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Blade-Server: Dell EMC PowerEdge MX-Serie

PowerEdge MX heißt die Wunderwaffe, mit der DellEMC den Blade-Server-Markt in den nächsten zwei Jahren neu sortieren will – mit der eigenen Lösung als Marktführer.

Dell EMC hat seine Blade-Server-Strategie überarbeitet und will mit der modularen PowerEdge MX-Serie nun den Markt aggressiv angehen und vor allem HP und Cisco das Leben schwer machen. Die MX-Serie ist bereits die 14. Generation an Serverhardware, die das Unternehmen auf den Markt bringt. Die Vorgängerversion soll im nächsten Jahr nach mehr als 11 Jahren abgekündigt werden. Die Produkte werden ab sofort gehandelt und an die Kunden gebracht.

Die neue Serie soll es Anwendern ermöglichen, eine flexible IT-Umgebung mit Server-, Speicher- und Netzwerkmodulen aufzubauen, die sowohl bestehende Workloads als auch künftige Anforderungen bedienen soll. Dafür hat der Hersteller die Serie so ausgelegt, dass auch kommende Technologien, beispielsweise bei der Netzwerkanbindung, unterstützt werden sollen. Insbesondere will Dell EMC die Nachfrage nach Automation, einfacherem Deployment und KI (Künstliche Intelligenz)-Einsatzgebieten adressieren.

Die PowerEdge MX-Serie wurde für flexible Rechenzentrumsoptionen konzipiert.
Die PowerEdge MX-Serie wurde für flexible Rechenzentrumsoptionen konzipiert.

Das Chassis

Das PowerEdge MX7000 Chassis misst sieben Höheneinheiten und kann acht normal oder vier doppelt breite Server-Blades oder bis zu sieben Storage-Einschübe aufnehmen. Es unterstützt drei I/O-Fabrics, alle mit redundanten Modulen. Die Verwaltung erfolgt kabellos, per Touchsreen-LCD oder ganz traditionell. Dieses Basismodul soll mindestens die nächsten drei Generationen an Prozessoren unterstützen und somit auch wenigsten die nächsten zehn Jahre nutzbar und aktualisierbar sein. Ebenso ist es darauf ausgelegt 400-Gb-Ethernet und schnellere Verbindungen zu unterstützen. Der Hersteller verspricht flexibles Hosting von Blocks mit Server- und Storage-Ressourcen, zentrale Stromzufuhr, Kühlung, Networking, und redundante I/O-Fabric-Module sowie Management aus dem Chassis heraus für ganze Gruppen.

Die Server-Blades und Storage

Die MX-Serie bietet zwei Server-Blades an, die alle skalierbaren Intel-Prozessoren mit bis zu 6 TByte Speicher unterstützen. Der MX740c-Server ist eine Zwei-Sockel-Version, der sechs 2,5-Zoll-NVMe-, SAS- oder SATA-Laufwerke aufnimmt, während der MX840c-Server acht Laufwerke integriert und eine Vier-Sockel-Variante darstellt. Beide Blades verfügen über duale SD-Karten sowie iDRAC9 für Management und Automatisierung.

Neben den Server-Blades steht Anwendern zudem ein so genannter Storage-Sled, MX5016s, zur Verfügung. Das Blade in voller Höhe und normaler Breite ist eine 12-Gbps-DAS-Lösung mit SAS-Speicher. Bis zu 16 Hot-Plug-Medien (2,5 Zoll) und ein SAS-Expander für hohe Verfügbarkeit lassen sich hier nutzen. Das Chassis kann sieben Storage-Einheiten einbinden und die Medien lassen sich individuell zu einem mehreren Servern mappen. Der Storage ist konzipiert für Software-defined Storage-Lösungen wie vSAN sowie für Datenbanken wie SQL oder ERP, die lokalen Speicher benötigen.

Das Netzwerk

Die MX Scalable Fabric Architecture dient mit vier Modulen der Netzwerkanbindung. Diese Komponenten bieten 25-Gigabit-Ethernet (GbE) und 32G-Fibre Channel (FC) Host-Konnektivität, kombiniert mit 100 GbE und FC Uplinks zur Reduzierung der Switching-Latenz in einer Multi-Chassis-Architektur. Unternehmenskunden können den MX-Cluster direkt an ein Dell EMC PowerMax SAN anschließen. Das integrierte Top-of-Rack-Switching unterstützt modulare und Rack-Server mit direkter Konnektivität zur Fabric.

Dell EMC hat hier gezielt auf eine Midplane verzichtet und nutzt die direkte Verbindung über Karte und I/O-Modul, die sich beliebig und unabhängig der Technologie auswechseln lassen. Somit will der Hersteller eine optimierte Zukunftstauglichkeit und einen besseren Investitionsschutz bieten.

Im Portfolio befinden sich zwei Switche, eine Switching Engine sowie ein Expander-Modul. Die Details im Kurzüberblick:

  • MX9116n Fabric Switching Engine: 16x 25 GbE interne Ports, 2x 100 GbE oder 8x FC32 Unified Ports, 2x 100 GbE Ports und 12 Fabric Expansion Ports
  • MX7116n Fabric Expander Module: 16x 25 GbE interne Ports und 2 Fabric Expansion Ports
  • MX5108n Ethernet Switch: 8x 25 GbE interne Ports, 2x 100 GbE Ports, 1x 40 GbE Port und 4x 10 GBase-T Ports
  • MXG610s Fibre Channel Switch: 16x FC32 interne Ports, 8x FC32 SFP+ Ports und 2x QSFP 4x FC32 Uplink Ports

Das Unternehmen empfiehlt ab drei Blades den großen Switch, also die Engine einzusetzen, da dies kosteneffizienter ist. Die Switche lassen sich bei Bedarf im SDN-Modus betreiben. Mit der Switching Engine und dem Expander soll ein IT-Administrator bis zu 80 Server auf 10 Chassis unter einer einzigen Switching-Infrastruktur verwalten können.

Das Management

Ebenso überarbeitet wurde das Management-Tool, das nun als OpenManage Enterprise Modular Edition zur Verfügung steht. Damit lassen sich die einzelnen Komponenten – Compute, Storage und Netzwerk – über eine GUI verwalten. Insgesamt können 20 Chassis gemanagt werden. Der Hersteller verspricht einfache Administration, die das Deployment und Monitoring in jeder Größe vereinfache soll, sowie intelligente Automatisierung für einfachere und schnellere Roll-outs.

Das Tool ist kostenfrei und integriert über ein RESTful API Komponenten von Drittanbietern, allerdings sind lediglich Standard-Monitoring-Funktionen verfügbar. Die Verwaltung aller Dell EMC Server kann mit OpenManage Enterprise Edition virtual Appliance erfolgen.

Anspruchsvolles Ziel: #1 in nur zwei Jahren

Das Konzept der „composable“ Infrastruktur, also der flexiblen Gestaltung von Blade-Servern ist nicht neu. HPE war eines der ersten Unternehmen, die diesen Markt mit der Synergy-Lösung definierten. Bekannte Anbieter wie Cisco oder Start-ups wie Attala Systems oder Liqid tummeln sich hier auf einem überschaubaren, aber stabilen Markt. Trotzdem hat Dell EMC einen anspruchsvollen Plan: „Wir sind uns sicher, dass wir bis 2020 im Bereich der Blade-Server Marktführer werden und HP überholen können“, sagt Jürgen Renz, VP und GM GCN Germany.

Die Aussage scheint gewagt, aber Dell EMC sieht sich hier im Vorteil. Vor Kurzem hatte Fujitsu bekannt gegeben, sich aus dem Blade-Server-Markt zurückzuziehen und manche Lösungen, wie die von Cisco, sind bereits seit einiger Zeit am Markt, ca. neun Jahre in diesem Fall, und könnten mit den flexiblen Technologieoptionen, die Dell EMC anbietet eventuell nicht mithalten. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf die durch den Merger hinzugewonnenen Synergien, genauer gesagt die größere Vertriebsmannschaft und die bestehenden Kundenbeziehungen, die EMC mit in die IT-Ehe brachte.

Zum Redaktionsschluss lagen keine Preisinformationen vor. Es ist davon auszugehen, dass trotz bestehender Listenpreise, die Kosten vom Projekt, der Konfiguration und den individuellen Angeboten des Herstellers abhängt, beispielsweise wenn es darum geht, bestehende Lösungen aus dem Rechenzentrum zu drängen.

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