vectorfusionart - Fotolia

Ocata-Release: Neue OpenStack-Version verstärkt Container-Integration

OpenStack Ocata ist die inzwischen 15. OpenStack-Version. Neben Stabilitätsverbesserungen stehen vor allem Container im Zentrum der Neuerungen.

Die OpenStack Foundation hat die 15. OpenStack-Version mit dem Produktnamen Ocata freigegeben. Das Open-Source-Framework nimmt dabei wie zuvor schon OpenStack Liberty und OpenStack Mitaka vor allem Stabilität und Skalierbarkeit produktiver OpenStack-Bereitstellungen in den Fokus, bei den neu integrierten Funktionen fällt vor allem der große Schwerpunkt auf die Container-Virtualisierung auf.

Neue OpenStack-Versionen werden normalerweise alle sechs Monate veröffentlicht, der schnelle Release-Zyklus soll der rasanten Entwicklung des Cloud-Frameworks Rechnung tragen und der OpenStack-Community so die Möglichkeit geben, zwei Mal im Jahr neue Funktionen in die Software integrieren zu können.

OpenStack Ocata unterbricht dieses Schema erstmals, da die Veröffentlichung um zwei Monate vorgezogen wurde, um so einen größeren Abstand zu den regionalen und globalen Community-Events herzustellen. Mit OpenStack Pike, der nächsten OpenStack-Version, will die OpenStack Foundation aber wieder zum sechsmonatigem Release-Zyklus zurückkehren, OpenStack Pike ist demnach für August 2017 geplant.

Verbesserte Stabilität und Skalierbarkeit in OpenStack Ocata

OpenStack wird ungefähr seit OpenStack Kilo, spätestens aber seit OpenStack Liberty als ausgereift und stabil genug für Produktivumgebungen betrachtet. Trotzdem gibt es nach wie vor immer wieder Kritik an der Stabilität und Skalierbarkeit des Cloud-Frameworks beziehungsweise einzelner Module sowie an der hohen Komplexität bei Bereitstellung und Upgrades. Bei jeder neuen Version stehen daher vor allem auch Verbesserungen für den produktiven Einsatz von OpenStack im Fokus, OpenStack Ocata macht hier keine Ausnahme.

Laut OpenStack Foundation gab es trotz der kürzeren Entwicklungszeit zahlreiche Verbesserungen bei Performance, Stabilität und Skalierbarkeit. So wurde beispielsweise eine neue Nova-API integriert, mit der sich die Ressourcenzuweisung über den Nova-Scheduler besser an den tatsächlichen Anwendungsanforderungen ausrichten lässt. Ab Ocata muss diese neue Placement-API verwendet werden, entsprechend werden Compute-Nodes ohne Placement-Angaben nicht starten. Aktuell werden laut Release-Notes zunächst nur CPU-, RAM- und Disk-Ressourcen unterstützt, schon mit OpenStack Pike sollen aber neue Ressourcen-Klassen dazukommen.

Nova Cells ist eine Deployment-Architektur, die bereits mit einigen der ersten OpenStack-Versionen ausgeliefert wurde und die großflächige Skalierung von OpenStack ermöglicht. Um Begrenzungen im Backend zu umgehen, werden hierfür einzelne Zellen kleinerer Nova-Installationen angelegt, die anschließend zu einem großen Deployment verbunden werden. Mit Nova Cells v2 werden jetzt erstmals alle Nova-Funktionen unterstützt, weshalb OpenStack Ocata Nova Cells v2 zur Standardarchitektur für Nova-Deployments macht.

Weitere Artikel zu OpenStack:

Vier Tools zum OpenStack-Benchmarking

OpenStack-Umgebungen mit Tempest testen

Vier Tools zum OpenStack-Monitoring

Azure Stack – die OpenStack-Alternative, die keine mehr ist

Fünf Tipps für eine erfolgreiche OpenStack-Cloud

Eine weitere Neuerung für das Nova-Modul wurde mit dem Nova-Status Upgrade Check eingeführt, mit dem sich über die Kommandozeile die aktuelle OpenStack-Bereitstellung auf ihre Kompatibilität mit einem Upgrade auf OpenStack Ocata überprüfen lässt. Auf diesem Weg sollen sich noch vor einem Upgrade der Umgebung mögliche Probleme identifizieren lassen. Das In-Place-Upgrade von OpenStack-Umgebungen ist eine noch relativ neue Funktion, die erst seit OpenStack Mitaka zur Verfügung steht.

Weitere Verbesserungen bei Performance und Skalierbarkeit betreffen laut OpenStack Foundation beispielsweise überarbeitete Netzwerkfunktionen und Treiber für das Ironic-Modul, das für Bare-Metal-Bereitstellungen genutzt wird, den Zaquar Messaging-Service, der jetzt auch Swift Object Storage unterstützt oder Cinder Block-Storage, für den sich jetzt auch über Treiber Active/Active-Hochverfügbarkeitskonfigurationen einrichten lassen.

Mit OpenStack Ocata wurde auch das Telemetrie-Modul Ceilometer auf Version 8 aktualisiert, was die Anbindung an die Storage-Engine Gnocchi ermöglicht, gleichzeitig aber auch die Ceilometer API entfernt. Stattdessen verweisen die Release Notes auf die APIs von Aodh für Benachrichtigungen, Gnocchi für Metriken und Panko für Events. Eine weitere wichtige Neuerung in OpenStack Ocata ist die Keystone-to-Keystone-Federation, die jetzt als OS-Profiler UI vom Horizon Dashboard unterstützt wird.

Container-Virtualisierung und OpenStack

Die Container-Virtualisierung stand schon mit OpenStack Newton ganz im Zentrum des Cloud-Frameworks, und auch OpenStack Ocata integriert neben den Verbesserungen bei Stabilität und Skalierbarkeit vor allem in diesem Bereich neue Funktionen. Die größten Veränderungen an der Code-Basis gab es demnach bei den drei Container-Modulen Kolla, Kuryr und Zun.

Kolla dient dabei der Containerisierung von OpenStack-Services und unterstützt auf Ebene der Kontrollschicht jetzt die Container-Orchestrierung mit Kubernetes. Kolla kann OpenStack-Services wie Ceph, Cinder, Ironic oder Swift als Docker-Container zur Verfügung stellen, die über Ansible Playbooks verwaltet werden. Das Ziel von OpenStack Kolla ist eine einfachere OpenStack-Bereitstellung, indem die OpenStack-Cloud so weit wie möglich als containerisierter Microservice betrieben wird. Über darunterliegende Docker-Container und Docker-Images sollen sich so auch hunderte oder tausende Nodes unkompliziert und flexibel bereitstellen und skalieren lassen.

Kuryr wiederum ist ein Docker-Plugin, das über OpenStack Neutron Netzwerk-Services für Docker-Container bereitstellt und so auf Netzwerk- und Storage-Ebene eine Brücke zwischen Container-Umgebungen und OpenStack schlägt. Mit OpenStack Ocata unterstützt Kuryr jetzt auch die Container-Orchestrierung mit Docker Swarm. Kuryr hat zudem das neue Unterprojekt Fuxi erhalten, das Cinder- und Manila-Storage mit Container-Umgebungen verbinden soll.

Zun schließlich ist ein OpenStack-Service zum Container-Management, der über eine einheitliche OpenStack-API typische Verwaltungsaufgaben für unterschiedliche Container-Technologien ermöglichen soll. Während sich Zun gezielt auf das Management einzelner Container konzentriert, kümmert sich Magnum um Bereitstellung und Verwaltung von Container-Orchestrierungs-Tools wie Kubernetes, mit OpenStack Ocata unterstützt Magnum dabei als neues Tool jetzt auch Mesosphere DC/OS.

Mit OpenStack Ocata stützt sich OpenStack also noch stärker als bisher schon auf die Container-Virtualisierung. Die Einfachheit, Schnelligkeit und Flexibilität der Container-Bereitstellung soll also offensichtlich dazu beitragen, die Komplexität von OpenStack-Bereitstellungen zu reduzieren – und das sowohl innerhalb einer OpenStack-Cloud, indem Workloads containerisiert werden, als auch sozusagen außerhalb der OpenStack-Cloud, die mithilfe von Kolla selbst als eine Art Multi-Tier-Applikation bereitgestellt und verwaltet werden kann.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Erfahren Sie mehr über Private-Cloud-Infrastruktur

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close