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Das Windows-10-Upgrade und die Reihenfolge der Partitionen

Es ist durchaus sinnvoll, während des Upgrades auf Windows 10 die Standardreihenfolge der Partitionen zu ändern und den Empfehlungen von Microsoft zu folgen.

Einer der wichtigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Upgrade auf Windows 10 ist die richtige Anordnung der Partitionen auf dem Datenträger. Tatsächlich widerspricht die Standardreihenfolge der Partitionen von Windows-10-Laufwerken, den Empfehlungen von Microsoft in der eigenen Dokumentation.

Bei einer Neuinstallation von Windows 10 ist die Reihenfolge üblicherweise wie folgt: Wiederherstellungspartition, die EFI-Systempartition (Extensible Firmware Interface), die MSR-Partition (Microsoft Reserved) und die eigentliche Betriebssystempartition.

Microsoft empfiehlt hingegen folgende Reihenfolge: EFI, MSR, Betriebssystem und Wiederherstellung.

Abbildung 1: So sieht die Anordnung der Partitionen auf vielen Windows-10-Systemen standardmäßig aus.

Wofür stehen die Partitionen unter Windows 10?

Die Wiederherstellungspartition enthält die Windows-Wiederherstellungsumgebung (RE, Windows Recovery Environment). Die 100 MByte große EFI-Partition für UEFI-basierte Rechner enthält die EFI-Daten und Daten, die das Betriebssystem während des Startvorgangs verwendet. Die MSR-Partition im proprietären Format verwendet Microsoft bei GPT-formatierten Datenträgern.

Die MSR-Partition ist eine reservierte Partition ohne ID, Benutzerdaten werden darauf nicht gespeichert. Das Betriebssystem nutzt diese Partition unter normalen Umständen nicht. Der Rest der verbliebenen Speicherkapazität steht der Betriebssystempartition zur Verfügung. IT-Profis können die Standardreihenfolge durchaus ändern und sich an den Empfehlungen von Microsoft orientieren.

Warum die Wiederherstellungspartition am Ende stehen sollte?

Wenn die Wiederherstellungspartition hinter der Betriebssystempartition angeordnet ist, kann der Windows Installer die Größe der Wiederherstellungspartition im Verlauf der Installation oder des Upgrades anpassen. Wenn für künftige Updates von Windows 10 ein größeres Wiederherstellungsimage erforderlich sein sollte, kann Windows diese Partition selbstständig erweitern. Der benötigte Speicherplatz wird dann von der Betriebssystempartition abgezweigt. Die Größe der Wiederherstellungspartition ist mit jeder Windows-Version gewachsen. Bei Windows 8/8.1 waren es 200 MByte, bei Windows 10 liegt die Kapazität bei 450 MByte.

In diesem Beispiel ist Windows RE aktiviert und befindet sich auf der harddisk7 und Partition 1.
Abbildung 2: In diesem Beispiel ist Windows RE aktiviert und befindet sich auf der harddisk7 und Partition 1.

Wer auf seinem aktuellen System den Status der Windows-RE-Partition abrufen möchte, öffnet eine Eingabeaufforderung als Administrator und gibt folgenden Befehl ein: reagentc /info. Dieser Befehl zeigt den aktuellen Status von Windows RE und den verfügbaren Wiederherstellungs-Images an. Dabei wird angezeigt, ob die Partition aktiviert ist, den Speicherort der Festplatte und den Index für die Reihenfolge der Partition, beginnend bei 0. Im gezeigten Beispiel, das vom identischen SSD-Laufwerk wie Abbildung 1 stammt, wird die Partition als „\partition1\“ identifiziert.

Wenn man die Wiederherstellungspartition hinter die Betriebssystempartition legt, kann man sicherstellen, dass im Laufe der Zeit keine weitere Wiederherstellungspartition hinzukommt. Dies geschieht, wenn Windows 10 die bestehende Wiederherstellungspartition nicht vergrößern kann. Grund genug also, sich um die entsprechende Positionierung der Partitionen zu kümmern und keine Standardinstallation durchzuführen.

Das hier gezeigte Skript verwendet die Parameter unseres Beispiels und legt die Partitionen an.
Abbildung 3: Das hier gezeigte Skript verwendet die Parameter unseres Beispiels und legt die Partitionen an.

Von USB oder einem anderen externen Medium booten

Mit Hilfe des Microsoft Media Creation Tool kann man relativ leicht ein bootfähiges Installationsmedium anlegen. Hat man dann ein bootfähiges Windows-10-Installationsmedium am Start, kann man die folgenden Schritte durchführen.

1. Legen Sie ein Backup des aktuellen Systems an und stellen Sie sicher, dass dieses Backup über ein entsprechendes Startmedium auch wieder ordnungsgemäß wiederhergestellt werden kann. Falls nachfolgend etwas nicht funktioniert, muss so sichergestellt sein, dass man wieder zum Status quo zurückkehren kann.

2. Im Beispiel verwenden wir ein Diskpart-Skript namens right-disk.txt, wie es in Abbildung 3 zu sehen ist. Dieses Skript sollte vom bootfähigen Startmedium aus aufgerufen werden können, damit man während des Installationsprozesses mit nur einem Laufwerk arbeiten muss.

3. Starten Sie den Ziel-PC von dem bootfähigen Datenträger. Wechseln Sie zu Start/Einstellungen/Update und Sicherheit/Wiederherstellung/Erweiterter Start. Wenn Sie auf Jetzt neu starten klicken, startet das System unmittelbar neu.

4. Wenn das Installationsprogramm zur Regions- und Sprachauswahlanzeige gelangt, drücken Sie die Umschalttaste und F10, um eine Eingabeaufforderung zu öffnen.

5. In der Eingabeaufforderung geben Sie diskpart ein, um das Befehlszeilen-Tool zu starten.

Während des Installationsprozesses kann man per Tastenkombination eine Eingabeaufforderung öffnen.
Abbildung 4: Während des Installationsprozesses kann man per Tastenkombination eine Eingabeaufforderung öffnen.

6. Geben Sie dann list disk ein, um alle verfügbaren Laufwerke anzuzeigen. Notieren Sie sich die Nummer der Festplatte, auf die Sie das Betriebssystem installieren möchten. Üblicherweise sollte man diese an der Kapazität und dem Typ erkennen. In den meisten Fällen ist dies die Festplatte 0, dies ist für die nachfolgenden Befehle von entscheidender Bedeutung.

7. Geben Sie list volume ein, um alle auf dem Ziel-PC verfügbaren Volumes anzuzeigen. Hier muss man den Laufwerksbuchstaben identifizieren, der zum Flash-Laufwerk gehört, auf dem sich das Skript right-disk.txt In den meisten Fällen dürfte dies Laufwerk D: sein, wie in unserem Beispiel. Dies ist für den Aufruf des Skripts im Verlauf wichtig.

8. Mit exit können Sie diskpart verlassen und gegebenenfalls das Skript bearbeiten. Wenn die gewünschte Festplatte auf Ihrem System nicht Festplatte 0 ist, muss dies im Skript in Zeile 6 unbedingt angepasst werden und in die richtige Zahl geändert werden. Wird diese Änderung nicht vorgenommen, wird der gesamte Inhalt der Festplatte 0 zerstört.

9. Ist alles angepasst, können Sie das Skript wie folgt ausführen: diskpart /s D:\right-disk.txt.

10. Wenn das Skript fertig ausgeführt ist, können Sie die Eingabeaufforderung schließen. Jetzt sollte sich der normale Upgrade-Prozess von Windows 10 fortsetzen lassen, in dem die gewünschte Sprache, Zeit- und Währungsformat, sowie das Tastaturlayout ausgewählt werden.

Abbildung 5: Wenn alles geklappt, sollte die Reihenfolge der Partitionen so aussehen.Abbildung 5: Wenn alles geklappt, sollte die Reihenfolge der Partitionen so aussehen.

Schlussendlich sollte die Reihenfolge der Partitionen der gewünschten entsprechen, wie in Abbildung 5 zu sehen.

Falls etwas während des Upgrades schief geht und die Installation nicht abgeschlossen wird, sollte man mit dem erstellten Backup zum ursprünglichen Zustand zurückkehren können.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2018 aktualisiert

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