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Die wichtigsten neuen Funktionen in VMware Horizon 7.2

RDS, Linux, Skype for Business und Samsung DeX: Mit Horizon 7.2 integriert VMware zahlreiche neue Funktionen in sein Desktop-Virtualisierungs-Tool.

Zum zweiten Mal in weniger als einem Jahr hat VMware sein Desktop-Management-Tool Horizon aktualisiert. VMware Horizon 7.1 wurde im März 2017 veröffentlicht und fügte neue Zielplattformen, Remote-Funktionen sowie Client-spezifische Funktionen hinzu.

VMware Horizon 7.2 wurde vor kurzem im Juni 2017 veröffentlicht und baut mit weiteren Verbesserungen auf diesen neuen Funktionen auf, etwa mit einer höheren Skalierbarkeit, Kapazitätsverbesserungen und einem neuen Help-Desk-Tool. Dieser Artikel stellt die wichtigsten neuen Funktionen in VMware Horizon 7.2 vor.

Allgemeine Verfügbarkeit für Skype for Business

Skype for Business wurde in Horizon 7.1 als Tech-Preview eingeführt, in Horizon 7.2 steht die UC-Anwendung (Unified Communications) jetzt mit vollem Support zur Verfügung. Die Integration in VMware Horizon sorgt dafür, dass Audio- und Videoübertragungen auf dem lokalen Rechner bearbeitet werden, auf dem ein virtueller Desktop ausgeführt wird, und nicht mehr im Rechenzentrum, in dem der virtuelle Desktop gehostet wird.

Damit werden Latenz und Störanfälligkeit geringer, weil die Skype-for-Business-Kommunikation direkt zwischen dem eigenen Rechner und dem Gesprächspartner erfolgt. Um Skype for Business auf einem Windows-PC und mit VMware Horizon 7.2 nutzen zu können, muss der neue Horizon Client 4.5 verwendet werden und sowohl auf dem eigenen Computer sowie im Agent muss das Skype for Business Virtualization Pack installiert werden.

Kapazitätsverbesserungen in Horizon 7.2

VMware hat in Horizon 7.2 auch Kapazitätsverbesserungen verschiedener Horizon-Komponenten erreicht. Die bisherige Version der Cloud Pod Architecture unterstützte 50.000 Sitzungen, während die neue Version 120.000 unterstützt. VMware erhöhte auch die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen pro Horizon Connection Server für jeden Pod von 2.000 auf 4.000. Dies gilt nur für direkte Verbindungen – das frühere Limit zum Tunneling über den Verbindungsserver lag bei 70 Prozent von diesem Wert, daher ist man auf der sicheren Seite, wenn man sich an diese 70 Prozent hält, falls keine direkten Verbindungen genutzt werden.

Wie in früheren Versionen unterstützt Cloud Pod Architecture bis zu fünf Connection Server, kann jetzt aber bis zu 20.000 Desktops in einem Pod verwalten. Für jeden Block eines Pods, also jeden vCenter Server mit seinen Hosts, wurde die Anzahl an Desktops von 2.000 auf 4.000 angehoben.

Workspace ONE und Storage-Verbesserungen

Verbindungsserver lassen sich jetzt auch so konfigurieren, dass nur Verbindungen über Workspace ONE möglich sind. Wenn sich ein Anwender also über einen Horizon Client anmeldet, wird er zum Login an Workspace ONE weitergeleitet. Damit kann die Authentifizierung über das Hauptportal eines Unternehmens durchgesetzt werden, um hier unterschiedliche Authentifizierungsmechanismen zu integrieren, anstatt unterschiedliche Eintrittspunkte zu öffnen.

In Horizon 7.2 hat VMware auch Verbesserungen beim Storage-Management integriert. So lassen sich jetzt beispielsweise Instant Clones und Linked Clones auf der lokalen Festplatte eines vSphere-Hosts speichern. Diese Konfiguration ist zwar nicht so flexibel wie der Weg über vSAN und erfordert eine sorgfältige Planung für die Redundanz im Host-Ausfall, kann dafür aber sehr kosteneffizient sein. Zudem kann jetzt statt einem einzelnen Datastore auch ein ganzer Datastore-Cluster ausgewählt werden, auf dem virtuelle Desktops gespeichert werden.

Neues Help-Desk-Tool in Horizon 7.2

Das neue Horizon Help Desk Tool eliminiert die Notwendigkeit, sich an der Horizon Admin-Konsole anzumelden, was es für Support-Mitarbeiter deutlich einfacher macht, Informationen über virtuelle Desktops eines Anwenders in der Horizon-Umgebung zu finden. Die delegierte Administration hat dies auch bisher schon ermöglicht, aber die Admin-Konsole von Horizon View bietet einfach viel zu viele Funktionen, die Support-Mitarbeiter ohnehin nicht brauchen und ist damit viel zu unübersichtlich. Angefangen hat dieses neue Help-Desk-Tool als VMware Fling, jetzt steht es aber mit vollem Support zur Verfügung.

Das Horizon Help Desk Tool ist direkt nach der Installation beziehungsweise dem Upgrade auf Horizon 7.2 verfügbar und über einen Link in der View Admin-Konsole oder die URL https://ConnectionServerFQDN/helpdesk erreichbar. Sobald man sich am Help-Desk-Tool angemeldet hat, ist es sehr einfach, Anwender über ihren Namen zu suchen und die ihnen zugewiesenen Desktops und ihre aktuellen Sitzungen zu sehen. Bei aktiven Sitzungen lassen sich auch Informationen über den Agent, die Ressourcennutzung der virtuellen Maschine und Verbindungsstatistiken anzeigen.

Der Agent-Übersichtsbildschirm bietet Informationen über den Desktop, inklusive Möglichkeiten zur Kommunikation mit dem Anwender, dem Starten eines Remote-Assistenten oder zum Neustarten der virtuellen Maschine. Klickt man hier auf die Schaltfläche More, dann werden Optionen zum Abmelden des Anwenders oder zum Hard-Reset der VM angezeigt.

Überblick über das Help-Desk-Tool in Horizon 7.2.
Abbildung 1: Überblick über das Help-Desk-Tool in Horizon 7.2.

Die Schaltfläche Remote Assistance startet den Remote-Assistenten für den lokalen Client. Um diese Funktion nutzen zu können, muss allerdings Microsofts Remote Assistance Software installiert sein, zudem muss der Horizon View Agent in Version 7.2 verwendet werden. Die Sitzung startet im Ansichtsmodus, allerdings kann auch die Remote-Kontrolle über den Desktop angefragt werden. Hier gibt es auch die Möglichkeit, über ein Chat-Fenster mit dem Anwender zu kommunizieren.

Horizon-Verbesserungen für RDS-Hosts

VMware Horizon 7.2 enthält eine neue Funktion zur Verbesserung der Nutzererfahrung von RDS-Anwendungen (Remote Desktop Services): Das vorgezogene Starten (Prelaunching) von Anwendungen schon bei der Authentifizierung. Normalerweise würden Nutzer eine Anwendung vom Horizon Client oder dem Workspace-Portal aus starten. Zu diesem Zeitpunkt würde die ausführbare Datei auf dem RDS-Host gestartet und die Anwendung würde auf dem Nutzer-Desktop geöffnet. Die neue Funktion ermöglicht das Starten der Anwendung schon während der Authentifizierung des Nutzers, wodurch die Anwendung sofort bereitsteht, wenn sie über den Horizon Client vermeintlich erst gestartet wird.

Wie in Abbildung 3 zu sehen, lässt sich das Prelaunch-Feature getrennt nach Anwendung aktivieren. Vor allem für Anwendungen, die Nutzer gleich am Anfang ihrer Sitzung benötigen werden, ist diese Funktion sehr hilfreich. Beispiele hierfür wären Internet-Browser oder E-Mail-Anwendungen.

Aktivieren von RDS Prelaunch in Horizon 7.2.
Abbildung 2: Aktivieren von RDS Prelaunch in Horizon 7.2.

Die RDS Farm wiederum hat eine neue Einstellung erhalten, mit der sich ein Timeout für die Prelaunch-Funktion einstellen lässt. Wenn die Prelaunch-Anwendung für eine gewisse Zeit nicht genutzt wurde, beendet diese Funktion die Applikation wieder, was eine zu hohe Ressourcenauslastung des RDS-Hosts verhindern soll.

Eine weitere Verbesserung für RDS-Umgebungen in Horizon 7.2 ist die Unterstützung für Horizon Smart Policies. Smart Policies waren auch bisher in Verbindung mit dem User Environment Manager (UEM) verfügbar, um dynamisch Einstellungen zum USB-Zugriff oder Laufwerksdurchreichungen für virtuelle Desktops vornehmen zu können. Jetzt stehen diese Möglichkeiten der Smart Policies auch für RDS-basierte Anwendungen zur Verfügung.

Horizon 7.2 unterstützt jetzt auch Samsung DeX

Samsung veröffentlichte im April 2017 zwei neue Smartphones sowie die dazugehörige Docking-Station DeX, mit denen sich die Mobiltelefone in einen vollwertigen Desktop verwandeln lassen. Das DeX-Dock sowie das Galaxy S8 und S8+ verwenden USB-C, beide Smartphones werden drahtlos über die Docking-Station aufgeladen. Das DeX-Dock verfügt über HDMI-, USB und RJ45-Anschlüsse. Da an die beiden Galaxy S8/S8+ aber per Bluetooth auch Keyboard und Maus angeschlossen werden können, benötigt man eigentlich nur den HDMI-Anschluss, um so einen externen Bildschirm verwenden zu können.

VMware hat mit dem Horizon Client 4.5 für Android eine Funktion zum DeX-Support integriert, die sich DeX Mode Auto Launch nennt. Wird diese Einstellung aktiviert, dann startet der Horizon Client automatisch, was die Verbindung zu einem virtuellen Desktop etwas einfacher macht. Durch die umfangreiche Hardwareausstattung der Galaxy S8/S8+ kann damit laut Samsung ein vollwertiger Desktop betrieben werden, ohne dabei Performance-Einbußen hinnehmen zu müssen.

Linux-Verbesserungen in VMware Horizon 7.2

VMware Horizon 7.2 enthält auch einige wichtige Neuerungen für den Horizon View Agent für Linux. Sowohl die USB-Weiterleitung als auch das Durchschleifen von Client-Festplatten haben die Phase der Technical Preview verlassen und werden jetzt auch für Linux-Desktops in vollem Umfang unterstützt. Für Ubuntu sind jetzt RHEL 7 Workstation und CentoOS 7 verfügbar und bei einer HDMI-Verbindung ist der Audio-Output am Client möglich.

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Nächste Schritte

Horizon 7.1 ermöglicht Instant Cloning für RDSH-Anwendungen

Standard bis Enterprise: Überblick über die Horizon-Editionen

Welche Optionen gibt es bei der Lizenzierung von VMware Horizon?

Artikel wurde zuletzt im August 2017 aktualisiert

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