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HDCV und Adiabatik: Schneider Electric verspricht mehr Effizienz im Data Center

Mit Produkt-Updates will Schneider Electric für mehr Effizienz bei der RZ-Kühlung sorgen. Im Fokus stehen dabei Adiabatik und Freikühlung.

Die neuesten ASHRAE-Richtlinien ermöglichen immer höhere Temperaturen im Data Center, um so die Kühlleistung verringern und damit die Energiekosten senken zu können. Steigende Temperaturen betreffen aber nicht nur das IT-Equipment wie Server, Festplatten oder Switches, sondern in ähnlicher Weise auch Klimageräte.

Auch CRAC (Computer Room Air Conditioning) und CRAH (Computer Room Air Handler) müssen also für die Regelung der entsprechenden Zulufttemperatur und Zuluftfeuchte ausgelegt sein. Mit steigender Temperatur erhöht sich schließlich meist auch die Luftfeuchtigkeit, zudem spielen der Wassertemperaturbereich sowie die höhere Temperaturdifferenz eine große Rolle.

Thomas Nieschalk, Systems Engineer Cooling bei Schneider Electric, weist aber auf die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung hin. Eine höhere Lufttemperatur könne zwar zu Energieeinsparungen bei der Kühlung führen, gleichzeitig aber einen höheren Energieverbrauch direkt am Server nach sich ziehen, beispielsweise durch den höheren Energieverbrauch der Lüfter.

So oder so setzt Schneider Electric bei Fragen der Energieeffizienz auf die Data-Center-Kühlung. Laut Michel Arres, Vice President des Geschäftsbereichs IT Business, liegt dies vor allem daran, dass Klimaanlagen, Luftbefeuchtung und Kühlaggregate  etwa 40 Prozent des Stromverbrauchs eines Rechenzentrums ausmachen, der Strombedarf des IT-Equipments aber bei lediglich 30 Prozent liege. Das Einsparpotenzial ist bei der Kühlung also schlicht höher.

Aus diesem Grund erneuert Schneider Electric seit Mitte 2014 sein gesamtes Produktportfolio der Kühlgeräte, um durch Anpassung an aktuelle ASHRAE-Richtlinien eine höhere Energieeffizienz zu ermöglichen.

Neue HDCV-Kühllösung für den Doppelboden

Die Doppelbodenkühllösung Uniflair LE HDCV macht die Doppelbodenklimatisierung auch in Rechenzentren ab drei bis acht Rack-Reihen möglich. Eine möglichst hohe Effizienz soll die Kühllösung dabei durch die Anordnung der Lüfter am unteren Ende des Gerätes erreichen. Im Vergleich zum Vorgängermodell kann die neue HDCV-Produktreihe auf größere Wärmetauscher und größere Filter für geringere Druckverluste zurückgreifen.

Material- und Kosteneinsparungen sollen sich beim Einsatz im Doppelboden durch den nicht mehr benötigten separaten Rahmen ergeben, da die neuen Kühlgeräte jetzt über einen integrierten Rahmen verfügen, der beim Einsatz auf dem Doppelboden um Stützfüße erweitert werden kann. Die neue HDCV-Produktreihe deckt einen Nennleistungsbereich von 30 bis über 200 Kilowatt Energieaufnahme im Rechenzentrum ab und ist in jeder Nennleistungsstufe in zwei Gerätevarianten verfügbar, je eine für herkömmliche Wassertemperaturen und eine für höhere Wassertemperaturen.

Aquafair Chiller für nachrüstbare adiabatische Kühlung

Ebenfalls neu vorgestellt wurden die BCEF- und BREF-Modell der Aquaflair-Reihe für die adiabatische Kühlung mit Large Chillern. Auch hier verspricht Schneider Electric durch Verwendung der neuesten Technik eine signifikante Kostenreduktion durch maximierte Freikühlung. Thomas Nieschalk verweist aber auch im Zusammenhang mit adiabatischer Kühlung auf die Notwendigkeit einer umfassenden Kosten-/Nutzenanalyse, da sich mögliche Energieeinsparungen durch die höheren Kosten des Wasserverbrauchs und der Wasseraufbereitung möglicherweise egalisieren könnten.

Bei der adiabatischen Kühlung wird Wasser durch Verdampfung über Sprühdüsen vom flüssigen Aggregatszustand in den gasförmigen Aggregatszustand überführt, ohne dabei Wärmeenergie zuzuführen. Im Ergebnis sinkt die Temperatur der Umgebungsluft. Durch Verwendung spezieller Düsen soll sich die Oberfläche der Wassertropfen im Vergleich zu früheren Produkten um 115 Prozent vergrößert haben, was den adiabaten Effekt und damit auch die Kühlleistung erhöhen soll.

Montage eines Large Chiller von Schneider Electric am Produktionsstandort Conselve/Italien

Die Geräte der Aquaflair BCEF- und BREF-Serie eignen sich für einen Nennwert von 300 bzw. 400 bis 1200 Kilowatt und können vollständig über einen Mikroprozessor geregelt werden. Während der Aquaflair BREF zwei Kältekreisläufe gemäß EC Norm (PED 97/23/EC) bietet, nutzt der Aquaflair BCEF lediglich einen. Beide Systeme können sowohl mit als auch ohne adiabatische Kühlung betrieben und auch nachträglich noch nachgerüstet werden.

Die Kühllamellen der Large Chiller sind V-förmig angeordnet und bieten so eine höhere Kompaktheit. Für eine weitere Erhöhung des adiabatischen Effektes sprühen die Düsen das Wasser zudem leicht von den Lamellen weg, um den Verdampfungsweg zu erhöhen. Bei der Überarbeitung der Aquafair Chiller wurden die internen Regelkomponenten und die weitere Technik so optimiert, dass sie jetzt eine Temperaturspreizung des verwendeten Wassers von zehn statt bisher sechs Grad Celsius sowie eine Vorlauftemperatur des Kühlwassers von 23 bis 25 Grad verkraften.

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