Alternative zu XenApp und Co.: Enterprise-Apps mit Azure RemoteApp bereitstellen

Am 11. Dezember verlässt Azure RemoteApp die Preview-Phase und konkurriert mit XenApp und Horizon View. Was bringt der Weg über die Microsoft-Cloud?

Die Bereitstellung virtualisierter Anwendungen über RemoteApp hat Microsoft bereits mit Windows Server 2008 vorgestellt, seit Anfang des Jahres gibt es mit Azure RemoteApp eine Cloud-basierte Variante, die bisher lediglich als Preview erhältlich war. 

Wie Microsoft jetzt verkündete, wird Azure RemoteApp ab dem 11. Dezember allgemein verfügbar sein und kann damit auch in Produktivumgebungen genutzt werden. Azure RemoteApp tritt damit in Konkurrenz zu Produkten wie Citrix XenDesktop/XenApp und VMware Horizon View.

Standard oder Basic: RemoteApp-Nutzer haben die Wahl

Während der Preview-Phase war die Nutzung von Azure RemoteApp im Rahmen eines Azure-Abonnements kostenfrei möglich, ab Donnerstag werden nach einer 30-tägigen Testphase Gebühren fällig. Neben einem monatlichen Startpreis erfolgt die Abrechnung über ein Pay-as-you-Go-Modell, berechnet wird also nur die tatsächlich genutzte Zeit.

Für die Bereitstellung einfacher Web-Apps empfiehlt Microsoft den Basic-Tarif, für den pro Nutzer ein Startpreis von 10 US-Dollar (derzeit 7,447 Euro) für 40 Stunden im Monat fällig wird. Innerhalb dieses Zeitkontingents schlägt jede weitere Stunde mit 0,1304 Euro zu Buche, ab zusätzlichen Kosten von 13 Euro werden die Kosten gedeckelt. 

Sollen Anwendern komplexere Produktivitäts-Anwendungen wie Office-Programme bereitgestellt werden, steht auch ein Standard-Tarif zur Verfügung. Hierfür werden ein Startpreis von 15 US-Dollar (11,18 Euro) für 40 Stunden im Monat sowie 0,149 Euro für jede genutzte Stunde innerhalb dieser 40 Stunden veranschlagt. Die Kostendeckelung greift hier erst bei 18 Euro pro Nutzer. In beiden Tarifen haben Anwender zudem Zugriff auf 50 GB Cloud-Storage.

Skalierbarkeit und Flexibilität durch Azure RemoteApp

Die Bereitstellung der Anwendungen erfolgt über einen in Microsoft Azure gehosteten Windows Server 2012 R2 und das Remote Desktop Protocol (RDP). Unterstützt werden also alle Anwendungen, die auf Windows Server 2012 R2 laufen. Gleichzeitig soll Azure RemoteApp auch mit Microsoft App-V zusammenarbeiten, um Anwendungen per App-V zum RDS-Server (Remote Desktop Services) zu streamen und anschließend über RemoteApp an Endgeräte auszuliefern. Entsprechende Clients für den Zugriff auf per Azure RemoteApp bereitgestellte Anwendungen stehen für Windows, Windows Phone, Android, Mac OS und iOS zur Verfügung.

Im Managment-Portal von Microsoft Azure lassen sich Template-Images verwalten und bereitstellen. Bild: Microsoft

Während Nutzer den Unterschied zu lokal installierten Anwendungen idealerweise gar nicht bemerken, ergeben sich für IT-Abteilungen auf diese Weise eine ganze Reihe von Vorteilen. So müssen Anwendungen nicht mehr nativ für verschiedene Plattformen entwickelt, bereitgestellt und verwaltet werden. 

Zudem können Unternehmensdaten bei einem Zugriff per RemoteApp an zentraler Stelle gespeichert bleiben, wodurch im Fall eines Diebstals oder Verlusts des Endgerätes keine geschäftskritischen Daten verlorengehen. Gleichzeitig können IT-Abteilungen durch die Bereitstellung von Anwendungen über RemoteApp von der größeren Skalierbarkeit und Flexibilität einer Cloud-basierten Lösung Gebrauch machen.

Azure RemoteApp bietet die Möglichkeit zur hybriden Bereitstellung

Während bei Azure RemoteApp vor allem die Einfachheit von Bereitstellung und Management über das Azure Management Portal im Vordergrund steht, bietet Microsoft durchaus auch die Möglichkeit einer hybriden Bereitstellung von Azure RemoteApp an. 

Dadurch erhöht sich zwar die Komplexität der Bereitstellung, gleichzeitig können so aber auch eigene Enterprise-Anwendungen mit mehr Konfigurationsmöglichkeiten jenseits von Standard-Office-Programmen bereitgestellt werden.

Da bei diesem Bereitstellungsmodell Teile der Infrastruktur im eigenen Data Center liegen, haben IT-Abteilungen auch direkten Zugriff auf das verwendete Template-Image der Anwendung und können tiefergehende Änderungen vornehmen. 

Die so bereitgestellten Anwendungen können über ein virtuelles Netzwerk zudem der eigenen Domäne hinzugefügt werden, wodurch sich über das Azure Active Directory zum Beispiel auch unternehmensinterne Anmeldeinformationen für den Zugriff auf die bereitgestellten Anwendungen verwenden lassen. 

Gleichzeitig bietet die eigene Domäne erweiterte Management-Möglichkeiten der im eigenen Data Center verwendeten RDSH-Instanzen (Remote Desktop Session Host) per Windows Server Update Services (WSUS), Gruppenrichtlinien oder Microsoft System Center.

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