Anwendungsvirtualisierung neu überdenken: Alternativen zu Microsoft App-V

Die Virtualisierung von Anwendungen kann viele Gründe haben. Bei der Migration weg von Microsoft App-V 4.5/4.6 lohnt eine Neubewertung.

Als Nutzer von Microsoft App-V 4.5 oder 4.6 sollten Sie sich über die Sie erwartende Migration schon heute erste Gedanken machen: Microsoft App-V 4.5 befindet sich bereits im Erweiterten Support, der am 8. Januar 2019 sein Ende findet. Anwender von App-V 4.6 haben momentan noch einige Monate Zeit, bevor sich auch ihr Produkt ab dem 14. Juli 2015 im Erweiterten Support befindet. Am 14. Juli 2020 schließen endet auch der Support für App-V 4.6 vollends.

Natürlich sind Sie mit diesem zeitlichen Vorlauf noch eine ganze Weile lang auf der sicheren Seite. Ist das Support-Ende auch absehbar, so rast es doch (noch) nicht so ungebremst heran wie unlängst das von Windows XP. Aber gerade deshalb kann jetzt der richtige Moment sein, in die Vorplanung der kommenden Migration einzusteigen.

Wohin also soll die Reise gehen? Microsoft App-V 5 klingt nach der einfachsten Antwort. Da Sie aber glücklicherweise noch genug Zeit haben und Sie sich ohnehin gerade damit beschäftigen: Treten Sie doch einmal einen Schritt zurück und nehmen Sie das große Ganze in den Blick: Aus welchen genauen Gründen hatten Sie damals die Virtualisierung eigentlich überhaupt erst begonnen? Möglicherweise sind ja Ihre Anforderungen heute völlig unterschiedlich von denen, weswegen Sie sich damals für Microsoft App-V entschieden haben.

Welche Gründe haben zur Anwendungsvirtualisierung geführt?

Damals, in den frühen Tagen der Anwendungsvirtualisierung, stand vor allem der Aspekt der Isolierung im Vordergrund. Die „DLL-Hölle“, in der unterschiedliche DLL-Versionen von unterschiedlichen Anwendungen auf demselben Windows-System benötigt wurden, bereitete immer wieder erhebliche Probleme.

Viele Geschäftskunden schätzten aber auch die Streaming-Komponente der Anwendungsvirtualisierung, mit deren Hilfe nur solche Daten zu den Anwendern den Weg durch das Netzwerk finden mussten, die gerade benötigt wurden. 

Nach wie vor wird dabei die Anwendung lokal ausgeführt, jedoch mit geringeren Leistungsanforderungen. Benötigt ein Anwender im Netzwerk etwa Microsoft Word, so können Sie dieses auf Anfrage zur Verfügung stellen, wobei die sofort benötigten Komponenten der Software mit höherer Priorität übertragen werden.

Seitdem hat sich die Anwendungsvirtualisierung Stück für Stück neue Anwendungsszenarien erschlossen, die statt Isolierung und App-Streaming vielmehr reine Anwendungsverwaltung in den Fokus rücken.

Warum Sie die Virtualisierung – vermutlich – heute einsetzen

Die Grundlage der Anwendungsvirtualisierung basiert darauf, Anwendungspakete zu erzeugen. Diese Pakete können einzelne Anwendungen oder ganze Gruppen von Anwendungen enthalten und aufeinander aufbauen, wie beispielsweise Outlook mit bestimmten Plugins. 

Selbst wenn Sie Isolierung und App-Streaming vollständig außer Acht lassen, sind diese Pakete äußerst nützlich zur Reduzierung der Basis-Images Ihrer Desktops – ganz gleich ob physisch oder virtuell.

Das Problem an der traditionellen Anwendungsvirtualisierung – mit der ich vorrangig Microsoft App-V und vielleicht auch noch VMware ThinApp meine – ist, dass Sie nicht wirklich alles in Pakete einbringen können. Aus welchen Gründen auch immer, aber manche Anwendungen funktionieren auf diese Weise einfach nicht, sodass sie mit in die Basis-Images eingebracht werden müssen.

Die Gründe hierfür unterscheiden sich von Anwendung zu Anwendung, liegen aber üblicherweise in der Funktionalität einer Legacy-Anwendung begründet, die das Unternehmen meist noch nicht einmal interessiert. Wenn Sie einfach nur versuchen, Anwendungsvirtualisierung zum Zweck der Anwendungsverwaltung einzusetzen, kann das also äußerst frustrierend sein.

Werfen Sie – mit diesen Aspekten im Hinterkopf – bei den Migrationsüberlegungen von App-V 4.6 auf 5 einen unverstellten Blick auf Ihre heutigen Ansprüche an die Anwendungsvirtualisierung. Benötigen Sie die Kombination Isolierung, Sicherheit und App-Streaming überhaupt noch? Wenn ja, dann sollten Sie wohl einfach weitermachen wie bisher.

Handelt es sich aber in Ihrem Fall doch nur um eine hochgejubelte Plattform zur Anwendungsverwaltung, dann sollten Sie sich die Alternativen ansehen. Es gibt heute jede Menge moderner Plattformen zu Anwendungsverwaltung mit ganz unterschiedlichen Ansätzen: FsLogix nutzt Richtlinien, um im Basis-Image enthaltene Anwendungen vor Windows zu verbergen. 

Cloudhouse dagegen nutzt Anwendungspakete, die standardmäßig in integriertem statt in isoliertem Zustand sind. Spoon wiederum hostet Anwendungen in einer Mikro-VM, die als Teil eines Pakets vom Web-Frontend bereitgestellt wird. Und sogar VMware, Hersteller von ThinApp, verfügt heute über unterschiedliche Produktansätze für das Verwalten von Anwendungen. App Volumes beispielsweise setzt auf virtuelle Laufwerke, die moderne Anwendungspakete darstellen.

Die Menge verfügbarer Angebote unterscheidet sich vor allem dadurch, welche Plattform Sie verwenden und wie Sie diese einsetzen werden. Niemand setzt gerne auf ein neues Pferd, doch wenn Sie ohnehin an einer Migration nicht vorbeikommen, dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, um sich auch nach Alternativen umzusehen.

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Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

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