RHEL OSP 7: Red Hats neue OpenStack-Plattform vereinfacht TripleO-Deployments

TripleO und RHEL OSP director: Version 7 von Red Hats OpenStack-Plattform soll vor allem Management und Deployment vereinfachen.

Der Kilo-Release von OpenStack wurde Ende April 2015 veröffentlicht, Red Hat zieht jetzt mit seiner eigenen OpenStack-Distribution Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform (RHEL OSP) in Version 7 nach und will damit vor allem das Deployment und Management von OpenStack-Clouds vereinfachen.

OpenStack Kilo bringt laut offizieller Webseite mehr als 400 neue Funktionen mit sich, unter anderem den ersten finalen Release von Project Ironic, mit dem das Bare-Metal-Provisioning von OpenStack möglich wird, oder auch Erasure Coding für OpenStack Swift. Während OpenStack Kilo die Basis von RHEL OSP 7 bildet, integriert Red Hat regelmäßig auch eigene, RHEL-spezifische Entwicklungen in seine OpenStack-Distribution. Für Mark Coggin, Senior Director OpenStack and Linux Platforms Marketing bei Red Hat, stechen in RHEL OSP 7 vor allem zwei Aspekte hervor: der neue RHEL OSP director sowie erweiterte High-Availability-Funktionen.

RHEL OSP 7 director vereinfacht TripleO-Deployments

Laut Mark Coggin stockt die weitere Verbreitung und Nutzung von OpenStack trotz der vielfältigen Möglichkeiten derzeit vor allem aufgrund des äußerst komplexen Deployments und Managements, wodurch der Betrieb von OpenStack-Clouds sehr zeit- und ressourcenintensiv wird. Das setze bei Unternehmen entsprechendes Fachwissen und vor allem auch die Bereitschaft voraus, sich auf das Abenteuer OpenStack einzulassen.

Das neue Installations-Tool RHEL OSP 7 director soll diese Aufgaben vereinfachen helfen und auch das aufwändige manuelle Updaten von OpenStack-Komponenten und das Re-Provisioning von Ressourcen automatisieren. RHEL OSP director basiert auf dem Community-Projekt TripleO, bietet demgegenüber aber einige Weiterentwicklungen wie beispielsweise eine grafische Benutzeroberfläche.

TripleO, oder OpenStack on OpenStack, nutzt ein als Undercloud bezeichnetes grundlegendes OpenStack-Deployment, um damit in der sogenannten Overcloud Produktions- oder auch Testumgebungen auf Basis einer weiteren OpenStack-Cloud bereitzustellen. Die tatsächlich von Anwendern genutzten Applikationen liegen also in der Overcloud. Durch die Bereitstellung einer Cloud innerhalb einer anderen Cloud lässt sich die Overcloud letztendlich leichter verwalten, bereitstellen, skalieren oder auch updaten.

Allerdings ist TripleO nicht ganz unumstritten. Ein häufiger Kritikpunkt lautet, dass hierbei Software, deren Installation äußerst komplex ist, auf einer höheren Abstraktionsebene für die eigene Bereitstellung genutzt wird, was die Komplexität letztlich nur erhöhe. Vor allem aufgrund der komplizierten Architektur von OpenStack on OpenStack gilt TripleO zudem als eher instabil und fehleranfällig.

Lange Zeit war vor allem HP Hauptantriebskraft hinter TripleO innerhalb der OpenStack-Community, bis sich HP Anfang des Jahres aus dem Projekt zurückgezogen hat. Am deutlichsten zeigt sich dieser Wandel an der Person von Robert Collins, Distinguished Technologist bei HP und bis dahin Projektleiter von TripleO, der in seiner Rücktrittserklärung den Zeitaufwand kritisiert, der für die Fehlersuche benötigt wurde.

Eine Alternative zu TripleO könnten laut Robert Collins Linux- bzw. Docker-Container sein, die als flexible und leichtgewichtige Grundbausteine eines OpenStack-Deployments dienen könnten. Mit REHL OSP 7 setzt zumindest Red Hat aber weiter auf TripleO beziehungsweise RHEL OSP director, Red Hat hat mittlerweile auch die Leitung des TripleO-Projekts übernommen.

High Availability auf Basis von RHEL 7 Pacemaker

RHEL 7 Pacemaker ist Teil des High Availability Add-on für Red Hat Enterprise Linux 7 und erweitert Red Hats Linux-Distribution um Hochverfügbarkeit. Neben dem komplexen Management von OpenStack ist für Mark Coggin vor allem auch das Fehlen dedizierter Enterprise-Funktionen wie Hochverfügbarkeit ein wesentlicher Grund für das Zögern vieler Unternehmen bei der Nutzung von OpenStack. Umso wichtiger sei es, dass RHEL OSP 7 jetzt High-Availability-Funktionen wie Live-Migration, Failover, Health- und Performance-Monitoring oder auch Re-Provisioning biete.

Damit will Red Hat für OpenStack neue Anwendungsmöglichkeiten schaffen, die über das Hosten zustandsloser Cloud-Apps hinausgehen und auch kritische Applikationen wie ERP- oder E-Commerce-Systeme beinhalten.

Weitere Neuerungen in OpenStack Kilo und RHEL OSP 7 betreffen NFV-Funktionen (Network Functions Virtualization), bei denen es auch bereits in RHEL OSP 6 Verbesserungen gab, Identity Federation oder auch verschiedene IPv6-Verbesserungen.

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