Implementierung von Anwendungen in einer VDI-Umgebung

Kompatibilität, Update-Frequenz und Kosten sind entscheidende Faktoren, wenn es um die Bereitstellung von Anwendungen in VDI-Umgebungen geht.

Betrachten Unternehmen den möglichen Einsatz einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI), wird viel Zeit in die Planung des virtuellen Betriebssystems investiert. Allerdings sollten Sie genauso viel Zeit in die Unterstützung sowie Updates von Anwendungen stecken.

Immerhin ist das Desktop-Betriebssystem nur die Plattform, auf der die Anwender die entsprechenden Applikationen nutzen. Zu den ersten Entscheidungen beim App-Support gehört, ob Sie die Programme direkt auf den virtuellen Desktops installieren wollen oder virtualisieren.

Eine schnelle Antwort darauf ist verlockend. Sieht man sich allerdings die Vor- und Nachteile im Detail an, sind weitere Überlegungen unausweichlich. Es gibt drei entscheidende Punkte, die Sie bei der Bereitstellung von Anwendungen in einer VDI-Umgebung berücksichtigen sollten.

Wie oft ändern sich die Anwendungen?

Nehmen Sie sich die Zeit und evaluieren Sie, wie viele Anwendungen Ihr Unternehmen im Einsatz hat und wie häufig diese Updates benötigen. Mit Update ist eine neue Versionen und nicht das Patch-Management gemeint. Es kommt darauf an, wie Ihre VDI-Umgebung implementiert ist. Allerdings gibt es Standard-Verfahren für das Patch-Management, die sich von physikalischen Desktop-Umgebungen kaum unterscheiden.

Die Anzahl der Anwendungen und die Häufigkeit der Änderungen sind wichtig. Damit ist ein administrativer Aufwand beim Prozess des Applikations-Managements verbunden. Dieser beeinflusst die Wahl der Methode der VDI-Anwendungs-Bereitstellung nachhaltig.

Nehmen wir an, Sie verwenden lediglich Microsoft Office. Neue Versionen gibt es in der Regel alle zwei oder drei Jahre. Aus diesem Grund ist es in Ordnung, Microsoft Office in Ihrem Master-Abbild für alle virtuellen Maschinen (VM) zu implementieren.

Geht man andererseits von der gleichen Situation aus, möchte aber Microsoft Office virtualisieren, sollten Sie sich folgendes überlegen: Die Installation einer virtuellen Infrastruktur für Anwendungen ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Außerdem gibt es bei der App-Virtualisierung eine erhebliche Lernkurve. Haben Sie nur wenige Anwendungen, die Sie unregelmäßig updaten, bedeutet die App-Virtualisierung zu viel Aufwand.

Haben Sie viele Anwendungen, die sich häufig ändern, sind möglicherweise virtualisierte Anwendungen der richtige Weg. In diesem Fall können Sie die Programme autark verwalten, ohne dass Sie dauernd neue Abbilder für das Desktop-Betriebssystem erstellen müssen.

Wie hoch sind die Kosten?

Die Kosten sind ebenfalls einen Gedanken wert. Dabei sollte man abwägen, welcher Ansatz der günstigere ist.

Wenn Sie sich für virtuelle Anwendungen entscheiden, benötigen Sie ein Produkt wie zum Beispiel Microsofts App-V. Natürlich sind mit jedem Tool, das Sie verwenden, Kosten für die  Lizenzierung verbunden. Zudem können Kosten für Schulungen und Implementierung anfallen.

Umgekehrt gilt, wenn Sie die Applikationen in die VDI-Images integrieren und nicht virtualisieren, liegen die primären Kosten beim Image-Management. Unabhängig von der verwendeten Methoden fallen administrative Kosten an. Allerdings ist das Image-Management arbeitsintensiver als die Anwendungs-Virtualisierung in Umgebungen, in denen Apps häufig aktualisiert werden.

Kompatibilität und Portabilität der Anwendungen

In Ihre Überlegungen sollte auch einfließen, dass Applikations-Virtualisierung nicht nur ein einfacheres App-Management verspricht. Es gibt noch weitere Vorteile. Zum Beispiel erlauben einige Tools für die Anwendungs-Virtualisierung die Benutzung von Programmen auf sonst inkompatiblen Geräten. In solchen Situationen lassen sich Anwendungen per Remote-Zugriff über das Internet zugreifen.

Außerdem kann Applikations-Virtualisierung in manchen Fällen Kompatibilitäts-Probleme lösen. Zum Beispiel ließen sich vor Microsoft Office 2013 keine zwei verschiedenen Office-Versionen auf demselben Computer installieren. Applikations-Virtualisierung kann das Problem lösen. Dieses Konzept lässt sich auf fast alle Anwendungen übertragen, die Kompatibilitäts-Problemen haben.

Es gibt leider kein Universalkonzept für den Einsatz von Anwendungen in einer VDI-Umgebung. Unternehmen müssen einen eigenen Weg finden, der ihre Bedürfnisse abdeckt. Als Faustregel gilt, dass sich Applikations-Virtualisierung besser für große Unternehmen, die einen hohen Aufwand bei der App-Verwaltung haben, eignet.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2014 aktualisiert

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