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State of the Cloud Report: RightScale-Studie zeigt Trend zur Multi-Cloud

Eine neue RightScale-Studie zeigt einen deutlichen Trend zur Multi-Cloud. Mögliche Kostenvorteile werden aber noch nicht ausreichend realisiert.

Der jährliche State of the Cloud Report von RightScale wurde im Januar 2017 auch wieder für das laufende Jahr durchgeführt und bietet weitreichende Einblicke in die globale Cloud-Nutzung. Demnach nutzen 95 Prozent der mehr als 1.000 Unternehmen, die an der Befragung teilgenommen haben, irgendeine Art der Cloud.

Nur fünf Prozent davon ausschließlich die Private Cloud, mit 22 Prozent fast ein Viertel ausschließlich die Public Cloud. 72 Prozent wiederum nutzen unter anderem auch die Private Cloud, 89 Prozent die Public Cloud. Eine Schnittmenge von 67 Prozent schließlich verfolgen hybride Ansätze.

RightScale 2017 State of the Cloud Report

Damit hat die Cloud in ihrer allgemeinsten Form inzwischen beinahe sämtliche Unternehmen durchdrungen, während der Fokus der meisten Unternehmen hierbei noch immer klar auf Public und Private Cloud liegt.

Von der Hybrid Cloud zur Multi-Cloud

Streng genommen gehört die Hybrid Cloud als Integration einer Private-Cloud-Lösung mit einer Public Cloud nicht zur engeren Definition der Multi-Cloud, mit der eher die Nutzung mindestens zweier Public oder Private Clouds gemeint ist. Für den RightScale 2017 State of the Cloud Report werden allerdings auch hybride Szenarien der Multi-Cloud zugerechnet, wodurch ganze 85 Prozent der befragten Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern auf die Kategorie der Multi-Cloud entfallen.

RightScale 2017 State of the Cloud Report

Auch im engeren Sinne wären es allerdings bereits 27 Prozent, immerhin nutzen bereits 7 Prozent dieser Großkonzerne mehrere Private Clouds und 20 Prozent unterschiedliche Public Clouds. Kleinere Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern wurden allerdings leider nicht nach ihrer Multi-Cloud-Nutzung befragt. Damit scheint sich aber im Zuge der steigenden Hybrid-Cloud-Nutzung auch der Trend hin zur Multi-Cloud zu verstärken.

Unabhängig von der jeweiligen Größte nutzen laut RighScale-Studie Unternehmen, die Anwendungen in der Public Cloud ausführen, hierfür durchschnittlich bereits 1,8 Clouds, während sie mit weiteren 1,8 Public Clouds experimentieren. Insgesamt haben Unternehmen, die auf die Public Cloud setzen, hierfür also bereits 3,6 Cloud-Umgebungen im Einsatz.

RightScale 2017 State of the Cloud Report

Ein ähnliches Bild ergibt sich mit Blick auf die Private Cloud: Wer Workloads in der Private Cloud ausführt, der nutzt dafür laut RightScale durchschnittlich bereits 2,3 Private-Cloud-Lösungen und experimentiert mit weiteren 2,1. Insgesamt wären hier also bereits 4,4 Private-Cloud-Produkte im Einsatz.

Kostenvorteil der Multi-Cloud selten realisiert

Nach den größten Hemmnissen auf dem Weg in die Cloud befragt, antworteten 25 Prozent der Studien-Teilnehmer mit der Herausforderung, die Cloud-Kosten zu verwalten. Auf den gleichen Wert kommen auch Sicherheitsbedenken sowie fehlendes Fachwissen. Das Verwalten unterschiedlicher Cloud-Services liegt mit 22 Prozent nur unwesentlich hinter diesen Problemen.

Dabei zeigt sich, dass die Kostenfrage erst im weiteren Verlauf der Cloud-Nutzung relevant wird: Wer als Cloud Beginner gerade erst in die Cloud-Nutzung einsteigt, der legt weniger Wert auf die Kostenkontrolle als Unternehmen, die als Cloud Explorer oder Cloud Focused ihre Cloud-Umgebung schon länger betreiben. Mit wachsender Erfahrung steigt offensichtlich also auch das Kostenbewusstsein.

RightScale 2017 State of the Cloud Report

Gerade die Multi-Cloud wird oft als möglicher Weg zur Kostensenkung in Stellung gebracht, in dem hier die Preisstruktur von zwei oder mehr Cloud-Services gegeneinander ausgespielt werden kann. Idealerweise könnte man so seine Workloads also immer genau dort ausführen, wo die Kosten niedriger sind, je nach Tageszeit oder Anforderung an Skalierbarkeit und Compute-Ressourcen.

Tatsächlich wird diese Möglichkeit der Kostenreduzierung aber noch sehr selten eingesetzt, nur 20 Prozent der befragten Unternehmen nutzen die Kostenunterschiede bestehender Cloud-Anbieter für diese Strategie aus.

RightScale 2017 State of the Cloud Report

An erster Stelle steht zur Kostensenkung das klassische Infrastruktur-Monitoring mit einer bedarfsgerechten Anpassung der Instanzen (52 Prozent), gefolgt vom automatischen Herunterfahren nicht mehr benötigter Ressourcen (38 Prozent) und der Cloud-Nutzung nur zu besonders günstigen Zeiten (35 Prozent).

AWS und VMware führende Cloud-Plattformen

Der RightScale 2017 State of the Cloud Report wirft abschließend auch einen Blick auf die am häufigsten eingesetzten Cloud-Plattformen. Dabei nutzen für Public-Cloud-Services 57 Prozent der Unternehmen die AWS-Cloud, 34 Prozent Microsoft Azure und lediglich 15 Prozent die Google-Cloud. Allerdings geben diese Zahlen in der Form noch keinen Aufschluss über mögliche Marktanteile, weil es sich hier lediglich pauschal um die Nutzung handelt – die Anzahl dort ausgeführter Instanzen oder gar die dafür anfallenden Kosten werden also nicht berücksichtigt.

RightScale 2017 State of the Cloud Report

In gleicher Weise geht RightScale bei der Private-Cloud-Nutzung vor, dort führt VMwares Virtualisierungsplattform vSphere mit 42 Prozent – auch wenn nicht jede vSphere-Umgebung mit einer Private Cloud gleichzusetzen ist. VMware vCloud Suite, mit der sich vSphere erst die Automatisierungs- und Self-Service-Funktionen einer Cloud hinzufügen lassen, liegt mit 19 Prozent auf Platz 3. OpenStack dagegen hat sich überraschend mit 20 Prozent auf die zweite Stelle gedrängelt – demnach wäre das Cloud-Framework bereits in einem Fünftel der Unternehmen mit Private Cloud im Einsatz.

RightScale 2017 State of the Cloud Report

Interessant ist dabei auch der Blick auf Azure Pack/Azure Stack: Microsofts OpenStack-Alternative wird derzeit erst von 14 Prozent der befragten Unternehmen für Private-Cloud-Bereitstellungen genutzt, wird allerdings von etwas mehr Unternehmen (15 Prozent) getestet und nochmals fast so viele (13 Prozent) planen den Einsatz. Damit könnte das kommende Azure Stack kurzfristig durchaus zu OpenStack aufschließen, allerdings wird Microsofts eigenes Cloud-Framework voraussichtlich erst Ende 2017 verfügbar sein.

Ergänzend hierzu ist schließlich auch die Anzahl tatsächlich in der jeweiligen Cloud gehosteter virtueller Maschinen aufschlussreich. In Private-Cloud-Umgebungen führt dabei vSphere, 13 Prozent der befragten Unternehmen führen mehr als 1.000 virtuelle Maschinen auf vSphere aus, 31 Prozent mehr als 100. In der Public Cloud führt AWS, 8 Prozent der Unternehmen führen dort mehr als 1.000 virtuelle Maschinen aus, 28 Prozent mehr als 100.

RightScale 2017 State of the Cloud Report

Für den RightScale 2017 State of the Cloud Report wurde im Januar eine Umfrage mit 1.002 Teilnehmern durchgeführt. 20 Prozent davon sind RightScale-Kunden, 80 Prozent der Teilnehmer sind keine Kunden von RightScale. Etwa die Hälfte (485 Teilnehmer) der Unternehmen gehören zum Enterprise-Segment mit mehr als 1.000 Mitarbeitern, die andere Hälfte (517 Teilnehmer) arbeitet in Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern. Der State of the Cloud Report kann kostenlos auf rightscale.com heruntergeladen werden.

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