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Fünf Tipps zur Planung einer erfolgreichen OpenStack-Cloud

Die Bereitstellung und Implementierung von OpenStack bleibt eine komplexe Angelegenheit. Diese Profi-Tipps bieten Hilfe auf dem Weg zur Private Cloud.

OpenStack gilt derzeit als einer der heißesten Trends im Rechenzentrum und schafft eine offene Plattform auf Open-Source-Basis, mit deren Hilfe sich eine skalierbare Private Cloud aufbauen lässt. Anders als bei konkurrierenden Produkten von VMware oder Microsoft steht bei OpenStack eine über alle Komponenten einheitliche API-Schicht im Vordergrund, die für ein breites Ökosystem an Unternehmen und Entwicklern offensteht.

Mit einem halbjährlichen Release-Zyklus bringt OpenStack zudem eine enorme Innovationskraft mit sich, durch die die OpenStack-Community sehr schnell auf neue Anforderungen an das Cloud-Framework reagieren kann. Mit OpenStack Liberty, spätestens aber mit dem aktuellen Mitaka-Release, gilt OpenStack inzwischen auch als ausgereift genug für große Produktivsysteme und kommt branchenübergreifend in immer mehr Unternehmen zum Einsatz.

Trotzdem bleiben Bereitstellung und Management von OpenStack eine hochkomplexe Angelegenheit, die sich nur mit dem erforderlichen Fachwissen erfolgreich durchführen lassen. Andy Roberts, Principal Architect bei NetApp SolidFire, gibt Unternehmen für eine erfolgreiche OpenStack-Implementierung die folgenden fünf Tipps mit auf den Weg.

1. Von Anfang an das Ziel im Auge behalten

Zunächst einmal, so Andy Roberts, müsse man wissen, welches Ziel man mit dem Schritt hin zu OpenStack überhaupt verfolgen will. Geht es einfach um eine schnellere Bereitstellung von Services und Applikationen? Oder um einen möglichen Kostenvorteil gegenüber herkömmlichen IT-Infrastrukturen?

Im ersten Fall empfiehlt er, mit einer kleinen Test- und Entwicklungsumgebung zu beginnen, um diese Schritt für Schritt nach oben zu skalieren. Im zweiten Fall könne vor allem einer der großen Softwareanbieter mit eigener OpenStack-Version helfen, die bisherige IT-Umgebung schnell und möglichst kosteneffizient durch OpenStack abzulösen.

Allerdings sei der vermeintlich zu erwartende Kostenvorteil kein wirklich guter Grund für die OpenStack-Implementierung, vielmehr solle man sich auf die Vorteile von OpenStack konzentrieren, die andere Architekturen nicht oder nur unzureichend bieten können, beispielsweise Skalierbarkeit und Automatisierung.

Natürlich kann der Schritt hin zu OpenStack auch einen Kostenvorteil bringen, im schlimmsten Fall endet die OpenStack-Implementierung aber mit zwei unterschiedlichen Umgebungen, die dann beide Kosten verursachen. So oder so empfiehlt Andy Roberts aber, ausreichend Zeit einzuplanen und OpenStack in Etappen nach und nach in der gesamten Umgebung zu implementieren.

2. Für Alternativen offen bleiben

Auf jeden Fall sollte man sich laut Andy Robert nicht zu strikt auf einen Weg festlegen, sondern über die ganze OpenStack-Bereitstellung für mögliche Alternativen offen bleiben. Das Spektrum an unterschiedlichen OpenStack-Versionen reicht vom reinen Open-Source-OpenStack, das jeder kostenfrei herunterladen und nutzen kann, über integrierte Lösungen von NetApp Solidfire, VMware oder auch Red Hat bis hin zu vollständig verwalteten OpenStack-Bereitstellungen wie beispielsweise von Rackspace.

Aus dieser Bandbreite an OpenStack-Produkten müssen Unternehmen die für sie passende Variante wählen und immer wieder hinterfragen, wie viel Kontrolle sie über die OpenStack-Umgebung behalten wollen. Am einfachsten ist hierbei sicherlich die Nutzung einer vollständig verwalteten Lösung, bei der quasi sofort Workloads auf OpenStack migriert werden können. Dafür bietet diese Variante aber auch die geringsten Einflussmöglichkeiten auf die Infrastruktur. Durch die prinzipielle Offenheit von OpenStack sollte es Unternehmen dabei immer möglich bleiben, eine andere Bereitstellungsform zu wählen.

3. Den richtigen Anbieter wählen

Die für das eigene Unternehmen jeweils passende Bereitstellungsart von OpenStack hängt dabei maßgeblich mit der Wahl des richtigen Anbieters zusammen. Hier gilt es vor allem, so Andy Roberts weiter, den gefürchteten Vendor-Lock-in zu vermeiden, den OpenStack durch seine Offenheit ja eigentlich sowieso zu eliminieren verspricht.

Eine Migration von HPE Helion OpenStack beispielsweise zu Mirantis OpenStack, so Andy Roberts, sei aufgrund der unterschiedlich stark angepassten OpenStack-Komponenten enorm schwierig durchzuführen. So bietet das Cinder-Modul von OpenStack zwar eine einheitliche Programmierschnittstelle, über die mit Cinder interagiert werden kann, darunter liegen aber über 80 Treiber, die jeder OpenStack-Anbieter in unterschiedlichem Ausmaß an die eigenen Produkte anpasst. Je näher ein Anbieter dabei an der Open-Source-Version bleibt, umso einfacher der Wechsel zu einer anderen OpenStack-Version.

Bei der Auswahl eines OpenStack-Anbieters empfiehlt Andy Roberts aber nicht nur den genauen Blick auf das jeweilige Produkt, sondern auch auf das Verhältnis zur OpenStack-Community. Wie lange arbeitet das Unternehmen beispielsweise schon an OpenStack mit? Gibt es konstante Beiträge zum Quellcode oder nur einige wenige? Und betreffen sie generelle Verbesserungen in OpenStack oder sollen sie vor allem proprietärer eigener Technologie oder eigenen Projekten und Modulen zugute kommen?

Über diese Fragen lässt sich letztlich das Verhältnis eines OpenStack-Anbieters zur Community herausfinden. Hier gilt für Andy Roberts: Je besser ein Anbieter mit der OpenStack-Community vernetzt ist, umso besser wird er OpenStack auch unterstützen können.

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4. Balance zwischen Release-Zyklus und Stabilität

Ein großes Problem gerade für Produktivsysteme ist nach wie vor der schnelle Release-Zyklus von nur sechs Monaten, wodurch pro Jahr gleich zwei große Versionsupdates zur Verfügung stehen. Für OpenStack-Anwender bedeutet dies entsprechend alle sechs Monate einen enormen Aufwand, um OpenStack auf die jeweils neueste Version zu aktualisieren und anschließend zu testen – wenn der schnelle Release-Zyklus auch wirklich übernommen werden soll.

Letztlich ist es für Andy Roberts nämlich durchaus vorstellbar, auch einmal eine OpenStack-Version zu überspringen, vor allem dann, wenn die neuen Funktionen im jeweiligen Unternehmen keine unmittelbaren Vorteile versprechen. Der Königsweg wäre hier die volle Automatisierung des Installations- und Update-Prozesses, an dem viele OpenStack-Anbieter mit unterschiedlichsten Tools arbeiten.

5. Nicht nur Technologie, auch Prozesse ändern

Bei all der Konzentration auf die Technologie dürfte man aber auch die dazugehörigen Prozesse nicht vergessen. Wo früher Storage-, Server- und Netzwerk-Teams fast unabhängig voneinander gearbeitet haben, halte jetzt eine Software-defined-Ansatz Einzug in die IT-Abteilung, der eine wesentlich agilere und miteinander verzahntere Arbeitsweise erfordert. Andernfalls könne OpenStack die technologischen Vorteile gar nicht erst ausspielen. Dieser Schritt, so Andy Roberts, sei oft sehr viel schwieriger umzusetzen, als die eigentliche OpenStack-Bereitstellung.

Die Grundlage hierfür bildet ein umfassendes Verständnis von Konzept und „Sprache“ von OpenStack. Es reicht demnach nicht, sich auf einer abstrakten Ebene mit der Management-Oberfläche vertraut zu machen. So wie OpenStack-Anwender von ihrem Anbieter ein Engagement in der OpenStack-Community erwarten sollen, so müssen sie auch selbst aktiv werden und sich einen Platz im OpenStack-Ökosystem suchen. Für OpenStack-Administratoren gehört die Teilnahme an lokalen User Groups oder an Großveranstaltungen wie dem OpenStack Summit damit genauso zur Pflicht, wie die aktive Online-Recherche über Blogs oder Mailing-Listen.

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Artikel wurde zuletzt im August 2016 aktualisiert

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