Backup von Hyperkonvergenz in die Public Cloud

Ein Backup in die Public Cloud kann hyperkonvergente Infrastrukturen entlasten. Das bietet einige Vorteile, allerdings ist die Wiederherstellung von Daten ein Problem.

Die Cloud ist eine attraktive Option für Data Protection und Backup von hyperkonvergenten Infrastrukturen (HCI).

Ein Backup in die Public Cloud erfolgt auf kostengünstigen Speicher. Dies nimmt den Druck vom HCI, weil weniger Daten im eigenen Rechenzentrum gespeichert werden müssen.

Außerdem ist die Public Cloud von vorneherein ein entfernter Standort und nicht betroffen, wenn ein Ausfall die Hauptlokation lahmlegt. Allerdings gibt es beim Restore von Daten aus der Public Cloud einige Probleme.

Wie funktioniert Backup von HCI aus der Cloud?

Die meisten Produkte für HCI bringen einige eingebaute Funktionen für Data Protection mit. Dabei handelt es sich normalerweise um Backup Policies, die Kopien virtueller Maschinen (VMs) zusammen mit den produktiven VMs im HCI Cluster speichern.

Typischerweise wird anstelle einer vollständigen Kopie einer virtuellen Maschine eine Umleitung auf eine neue VM angelegt, damit ältere Daten nicht überschrieben werden.

Solche Backups auf der Basis von Metadaten belegen weniger Speicherplatz als vollständige Backups, weil auf der Infrastruktur nur die geänderten Blöcke gespeichert werden. Die Backups sind zudem sehr schnell und beeinflussen die Performance der VMs kaum.

Deshalb fertigen HCI-Produkte Backups mehrmals täglich an. Administratoren traditioneller Produkte bevorzugen dagegen eher das Backup über Nacht.

Obwohl das Backup von HCI in einem Vakuum effizient ist, führen dutzende tägliche Backups auf Dauer zu einer Kapazitätsverschwendung. Der Speicherplatz von hyperkonvergenten Strukturen wird nicht durch VMs, sondern durch Backups verbraucht.

Wenn ältere Backup-Daten vom HCI entfernt werden, reduziert dies den Bedarf, neue Knoten anzuschaffen. Der Zielort Public Cloud entlastet zudem das eigene Rechenzentrum.

Die Hersteller bieten unterschiedliche Wege, wie dies umgesetzt wird.

Nutanix bietet Cloud Backup

Nutanix unterstützt Amazon Web Services und Microsoft Azure als Backup-Ziele. Das Nutanix Public Cloud Backup verwendet Objektspeicher mit den niedrigsten Kosten pro GB. Die Konfiguration dieser Backups erfolgt über das Nutanix Prism Interface.

In der Public Cloud nutzt eine einzige VM die Nutanix Software und läuft auf einem Cluster mit einem Knoten. Administratoren können VM zu diesem Cluster replizieren wie jeden anderen Cluster für Nutanix.

Drittanbieter stopfen Löcher

VMware vSAN, das in zahlreichen HCI-Produkten verwendet wird, und HPE Simplivity bieten Replikation von Backups auf Remote Cluster, aber nicht in die Public Cloud.  (Der angekündigte VMware Service for AWS wird ein VMware vSphere Cluster innerhalb AWS einrichten, ist aber nicht wirklich kosteneffektiv für Backups.)

Einige Drittanbieter bemühen sich, diese Lücke zu füllen und Cloud-Backup für HCI anzubieten. Dazu gehören Druva, Vembu, Veeam und Zerto.

All diese Produkte bieten Schnittstellen zu VMware vSphere und sind daher recht einfach zu bedienen. Sie sind nicht auf HCI beschränkt, so dass sie auch für andere VMs eingesetzt werden können.

Hyperkonvergentes Backup wird zur Option

Produkte für hyperkonvergentes Backup (HCB) bringen Unterstützung für die Public Cloud von Haus aus mit. Das ist eine relativ neue Produktkategorie mit Anbietern wie Cohesity und Rubrik.

Die Cloud wird dabei als eigenes Storage Tier genutzt oder als Repository für Disaster Recovery geschützter VMs. Wie die Produkte anderer Drittanbieter kann HCB jede VM und sogar Anwendungen auf physischen Servern wie etwa Microsoft SQL Server schützen.

Herausforderungen

Obwohl ein Backup von HCI in die Public Cloud normalerweise kosteneffektiv ist, kann es teuer und zeitraubend sein, Daten wieder aus der Public Cloud herauszubekommen, wenn es um Wiederherstellung oder Failover geht.

AWS und Azure erlauben den kostenlosen Upload von Daten in ihre eigenen Rechenzentren. Es fallen aber Gebühren an für jedes Gigabyte, das aus der Cloud heruntergeladen wird.

Administratoren sollten diese Kosten bei ihren Planungen berücksichtigen. Auch die Zeitdauer ist ein Faktor. Bei Backups werden nur geänderte Daten übertragen, aber es dauert einen ganzen Tag, um eine virtuelle Maschine mit 2 TB über eine Netzwerkverbindung mit 200 Mbps herunterzuladen. Deswegen ist das Restore verschiedener VMs aus der Public Cloud ins eigene Rechenzentrum wohl nicht praktikabel. 

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2018 aktualisiert

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