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Ubuntu 18.04 LTS Server: Alle Neuerungen im Überblick

Ubuntu 18.04 Server bringt interessante Neuerungen mit sich. Das Netzwerk konfiguriert sich anders und mit Subiquity gibt es einen neuen Installationsassitenten.

Am 26. April 2018 wird die nächste LTS-Version von Ubuntu veröffentlicht. Mithilfe einer Beta-Version können wir bereits alle Neuerungen und Änderungen sehen. Das Entwickler-Team bessert derzeit nur noch Fehler aus und die Distribution befindet sich bereits im sogenannten Feature Freeze. Unser Fokus liegt auf der Servervariante des Linux-Betriebssystems. Ubuntu 18.04 Server Bionic Beaver bringt neben wichtigen Updates auch visuelle Änderungen mit sich.

Das LTS bei Ubuntu 18.04 Server steht für Long Term Support oder Langzeitunterstützung. Es bedeutet, dass Canonical die Version fünf Jahre lang mit Sicherheits-Patches und anderen Updates versorgt. Jeweils die April-Ausgabe in einem geraden Jahr ist eine LTS-Variante. Derzeit aktiv gepflegte LTS-Server sind demnach Ubuntu 14.04 (bis April 2019) und Ubuntu 16.04 (bis 2021).

Für Server dürfte weniger relevant sein, dass ab Ubuntu 18.04 keine Installationsabbilder mehr für 32-Bit-Prozessoren ausgeliefert werden. Der Vollständigkeit halber wollen wir es aber erwähnen.

Linux Kernel 4.15 bietet Linderung für Meltdown und Spectre

Dass es nach zwei Jahren Entwicklungszeit einen neuen Standardkernel gibt, ist nichts Ungewöhnliches. Normalerweise wird damit unter anderem neue Hardware unterstützt, es gibt Performance-Verbesserungen, andere technologische Fortschritte und so weiter.

Ubuntu 18.04 Server wird per Standard Linux-Kernel 4.15 ausliefern und der ist in gewisser Weise schon besonders. Der Kernel adressiert Sicherheitsprobleme, die Meltdown und Spectre mit sich bringen.

In Sachen Meltdown ist sogenannte Page-Table-Isolation für CPUs von Intel enthalten. Sie können die Funktion deaktivieren, indem Sie den Kernel mit der Boot-Option pti=off versehen.

Kernel 4.15 bietet Linderung gegen die Sicherheitslücken Spectre und Meltdown.
Abbildung 1: Kernel 4.15 bietet Linderung gegen die Sicherheitslücken Spectre und Meltdown.

Um Spectre v2 zu lindern, ist der Retpoline-Mechanismus implementiert. Davon profitieren CPUs von Intel und AMD gleichermaßen. Maßnahmen gegen Spectre v1 sind in Ubuntu 18.04 ebenfalls eingeflossen. Sie können das überprüfen. Durch den Kernel gibt es das neue Verzeichnis /sys/devices/system/cpu/vulnerabilities/. Dort finden Sie ab sofort Hinweise auf Sicherheitslücken bezüglich der CPU.

Neuer Installationsassistenten

Nagelneu ist der Installationsassistent Subiquity, der sich an der Desktop-Version orientiert. Damit wollen die Entwickler die Installation des Servers vereinfachen, was auch gut gelungen ist.

Der neue Installationsassistent Subiquity von Ubuntu 18.04 Server spricht derzeit noch kein Deutsch.
Abbildung 2: Der neue Installationsassistent Subiquity von Ubuntu 18.04 Server spricht derzeit noch kein Deutsch.

Allerdings fehlen Subiquity einige Funktionen, die es im alten Installationsassistenten gab. Brauchen Sie LVM, RAID und Multipath, werden Sie in Subiquity nicht fündig. Deswegen stellt Canonical im Moment zwei Installationsabbilder zur Verfügung und das alternative Image enthält die gewohnte Installationsroutine.

Recht angenehm ist die Einrichtung des Netzwerks. Gerade bei einem Server ist oftmals eine statische IP-Adresse involviert und die dürfen Administratoren gleich während der Installation festlegen.

Sie können mit Subiquity sowohl IPv4 als auch IPv6 konfigurieren.
Abbildung 3: Sie können mit Subiquity sowohl IPv4 als auch IPv6 konfigurieren.

Insgesamt sind nur acht Schritte notwendig und Ubuntu 18.04 Server ist installiert. Sobald die Prozedur abgeschlossen ist, führen Sie einen Neustart durch und sind fertig.

Abbildung 4: Es fehlt nur noch der Neustart und Ubuntu 18.04 Server ist einsatzbereit.
Abbildung 4: Es fehlt nur noch der Neustart und Ubuntu 18.04 Server ist einsatzbereit.

Wichtige Änderungen beim Netzwerk – kein ifupdown mehr

Ubuntu 18.04 wird Änderungen beim Netzwerk mit sich bringen, die sowohl Desktop als auch Server betreffen. Das Paket ifupdown ist künftig nicht mehr per Standard installiert und als Ersatz dient netplan.io. Das gilt nur für Neuinstallationen. Führen Sie ein Upgrade bei einem Server durch, wird ifupdown wie gewohnt eingesetzt. Taugt Ihnen die Neuerungen nicht, können Sie das alte Paket einfach nachinstallieren. Das würde so aussehen:

sudo apt install ifupdown

Natürlich sind damit auch die Befehle ifup und ifdown nicht mehr verfügbar. Die Entwickler erklären, dass der Befehl ip äquivalente Funktionalität bietet. Die entsprechenden Kommandos sehen so aus:

ip link set $gerät up

ip link set $gerät down

Wollen Sie sich einen Überblick zu allen vorhandenen Netzwerkgeräten ausgeben lassen, verwenden Sie den Befehl networkctl, beziehungsweise networkctl status. Abbildung 5 visualisiert die Neuerungen für ein besseres Verständnis.

Bei Neuinstallationen ist per Standard netplan.io im Einsatz.
Abbildung 5: Bei Neuinstallationen ist per Standard netplan.io im Einsatz.

LXD 3.0, libvirt 4.0 und anderer Zeitserver

Für die Containerisierung ist LXD 3.0 vorinstalliert. Die Software wurde am 2. April 2018 veröffentlicht und unterstützt per Standard natives Clustering. Eine Migration von physisch zu Container ist mithilfe des Tools lxd-p2c möglich. Weiterhin gibt es Unterstützung für NVIDA Runtime Passthrough.

Die Komponente libvirt wurde auf Version 4.0 aktualisiert. Interessant ist, dass die Storage-Treiber von libvirt nun als ansteckbare (pluggable) Bibliotheken bereitgestellt werden. Die Voraussetzungen für eine Installation sind damit natürlich geringer. Die Entwickler weisen aber auch darauf hin, dass weniger populäre Treiber nun in das Repository Universe gewandert sind und geben als Beispiele gluster, sheepdog und zfs an.

Ubuntu 18.04 wird chrony als Ersatz für ntpd verwenden. Die Software ist nun der empfohlene Server für das NTP-Protokoll. Relevant ist die Änderung nur für Administratoren, die chrony als Zeitserver brauchen. Für die normale Synchronisation von Zeit und Datum stellt das System systemd-timesyncd zur Verfügung. Ntpd funktioniert weiterhin, sofern Sie das Paket lieber einsetzen wollen. Es wurde allerdings vom Repository Main nach Universe verschoben und erhält nur noch Security Patches. Eine Migration auf chrony ist daher ratsam.

Bugs in der Beta-Version und Download

Natürlich eignet sich eine Beta-Version nicht für einen produktiven Einsatz. Bevor Sie mit der Beta-Version von Ubuntu 18.04 Server experimentieren, möchten Sie sich vielleicht über die derzeit bekannten Fehler informieren.

Sie finden die bekannten Bugs und auch die Download-Links für Ubuntu 18.04 Server in den Veröffentlichungshinweisen zur kommenden LTS-Version.

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Artikel wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert

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