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Überblick über das Konfigurations-Management mit Puppet

Puppet gehört wie Salt oder Ansible zu den immer populärer werdenden Konfigurations-Management-Tools. Diese Grundlagen erleichtern den Einstieg.

Die Puppet-Tools zum Konfigurations-Management werden zum automatisierten Verpacken und Provisionieren von Software in produktiven IT-Umgebungen verwendet.

Puppet gehört wie Salt, Chef oder Ansible zu den populärsten Konfigurations-Management-Tools auf dem Markt und kann auf eine lebendige Entwicklergemeinde zurückgreifen.

Puppet ist in Ruby geschrieben, nutzt aber eine eigene domänenspezifische Sprache (domain-specific language, DSL) für das Erstellen und Verwalten von Modulen. Diese DSL ist deklarativ und nutzt innerhalb ihrer Manifeste (Module) Ressourcen und Klassen, um Zustände zu definieren.

Puppets eigene DSL gilt als relativ einfach zu lernen und bietet eingebaute Funktionen zur Code-Überprüfung. Die DSL ist zudem an das REST-Protokoll gekoppelt. Wie die meisten Konfigurations-Tools arbeitet auch Puppet im Client/Server-Modell, bei dem die verwalteten Nodes ihre Konfigurationseinstellungen mit dem Puppet-Server synchronisieren.

Das kommerzielle Produkt Puppet Enterprise für eine unbegrenzte Anzahl an Nodes schlägt mit einem Startpreis von 120 US-Dollar pro Node zu Buche. Puppet Enterprise mit elf oder mehr Nodes enthält dann die Support-Option Standard, was werktäglichen Support während des üblichen Arbeitstages von 8 bis 18 Uhr enthält.

Dabei ist aber die Anzahl an Support-Anfragen pro Monat gedeckelt. Premium-Support bietet demgegenüber Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit und Telefon-Support für besonders kritische Probleme. Die Kosten für den Premium Support werden direkt mit Puppet verhandelt.

Abbildung 1: Das Puppet-Dashboard zum Konfigurations-Management.

Die Basisversion von Puppet ist als Open-Source-Software unter Apache-2.0-Lizenz direkt auf der Puppet-Webseite verfügbar. Puppet Enterprise bündelt verschiedene der unten aufgeführten Open-Source-Komponenten und fügt Funktionen zur Orchestrierung, für die rollenbasierte Zugriffskontrolle oder auch für Reporting und Compliance hinzu und ist für bis zu zehn Nodes ebenfalls kostenfrei erhältlich. Alle Puppet-Module können auch mit der kostenfreien Version verwendet werden.

Puppet bietet ein breites Spektrum an Open-Source-Software, um die Open-Source-Version des Konfigurations-Management-Tools zu erweitern. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Beaker: Ein Cloud-basiertes Tool zum Schreiben von Akzeptanztests.
  • Facter: Sammelt Node-Attribute und macht diese als Variablen Puppet-Manifesten zugänglich.
  • Hiera: Dient der Verwaltung seitenspezifischer Daten.
  • MCollective: Wird zur Verwaltung administrativer Aufgaben über Server-Cluster hinweg verwendet.
  • PuppetDB: Ermöglicht die Speicherung von Metadaten der Node-Informationen.
  • Razor: Übernimmt das Bare-Metal- und VM-Provisioning.
  • Trapperkeeper: Ein Clojure-Framework zum Hosten langfristig genutzter Applikationen und Services.

Eine besonders nützliche Ressource für alle Puppet-Anwender ist Puppet Forge, ein Repository mit mittlerweile mehr als 4.000 vorgefertigten Modulen. Das Konfigurations-Management-Tool Puppet unterstützt eine ganze Reihe unterschiedlicher Linux-Distributionen, einige Unix-Derivate sowie Windows und Mac OS X.

Puppet-Server beziehungsweise Puppet Master müssen auf Linux installiert werden, derzeit werden Red Hat Enterprise Linux (RHEL), CentOS, Oracle Linux, Scientific Linux, SUSE Linux Enterprise Server (SLES) und Ubuntu unterstützt. Puppet Enterprise kann über eine vollständig von Red Hat unterstützte Variante sehr leicht in RHEL integriert werden, auch wenn sich Red Hat zukünftig wohl verstärkt auf Ansible konzentrieren dürfte.

Aufgrund der Abstraktionsschicht zwischen den tatsächlichen Ressourcen und der deklarativen DSL wird Puppet vor allem im Bereich der System-Administration eingesetzt, eignet sich aber durchaus auch für DevOps-Aufgaben. Da Puppet im Allgemeinen als relativ einfach zu erlernen gilt, können sowohl kleinere als auch große Unternehmen von Puppet profitieren.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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