Horizon 6 und NVIDIA GRID: virtuelle Linux-Desktops mit Grafikbeschleunigung

Seit kurzem bietet Horizon 6 Unterstützung für virtuelle Linux-Desktops. Ab sofort auch mit GPU-Beschleunigung auf Basis von NVIDIA GRID.

Auch wenn Linux für VDI-Szenarien (Virtual Desktop Infrastructure) längst nicht die gleiche Bedeutung hat wie Windows, arbeiten Anbieter wie Citrix, VMware oder NVIDIA beständig daran, das quelloffene Betriebssystem auch im VDI-Markt aus der Nische zu holen. Mit Horizon 6 for Linux unterstützt VMwares VDI-Lösung seit Juni 2015 die Linux-Distributionen Ubuntu, Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und CentOS. Demgegenüber bietet XenDesktop 7.6 seit dem zweiten Feature Pack seit Anfang Juli 2015 Support für RHEL und SUSE Linux.   

In Zusammenarbeit mit NVIDIA ist VMware jetzt den nächsten Schritt gegangen und bietet ab sofort die Möglichkeit, die Grafikleistung virtueller Linux-Desktops per NVIDIA GRID zu beschleunigen. Offiziell unterstützt werden dabei die drei wiederum von VMware unterstützten Linux-Distributionen Ubuntu, RHEL und CentOS, laut Will Wade, Director GRID Product Management bei NVIDIA, dürften aber auch mit den meisten anderen populären Linux-Distributionen keine Probleme auftreten. Anders als bei Windows sei der Umgang mit Linux aufgrund der vielen verschiedenen Distributionen aber wesentlich komplexer, weshalb weitere Linux-Distributionen von NVIDIA erst bei entsprechender Kundennachfrage mit in den Support aufgenommen werden sollen.

Weitere Artikel zu VDI und Grafikbeschleunigung

Kostenloses E-Handbook: Einstieg und Grundlagen zu VDI

VMware-GPU-Virtualisierung: Soft 3D, vSGA und vDGA im Vergleich

GPU-Virtualisierung bei VMware und Citrix

Anders als bei virtuellen Windows-Desktops beschränkt sich die NVIDIA-GRID-Unterstützung für Horizon for Linux derzeit auf reine GPU-Pass-Through-Konfiguration, bei denen physische NVIDIA K1 oder K2 Grafikkarten per VMware vDGA (Virtual Dedicated Graphics Acceleration) direkt an einen virtuellen Desktop durchgereicht werden. Die GPU-Virtualisierung, so Will Wade, solle in einem zweiten Schritt aber auch für Linux-Desktops möglich werden. Zunächst richte sich das Angebot aber an grafikintensive Workloads, die beispielsweise in der Videobearbeitung mit Autodesk Maya, The Foundry NUKE und Mari oder Side Effects Houdini oder auch in der Geologie mit Software von Landmark oder Paradigm durchgeführt würden und entsprechend die GPU-Performance dedizierter Grafikkarten bräuchten.

Auf Funktionalität müssen Linux-Anwender dabei wie auch Windows-Nutzer nicht verzichten, NVIDIA GRID Direct-Pass-Through bietet laut NVIDIA also für virtuelle Linux-Desktops die gleichen Funktionen und Möglichkeiten wie für Windows-Desktops. Allerdings, so Will Wade, natürlich mit den systembedingten Unterschieden: DirectX beispielsweise wird als Windows-Grafikschnittstelle in Linux nicht unterstützt, weswegen hier linuxtypisch OpenGL zum Einsatz kommt.

Linux wird gegenüber Windows für VDI-Bereitstellungen sicherlich auch auf absehbare Zukunft eine eher untergeordnete Rolle spielen, kann aber ein zusätzliches Unterscheidungsmerkmal in einem immer härter umkämpften Markt werden. Daher dürfte eine ähnliche Unterstützung für NVIDIA GRID für virtuelle Linux-Desktops seitens Citrix nicht lange auf sich warten lassen.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Erfahren Sie mehr über Desktop-Virtualisierung

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close