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Drei unterschiedliche Tool-Typen zum Monitoring der Mainframe-Performance

Für das Performance-Monitoring auf Mainframes gibt es drei unterschiedliche Arten an Tools. Alle drei haben ihre spezifischen Vorteile.

Mainframes produzieren eine Unmenge an Performance-, Ressourcen- und Diagnose-Daten. Um aus diesem Datenberg sinnvolle Rückschlüsse ziehen zu können, lassen sich spezielle Monitoring-Tools entwickeln oder auch einfach kaufen.

Entsprechende Mainframe-Tools können grob in drei Kategorien eingeteilt werden: Real-Time-, Near-Time- und Post-Processor-Tools. Bevor sich Unternehmen für eine Kategorie entscheiden, sollten die jeweiligen Stärken und Schwächen bekannt sein.

Real-Time-Tools: Echtzeit-Einblick in den Mainframe

Das Real-Time-Monitoring bietet einen Einblick in das Live-System des Mainframes, Prozesse können also überwacht werden, noch während sie ausgeführt werden. Manche Real-Time-Tools beinhalten auch Automatisierungserweiterungen, um so automatisch auf bestimmte Schwellenwerte oder Ereignisse reagieren zu können.

Die Vorteile von Real-Time-Tools liegen auf der Hand, immerhin kann man damit Probleme ohne Zeitverzögerung finden und diagnostizieren sowie darauf reagieren. Dieser Echtzeit-Einblick in den Mainframe kann dabei helfen, auch sehr kurzlebige oder unkritische Performance-Probleme aufzuspüren, allerdings sollten IT-Abteilungen ihre Rückschlüsse nicht aufgrund zu kleiner Zeitintervalle ziehen.

Der größte Nachteil von Real-Time-Tools ist die potenzielle Performance-Beeinträchtigung. Monitoring-Tools sind typischerweise sehr tief ins System integriert, und wenn dies unsachgemäß durchgeführt wird, dann können sie die Performance beeinflussen, die sie ja eigentlich nur messen sollen. Um diesem Problem vorzubeugen, begrenzen manche Tools die Menge und Details der Daten, die sie sammeln. Zudem besteht das Risiko, dass fehlerhafte Software das ganze System zum Absturz bringt.

Real-Time-Tools zum Performance-Monitoring sollten mindestens Messwerte zu Prozessor, I/O-Subsystem und Arbeitsspeicher liefern. Hersteller wie IBM oder BMC liefern aber zum Beispiel auch Tools für sehr spezifische Bereiche, etwa IBM Customer Information Control System (CICS) oder DB2, die auch Detailwerte für die entsprechenden Subsysteme beinhalten. Meist nutzen Mainframe-Tools zum Real-Time-Monitoring textbasierte Benutzeroberflächen. Auch wenn manche Tools grafische Benutzeroberflächen aufweisen, sehen diese meist wie schlecht adaptierte 3270-Bildschirme aus.

Near-Time-Tools: Eine bunte Mischung Mainframe-Daten

Mit Near-Time-Monitoring lässt sich die Lücke zwischen Echtzeit-Einblick und historischer Verlaufsanalyse überbrücken. In IT-Abteilungen werden diese Monitoring-Tools genutzt, um im Nachhinein Probleme zu lösen, während trotzdem noch lesbare Daten vorhanden sind.

Near-Time-Tools stellen eine bequeme Möglichkeit dar, sich durch Datenberge zu wühlen. Manche bieten sogar Einstellmöglichkeiten für unterschiedliche Untersuchungsintervalle, was die Analyse noch einfacher macht. Ein großer Vorteil von Near-Time-Tools ist das geringe Risiko, die Performance negativ zu beeinträchtigen, weil sie nicht tief in das System eingehängt werden müssen, sondern mit bereits gesammelten Daten arbeiten.

Auf der anderen Seite besteht damit aber auch die Gefahr, manche Probleme zu übersehen. Eine dreisekündige Verzögerung im I/O-Subsystem, die eine zeitkritische Transaktion ausbremst, könnte in einem Zeitintervall von mehr als einer Minute leicht untergehen. Um diesem Problem zu begegnen benötigen Administratoren ein kleineres Zeitintervall, die Möglichkeit zur Autoamtisierung oder gänzlich andere Monitoring-Tools.

IBM Resource Measurement Facility Monitor III (RMFWDM) ist ein Beispiel für ein Near-Time-Tool zum Performance-Monitoring, das RMF-Daten für den schnellen Zugriff in VSAM-Datensets sammelt. Die Datensätze lassen sich in 60-Sekunden-Schritten in unterschiedlichen Zeitintervallen anzeigen. Damit können mögliche Verhaltensänderungen des Systems sehr leicht entdeckt werden, zudem kann man für mehr Informationen tiefer in die Datensätze eindringen.

Trotz der großen Flexibilität fehlen aber auch RMFWDM einige wünschenswerte Funktionen. Die Reports beispielsweise sind statisch, wodurch man die Zeilen nicht durch unterschiedliche Spalten sortieren kann. Außerdem ist das Tool nicht in der Lage, die Daten in kleineren Zeitintervallen als 60 Sekunden anzuzeigen, wodurch kurzzeitige Performance-Probleme untergehen können.

Manche Real-Time-Tools können aber auch Near-Time-Aufgaben übernehmen. BMC MainView for CICS  beispielsweise sammelt optional auch Daten zur Performance der CICS-Transaktionen, die anschließend angezeigt und durchsucht werden können, was das Aufspüren von Problemen erleichtert.

Post-Processor-Tools: System-Trends des Mainframes ermitteln

Mit Post-Processor-Tools lassen sich große Mengen an Daten bearbeiten und analysieren, nachdem diese gesammelt wurden. Diese Tools eignen sich also am besten für das Herausarbeiten von Trends beziehungsweise zum Zusammenfassen oder Planen von Kapazitäten. Sie sind aber zum Beispiel auch sehr nützlich, um im Nachhinein Probleme zu debuggen.

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Das größte Problem von Post-Processor-Tools ist die Tatsache, dass sie Daten nutzen, die meist erst am nächsten Tag zur Verfügung stehen. Zudem ist die schiere Masse an Daten, die sie bearbeiten, von IT-Abteilungen kaum zu durchschauen.

MXG ist ein Post-Processor-Tool zum Performance-Monitoring von Mainframes, das ausgiebige Ressourcen zum Lesen, Analysieren, Zusammenfassen und referenzieren von IBM z/OS Management Facility Daten bereitstellt.

Aber auch MXG hat einige Nachteile. So ist MXG beispielsweise auf der SAS-Plattform (Statistical Analysis System) geschrieben, die auf Mainframes aufgrund der Lizenzgebühren und CPU-Nutzung recht teuer sein kann. MXG läuft aber auch auf Windows oder UNIX SAS, was viele kleinere IT-Abteilungen bevorzugen dürften. Zudem ist MXG ein enorm umfangreiches Programm, in das man sich aber selbst einarbeiten muss, Anwender müssen daher auch Anpassungen selbst vornehmen.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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