Probleme und Reizthemen im Data Center: fehlende Standards beim Doppelboden

Beim Doppelboden gibt es kaum Standards. So entstehen viele Probleme bei Kühlung und Energieeffizienz.

Vom Berufsanfänger bis zum gestandenen Experten hat wohl jeder das eine oder andere Problem mit Anlage oder Betrieb eines Data Centers – oder wenigstens ein Lieblingsärgernis. Viele davon sind hausgemacht und ließen sich mit wenig Aufwand vermeiden. Hier machen sich zwei Mitglieder des Beirats von SearchDataCenter Luft und erzählen, was sie nervt und wie es zu beheben ist.

Bill Bradford, Senior-Systemadministrator, SUNHELP.org

Mein Lieblingsärgernis ist der Mangel an Standardisierung beim Bau von Rechenzentren. Jeder scheint hier seine eigene Strategie zu haben. Ich habe in verschiedenen Unternehmen  mit Doppelboden-Data Center oder Computer-Raum gearbeitet, und jedes hatte unterschiedliche interne Standards und Methoden für Dinge wie Verkabelung, Rack-Montage, Wartungszeiten, und so weiter  – einige davon waren nicht einmal dokumentiert.

Eine Möglichkeit zur Standardisierung besteht für IT-Administratoren darin, Bücher wie The Practice of System and Network Administration zu lesen – ein großartiges Hilfsmittel. Hat ein Unternehmen mehr als ein paar Racks, dann muss es dokumentierte Standards und Verfahren für die Infrastruktur implementieren. Administratoren können sich hier auch an den US-Telefongesellschaften orientieren: Viele der Bellcore-Standards (Bellcore, jetzt Telcordia Technologies) sind online verfügbar.

Robert McFarlane, data center design expert, Shen Milsom Wilke Inc.

Meine Lieblingsärgernisse lassen sich unter die allgemeine Überschrift „Grundlagen der Kühlungs- und Energieeffizienz“ fassen. Ganze Bände wurden darüber schon geschrieben. Doch Berater gehen nach wie vor durch Rechenzentren und sehen offene Racks, niedrig und ungleich eingestellte Thermostaten, Berge alter, ungenutzter Kabel, die unter Doppelböden die Luftzirkulation behindern, und nicht abgedichtete Öffnungen im Doppelboden. All das lässt sich leicht abstellen. Wir nennen das "niedrig hängende Früchte“: Dinge, die Sie leicht beheben und damit große Verbesserungen erreichen können.

Es gibt einfach keine Entschuldigung für offene Racks. Einklickbare Blenden und Platten mit Füllmaterial machen es leicht, ungenutzten Platz zu füllen und Nebenluft sowie rezirkulierte Heißluft zu vermeiden. Haben Sie das einmal abgestellt, gibt es keinen Grund mehr, Klimaanlagen zu kalt oder unterschiedlich einzustellen. Schaffen Sie mehr Kühlkapazität mit höheren Rückluft-Temperaturen – 27 statt der verbreiteten 22 Grad Celsius. Senken Sie die Feuchtigkeit von 50 auf 45 Prozent und stellen Sie alle Klimaanlagen auf dieselbe Temperatur ein, um die Effizienz der Kühlung zu maximieren.

Die Massen alter Kabel unter dem Fußboden sind am einfachsten loszuwerden: weg damit! Der größte Vorteil dieser Reinigungsaktion ist der erhöhte Luftstrom; lecken allerdings die im Doppelboden eingelassenen Löcher, dann ist das möglicherweise noch nicht das Ende Ihrer Probleme damit.

Jahrelang haben wir Löcher in Doppelböden gesägt, um Strom- und Netzwerk-Kabel sowie Rohre durch sie hindurchzuführen. Doch selten füllt so ein Kabel den Durchlass aus  – durch den Rest entweicht kühle Luft, die teuer produziert wurde und vermutlich zur Kühlung benötigt wird.

Werden Geräte verschoben, bleiben diese Löcher häufig offen, oder aufgeschnittene Platten werden nicht durch intakte ersetzt. Ich habe auch schon komplett fehlende Platten gesehen. Hat man sich einmal diese massive Luftverschwendung klargemacht, liegt es nahe, solche Öffnungen zu schließen. Wo tatsächlich Kabel oder Rohre durchlaufen, gibt es passende Dichtungen in Form von Bürstenstreifen, feuerfeste Neopren-Stopper und Kissen, die sich um das Kabel schmiegen. All diese Dichtungen sind sowohl für bestehende Einrichtungen also auch neue Rechenzentren geeignet; sie versiegeln alles, was irgendwo durch muss.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2013 aktualisiert

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