Die wichtigsten Neuerungen in VMware Horizon 6 (mit View)

VMware Horizon 6 (mit View) bringt für VDI-Umgebungen einige Neuerungen, aber auch die eine oder andere Verschlechterung. Ein Überblick.

VMware Horizon 6 (mit View) ist mehr als nur ein neuer Name. Die Software bringt nämlich auch einige neue Funktionen mit sich.

Bei Horizon 6 (mit View) hat VMware endlich eine Remote-Funktion (Fernzugriff) für Applikationen hinzugefügt. Weiterhin gibt es zwei Formen Hardware-basierter Grafik-Beschleunigung, Verbesserungen für Virtual SAN und eine neue Cloud Pod Architektur.

Allerdings ist in Version 6.0 von VMware Horizon nicht alles Gold, was glänzt. Es gibt zum Beispiel keine integrierten Profil-Management-Tools und VMware hat den View Client with Local Mode entfernt. In diesem Beitrag erläutern wir die Neuerungen, die Sie in VMware Horizon 6 (mit View) finden.

Application Remoting (Fernzugriff für Applikationen)

Die Funktion Application Remoting in VMware Horizon 6 hat wohl am meisten Aufmerksamkeit erhalten. Sie basiert auf den existierenden Technologien RDSH (Remote Desktop Session Host) und RemoteApp, die Sie in Windows Server finden. RemoteApp wurde mit Windows Server 2008 eingeführt. Damit können Clients mit Applikationen arbeiten, die in der Ferne (remote) auf einem Windows Server laufen.

Übrigens ist Horizon 6 nicht auf Windows Server 2008 limitiert. Einige der neuen Funktionen, die VMware eingeführt hat, sind kompatibel zu Windows Server 2012 R2. Um die RemoteApp-Funktionalität via Horizon 6 nutzen zu können, brauchen Sie Windows Server 2008 oder höher mit aktivierten Remote Desktop Services (RDS). Die Anwendung, die Sie dem Endanwender zur Verfügung stellen möchten, muss auf dem Windows Server installiert sein.

Es gibt zwei hauptsächliche Vorteile, wenn Sie die Remote-Applikationen mittels Horizon 6 und nicht nativ via Windows-Funktionalität einsetzen. Zunächst einmal erlaubt VMware Horizon 6 das Erstellen von Anwendungs-Pools. Somit ist das Management der Applikationen vereinfacht. Dann können autorisierte Anwender auf die Anwendung von jedem Gerät aus zugreifen, das einen Horizon 6 Client installiert hat oder zur Verfügung stellt. Angestellte könnten nun Windows-Anwendungen auch von Endgeräten verwenden, die eigentlich inkompatibel sind. Ein Beispiel wäre ein Apple iPad.

Hardware-basierte Grafikbeschleunigung

Eine weitere neue Funktion, die VMware mit VMware Horizon 6 vorgestellt hat, ist die Hardware-basierte Grafikbeschleunigung. Diese Option stellt virtuellen Desktops die Möglichkeit zur Verfügung, physische Grafikkarten eines ESXi-Hosts zu verwenden. 

Auf den ersten Blick scheint das keine bahnbrechende Neuerung zu sein. Allerdings hat VMware die Funktion etwas interessanter gestaltet, indem es zwei unterschiedliche Video-Beschleunigungsmodelle gibt.

Die erste Option nennt sich Virtual Dedicated Graphics Acceleration (vDGA). Diese Funktion ist für virtuelle Desktops gedacht, die Grafik-intensive Anwendungen am Laufen haben. Dazu gehört zum Beispiel CAD-Software. Bei vDGA gibt es eine direkte Zuweisung (Mapping) zwischen dem virtuellen Desktop und einer GPU (Graphics Processing Unit). 

Somit hat der virtuelle Desktop exklusiven Zugriff auf die zugewiesene GPU. Der andere Modus nennt sich Virtual Shared Graphics Acceleration (vSGA). Wie der Name schon vermuten lässt, stellt auch diese Option Hardware-basierte Grafikbeschleunigung zur Verfügung. Allerdings teilen sich hier mehrere virtuelle Desktops eine GPU.

Virtual SAN (vSAN)

Eine weitere neue Funktion in Horizon 6 ist VMware Virtual SAN. Auch diese Option hat einiges an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. View 5.3.1 unterstützte vSAN 5.5. Bei Horizon 6 hat VMware allerdings signifikante Verbesserungen eingepflegt. 

Spezieller gesagt, automatisiert Horizon 6 die Storage-Policy-Verbindungen anhand der virtuellen Desktop-Pools. Zum Beispiel können System-Administratoren eine Policy kreieren, mit der Betriebssystem-Datenträger für verlinkte Klone Thin Provisioning benutzen sollen. Desktop-Pools mit kompletten Klonen werden dagegen als Thick Provisioning konfiguriert. Die Storage-Policies legen zudem die Anzahl der zu verwendenden Daten-Stripes, die Toleranzgrenze der ESXi-Hosts, die ausfallen dürfen, und die Cache-Reservierung fest.

Cloud Pod Architektur

Eine weitere Verbesserung ist die neue Cloud Pod Architektur. Vor Horizon 6 hat man einen so genannten View Pod (Sockel) als komplett unabhängige Einheit betrachtet. Bei Horizon 6 können Sie die Pods weiterhin getrennt managen. Allerdings gibt es nun eine globale Berechtigungsebene und einen korrespondierenden Kommunikationskanal. Somit sind Sie in der Lage, Pods mithilfe einer einzigen Schnittstelle zu managen.

Die neue Architektur stellt eine zusätzliche Ebene zur Fault Tolerance (Fehler-Toleranz) zur Verfügung. Sie können Angestellten nun erlauben, virtuelle Desktops in mehreren Pods zu verwenden. Sollte es also auf Pod-Ebene zu einem Ausfall kommen, können Mitarbeiter einen virtuellen Desktop benutzen, der sich in einem anderen Pod befindet.

Was noch fehlt: Local Mode und integriertes Profil-Management

VMware Horizon 6 (mit View) bringt zwar viele neue Funktionen mit sich, aber die Software ist nicht perfekt. Zunächst einmal unterstützt die Managementkomponente View Persona die App-Remote-Funktion RDSH nicht. Das bedeutet, dass es kein integriertes Profil-Management gibt. Setzen Sie verknüpfte Klone ein, merkt sich die RDSH-Veröffentlichungsfunktion daher die Anwendereinstellungen nicht. 

Horizon 6 bringt die erste Version der angesprochenen Publishing-Funktion mit sich. Daher dürfen Kunden hier in Zukunft Verbesserungen erwarten. Allerdings hat VMware im Dunklen gelassen, wann diese kommen.

Außerdem hat VMware ein älteres Utility entfernt: Früher konnten Anwender mithilfe von View Client with Local Mode einen virtuellen Desktop verlassen oder auschecken. Somit waren Angestellte in der Lage, den virtuellen Desktop lokal auf Ihrem Windows-Notebook zu betreiben und konnten damit offline arbeiten.

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Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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