level sein, auf dieser Basis sollten die möglichen Linux-Distributionen bewertet werden.

Ubuntu

Xen ist Teil der Ubuntu-Repositories und wird deshalb auch von Canonical unterstützt, falls man einen entsprechenden Vertrag mit Canonical eingeht. Da es aber an einfach zu verwendenden Tools fehlt, ist es eher schwer, eine Xen-Umgebung mit Ubuntu aufzusetzen. Wer sich aber vor manueller Arbeit nicht scheut, der kann auf Basis von Ubuntu 16.04 LTS durchaus eine funktionierende Xen-Umgebung betreiben.

Die Standardplattform für Ubuntu ist allerdings KVM, daher erklärt sich auch der geringe Fokus, den Canonical auf Xen legt. Aus dem gleichen Grund ist es auch schwer, offizielle Informationen zum Support-Status von Xen auf Ubuntu durch Canonical zu erhalten. Aus all diesen Gründen fährt man wohl mit einer anderen Distribution besser, wenn der Xen-Hypervisor eingesetzt werden soll.

Red Hat Enterprise Linux (RHEL)

Die Haltung von Red Hat gegenüber Xen ist spätestens seit RHEL 6.0 aus dem Jahre 2010 klar, als Red Hat Xen aus den RHEL-Repositories entfernt hat. Bis heute gibt es damit keinen offiziellen, kommerziell unterstützten Weg mehr, Xen auf Basis von RHEL zu betreiben.

Wer Xen trotzdem auf Red Hat ausführen will, dem steht lediglich der Weg über CentOS offen. Mit CentOS lässt sich ein Repository konfigurieren, mit dem auch Xen installiert werden kann, was auch ganz gut funktioniert. Der einzige Nachteil: Es gibt eben keinen kommerziellen Support auf Enterprise-Niveau, um Xen auf CentOS zu betreiben.

SUSE Linux Enterprise Server (SLES)

Vor fast zehn Jahren, als SUSE noch zu Novell gehörte, gab es einen starken Fokus auf die Integration von Xen in SLES. Zu dieser Zeit übernahm Novell auch PlateSpin, ein auf das Management virtueller Umgebungen spezialisiertes Unternehmen. Die Novell-SUSE-Kombination führte mit Blick auf die Server-Virtualisierung bekanntlich nie zu einem großen Erfolg, SUSE erbte aber den Virtualisierungs-Fokus, vor allem auch mit Xen.

Derzeit unterstützt SUSE sowohl Xen als auch KVM. Da es zudem viele Unternehmen weltweit gibt, die ihre Virtualisierungs-Plattform auf Xen und SLES aufgebaut haben und sie noch immer betreiben, gibt es auch viele IT-Spezialisten, die sich mit dem SUSE-Support für Xen auskennen. Damit ist SLES eine der wenigen wirklich gut geeigneten Linux-Distributionen für Enterprise-taugliche Xen-Umgebungen.

Oracle Linux

Wie SUSE fährt auch Oracle zweigleisig und unterstützt sowohl Xen als auch KVM. Oracle bietet auch die auf Xen basierende Virtualisierungs-Plattform Oracle VM an. Oracle VM ist als Alternative zu VMware vSphere gedacht und ermöglicht das Erstellen und Verwalten virtueller Umgebungen über eine grafische Benutzeroberfläche. Auch Oracle ist also eine ideale Plattform, um virtuelle Maschinen auf Basis von Xen auszuführen.

Von den hier aufgeführten Linux-Distributionen eignen sich lediglich zwei für die Xen-Virtualisierung auf Enterprise-Niveau: SUSE und Oracle. Auch wenn SLES alles mitbringt, was man zum Bereitstellen von Xen-VMs benötigt, fehlt es hierbei doch an der gut integrierten Management-Plattform, wie sie Oracle bietet. Trotzdem gibt es natürlich unzählige Unternehmen, die Xen auf SLES betreiben. Wer aber eine komplett neue Umgebung aufsetzt, für den dürfte sich Oracle besser eignen.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2017 aktualisiert

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