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Quest VROOM: Neues Management-Tool mit Predictive-Monitoring-Funktion

Mit VROOM hat Quest Software ein neues Management-Tool für virtuelle Umgebungen vorgestellt. Im Zentrum der Lösung steht Predictive Monitoring.

Bei dem Wort VROOM denkt man zunächst unweigerlich an den Klang eines vorbeifahrenden Autos, tatsächlich versteckt sich hinter den fünf Buchstaben aber auch die neue Monitoring- und Management-Lösung von Quest, die Teile des bestehenden Produktportfolios mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche zu einer neuen Produkt-Suite bündelt.

Quest wandelt dabei erst seit November 2016 wieder auf eigenen Pfaden und kündigt mit VROOM jetzt also das erste eigenständige Produkt nach der Ausgliederung von Dell an. Dabei ist VROOM weniger ein gänzlich neuentwickeltes Produkt, sondern vielmehr eine Zusammenführung der beiden Quest-Lösungen Foglight und Rapid Recovery, die als VROOM in einer einheitlichen Benutzeroberfläche integriert werden und so Management und Monitoring (Foglight) sowie Data Protection (Rapid Recovery) für heterogene und hybride IT-Umgebungen bieten.

Predictive Monitoring mit VROOM

Mit VROOM erhalten Quest-Kunden also eine plattform- und hypervisorübergreifende Management- und Monitoring-Lösung, die Workloads über Cluster bis hin zu Hosts und einzelnen virtuellen Maschinen überwachen und verwalten kann. Unterstützt werden derzeit Microsoft Hyper-V, VMware vSphere, OpenStack und die Public Clouds Microsoft Azure und AWS.

Dashboard von Quest VROOM
Monitoring-Überblick im Dashboard von Quest VROOM.

Am meisten Funktionen bietet VROOM derzeit für VMware-Umgebungen, hier können viele Verwaltungs- und Optimierungsaufgaben von vSphere auch über VROOM abgedeckt werden, beispielsweise das automatische Load Balancing wie in vSphere DRS (Distributed Ressource Scheduler) oder das Bereitstellen einer synchronen Live-Kopie wie in VMware Fault Tolerance.

Vollständig ersetzen will Quest die VMware-Tools damit zwar nicht, allerdings stehen viele fortgeschrittene Funktionen zum Ressourcen-Management mit vSphere erst in vSphere Enterprise Plus zur Verfügung, beispielsweise vSphere DRS, Storage DRS oder Storage und Network I/O Control. Auch die mit vSphere 6.5 neu vorgestellten Funktionen Proactive HA und Predictive DRS sind nur in vSphere Enterprise Plus beziehungsweise vSphere with Operations Management Enterprise Plus verfügbar. Damit, so zumindest Quest, biete man VMware-Kunden mit VROOM eine kostengünstige Alternative zur teuren Enterprise-Plus-Lizenz.

VMware-Admins stehen damit umfangreiche Funktionen zur VM-Verwaltung zur Verfügung, angefangen vom einfachen Provisioning virtueller Maschinen (hierzu verbindet sich VROOM mit vCenter und nutzt dessen Funktionen und Ressourcen) bis hin zu umfangreichen Ressourcenoptimierungen auf Basis der aktuellen und für die Zukunft vorhergesagten Ressourcennutzung.

Quest VROOM
Monitoring virtueller Maschinen mit Quest VROOM.

So lässt sich auf einen Blick erkennen, wie hoch die Auslastung bei Storage- oder CPU-Ressourcen ist, welche Kapazitäten ungenutzt an virtuelle Maschinen gebunden sind und so zurückgewonnen werden können und wo durch Ressourcenbeschränkungen Leistungseinbußen oder sogar Ausfälle drohen. Durch die fortlaufende Optimierung verspricht Quest sowohl geringere Capex-Investitionen durch weniger häufige Hardware-Neukäufe sowie geringere Opex-Kosten durch einen effizienteren IT-Betrieb.

Auf einer Presseveranstaltung zur Vorstellung von VROOM tat sich Quest sichtlich schwer damit, dieses Verhalten Machine Learning zu nennen, lieber sprach man von „lernenden Algorithmen“, mit denen sich auf Basis des aktuellen Ressourcenverbrauchs der zukünftige Ressourcenbedarf vorhersagen lässt. Unabhängig von der Namensgebung erinnert das Ergebnis stark an den kürzlich von HPE übernommenen Pionier in Sachen Predictive Monitoring, nämlich an Nimble Storage InfoSight.

VROOM-Funktionsumfang für Hyper-V, OpenStack, AWS und Azure

Im Vergleich zur VROOM-Funktionalität in VMware-Umgebungen hinkt der Funktionsumfang für Hyper-V, OpenStack, AWS und Microsoft Azure allerdings noch deutlich hinterher, auch wenn diese Plattformen laut Quest auf einer umfangreichen Roadmap für die nächsten Releases stünden. So ist das automatische Verschieben von Workloads auf Basis des Ressourcenverbrauchs derzeit nur für VMware-Umgebung möglich, Hyper-V soll hier aber „in Kürze“ folgen.

Als großes Problem erweist sich dabei offenbar, dass natürlich nicht in allen Hyper-V-Umgebungen auch System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) zum Einsatz kommt, was die Anbindung an VROOM wohl deutlich erleichtern würde. In den Cloud-Umgebungen von AWS und Microsoft Azure besteht der Fokus von VROOM dagegen vor allem in der Bereitstellung eines Cloud-Backups für Disaster-Recovery- und Failover-Szenarien und im Monitoring der Cloud-Ressourcen. Das aktive oder gar proaktive Management von Cloud-Workloads im Sinne sogenannter Multi-Cloud-Architekturen ist laut Quest derzeit nicht geplant.

Quest VROOM
Vorschläge zur Kostenreduzierung durch Quest VROOM.

Für zukünftige Releases ist allerdings eine Art App-Portabilität angedacht, um Workloads zur Ressourcen- und Kostenoptimierung zwischen Hyper-V- und VMware-Umgebung verschieben zu können. So könnte man beispielsweise je nach Applikation von den unterschiedlichen Lizenzstrukturen von Hyper-V und vSphere Gebrauch machen.

Mit Predictive Monitoring zum Erfolg?

Mit VROOM stellt sich jetzt also auch Quest im wachsenden Markt für Predictive Monitoring auf und bietet eine laut eigenen Aussagen „in dieser Form einzigartige End-to-End-Lösung, die Monitoring, Management und Verfügbarkeit vereint“. Auch bei Quest ist man sich aber durchaus bewusst, dass gerade im Umfeld von Data Protection und Monitoring auch andere Anbieter umfangreiche Tools zur Verfügung stellen.

Was VROOM laut Quest aber letztlich zum Erfolg machen soll, ist der integrierte Ansatz in ein Produkt mit einheitlicher Benutzeroberfläche sowie vor allem die proaktiven Management-Funktionen, mit denen auf Basis historischer Daten der zukünftige Ressourcenbedarf vorhergesagt und simuliert werden kann. Der Markt für Predictive Monitoring kommt dabei gerade erst in Schwung, wie nicht zuletzt die Übernahme von Nimble Storage durch HPE oder die Integration von Predictive DRS und Proactive HA in vSphere 6.5 zeigen.

Quest VROOM soll ab dem 26. Mai 2017 offiziell zur Verfügung stehen und wird sich dann gegenüber vorhandenen Monitoring-Tools mit Predictive-Monitoring-Funktionen wie beispielsweise der Open-Source-Lösung Nagios oder SolarWinds Server & Application Monitor beweisen müssen.

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