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Drei zentrale Entscheidungen bei der VDI-Installation

Wenn ein Unternehmen seine Desktops virtualisieren möchte, muss es zahlreiche kritische Entscheidungen treffen. Drei zentrale Optionen vorgestellt.

Ganz analog, wie ein Fußballtrainer seine Spieler so aufstellen möchte, dass sie den Nutzen der ganzen Mannschaft maximieren, muss ein IT-Profi bei einer bevorstehenden Installation einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) entscheiden, wie er die Technologie optimal zum bestmöglichen Nutzen des ganzen Unternehmens einsetzen kann.

Die Entscheidungen laufen darauf hinaus, wo und wie Prioritäten gesetzt werden. Auf die gleiche Weise, wie ein Trainer seinen Star in die Offensive einbinden möchte, wollen IT-Profis sicherstellen, dass sie die richtige Backend-Infrastruktur für ihre VDI-Bereitstellung haben.

Wenn ein Unternehmen beschließt, seine Desktops zu virtualisieren, muss die IT-Abteilung zahlreiche kritische Fragen beantworten, die sowohl die Endbenutzer als auch das Unternehmen betreffen.

Desktop as a Service oder virtuelle Desktop-Infrastruktur?

Eine der ersten Entscheidungen betrifft die Auswahl des Ortes: Wo soll die IT ihre virtuellen Desktops hosten? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Bei Desktop as a Service (DaaS) lagert die IT die Backend-Infrastruktur an einen Service-Provider aus. Dieser hostet dann die Desktops. Bei einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) hingegen baut die IT-Abteilung die Backend-Infrastruktur selbst auf. Die virtuellen Desktops werden in diesem Fall im eigenen Haus gehostet. Wie meistens bei binären Entscheidungen gibt es aber auch hier keine reine Schwarz-Weiß-Wahl. Die IT-Abteilung kann DaaS und VDI auch miteinander kombinieren, wenn sie dies möchte.

Kurzfristig scheint eine Entscheidung für DaaS die naheliegende Wahl zu sein: Weil die IT-Abteilung die Infrastruktur nicht selbst kaufen und aufbauen muss, hat DaaS niedrigere Vorabkosten als VDI. Für DaaS sind von Beginn an nur relativ geringfügige Abonnementgebühren fällig. Auf lange Sicht summieren sich allerdings die DaaS-Abo-Gebühren. Und sie werden natürlich auch nicht kleiner werden oder gar wegfallen, weil die IT-Abteilung diesen Teil der Infrastruktur nie besitzt. Die Folge: Über mehrere Jahre hinweg können die Gesamtkosten für DaaS die hohen Anfangsinvestitionen für den Einsatz von VDI erreichen oder sogar übertreffen.

Aber es sind nicht nur die Kosten, die den Unterschied zwischen DaaS und VDI ausmachen. Anpassung und Performance sind zwei weitere Schlüsselfaktoren, die bei der Auswahl eine Rolle spielen sollten. Bei DaaS können IT-Profis die Infrastruktur ihrer Desktops nicht vollständig kontrollieren, weil sie keinen Zugriff darauf haben. Eine VDI-Installation auf der anderen Seite setzt die IT zwar unter Druck, die Backend-Infrastruktur zu erstellen, zu verwalten und zu warten. Gleichzeitig gibt VDI der IT aber viel mehr Kontrolle. Was wiederum aber auch bedeutet, dass sie sich um eventuelle Fehler selbst kümmern muss.

Passt Hyperkonvergenz gut?

Wenn die IT lieber eine eigene VDI-Installation betreiben möchte, sollte sie eine hyperkonvergente Infrastruktur (HCI) in Betracht ziehen. HCI erfordert zwar größere Investitionen, kann jedoch die Last des VDI-Managements verringern. Der Grund ist, dass HCI die Netzwerk-, Speicher- und Compute-Hardware unter einem Dach vereint. Da bei HCI alles an einem Ort ist, sollten die Komponenten nahtlos zusammenarbeiten. Das ist nicht immer der Fall, wenn die IT ihre Infrastruktur mit Teilen von verschiedenen Anbietern aufbaut.

Darüber hinaus ermöglicht die Zusammenlegung von Netzwerk-, Rechen- und Storage-Hardware an einem Ort ein effektiveres Management. Durch die Verringerung von Storage-Beschränkungen steigt auch die Anzahl der virtuellen Maschinen, die ein Unternehmen auf seiner VDI hosten kann.

Da HCI mindestens drei Hypervisor-Hosts pro Appliance benötigt, macht es keinen Sinn, HCI zu verwenden, wenn die IT-Abteilung nicht über mehrere hundert virtuelle Desktops verfügt. In der Regel ist es aber einfach, mit HCI zu skalieren, da die IT-Abteilung Hypervisor-Hosts wie Bausteine stapeln kann.

Daher ist HCI eine gute Option für alteingesessene Organisationen mit vielen Ressourcen, mit denen in die VDI-Installation investiert werden kann. Kleine bis mittelgroße Unternehmen sollten jedoch vor einer Investition in HCI sorgfältig nachdenken, da diese möglicherweise mehr Optionen bereitstellt, als sie tatsächlich benötigen.

Persistente oder nicht persistente Desktops?

Die Entscheidung zwischen persistenten und nicht-persistenten Desktops hängt davon ab, was die Anwender benötigen und wie viele Ressourcen die IT für VDI bereitstellen möchte.

Ein persistenter Desktop speichert die Änderungen eines Benutzers bei jeder Anmeldung. Wie bei einem physischen Desktop sind Einstellungen, Anwendungen, Hintergrundbilder und Farbschemata bei jedem Zugriff eines Benutzers auf seinen Desktop immer dieselben. Jeder Mitarbeiter, der Dateien und Einstellungen speichert, beansprucht allerdings auch schnell viel Speicherplatz. Daher muss die IT-Abteilung entscheiden, ob sie bereit ist, mehr Kapazität in ihrer VDI-Installation bereitzustellen, damit die Benutzer diese Einstellungen beibehalten können.

Möchte die IT-Abteilung die Personalisierungen und den Zugriff auf die Anwendungen nicht speichern, sind nicht persistente Desktops die bessere Option. Bei nicht persistenten Deployments werden die Desktops jedes Mal zurückgesetzt, wenn sich ein Benutzer abmeldet. Dadurch benötigen diese Desktops sehr wenig Speicherplatz. Der Nachteil ist natürlich, dass Benutzer keine Einstellungen oder App-Zugriffe speichern können.

Ob persistente und nicht persistente Desktops besser geeignet sind, wird in der Praxis meist von den Bedürfnissen der Anwender bestimmt. Wenn ein Unternehmen viele Mitarbeiter hat, die wenig IT-affin sind, wie Lagerarbeiter, Mitarbeiter die Daten eingeben oder Einzelhandelsmitarbeiter, kann es mit nicht persistenten Desktops gut fahren. Hingegen benötigen Power-User, wie Ingenieure und Entwickler, Wissensarbeiter sowie Finanz- und IT-Administratoren, Zugriff auf bestimmte Anwendungen und legen in der Regel viel Wert auf persönliche Einstellungen. Für diese Klientel passen persistente Desktops besser.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2018 aktualisiert

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