Virtualisierungs-Management: Multi-Hypervisoren liegen im Trend

Das Virtualisierungs-Management und die Unterstützung von Multi-Hypervisoren stehen im Fokus.

Unterstützung für unterschiedliche Hypervisoren und umfassendere Lösungen für das Management von Virtualisierung werden im Zuge einer Branchen-Konsolidierung zu unverzichtbaren Angeboten werden. Dies sagen IT-Profis und -Experten für das Jahr 2012 voraus. Die Zahl der Unternehmen, die Umgebungen mit mehreren Hypervisoren betreiben, werde zunehmen. Dies wiederum werde Management-Werkzeuge für mehr als einen Hypervisor in den Mainstream bringen.

„Meiner Ansicht nach werden die Leute Hypervisoren stärker danach auswählen, was zusätzlich dazu noch laufen soll, statt danach, was sie schon haben. Denn es wird billiger sein, einen zu nehmen, der gut zu dem passt, was sie vorhaben“, erklärt Joe Henrich, Assistent Vice President Technologie bei einer Regionalbank im mittleren Westen der USA.

Zwar ist Henrich im Moment Hyper-V-Anwender, doch kann er sich VMware für Teile seiner Umgebung, wie etwa Linux-Gäste, durchaus vorstellen. „Derzeit ist es so, dass man sich für eines dieser beiden Produkte entscheidet. Aber ich glaube, das wird sich bald ändern“, sagt er dazu.

Test- und Entwicklungsumgebungen sind „ebenfalls überfällig dafür, dass Konkurrenten VMware hier ein paar Marktanteile (allerdings nicht unbedingt viele Dollars) abnehmen. VMware wiederum wird mehr in Richtung missionskritischer Anwendungen drängen“ meint Stu Miniman, Analyst bei Wikibon.org.

In der Zwischenzeit bedeutet der weitere Vorstoß von VMware mit vCenter Operations in das Geschäft mit Virtualisierungsmanagement, dass Drittanbieter künftig mehr leisten müssen als nur dem Marktführer zu folgen. „Ich kann voraussagen, dass Drittanbieter dafür sorgen werden, dass sie ein Leben jenseits von VMware haben, vor allem jetzt, wo VMware immer mehr in ihre Bereiche eindringt“, sagt Andrew Storr, leitender Berater bei Storrs and Associates.

Für VMware hat CEO Paul Maritz bereits erklärt, dass es für das Unternehmen nicht in Frage kommt, Management-Produkte für andere Hypervisoren als den eigenen zu entwickeln. Allerdings könnte genau diese Haltung VMware in Zukunft Probleme bereiten, besonders weil der Hauptkonkurrent Microsoft derzeit seinen System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) 2012 vorbereitet. Dieser kann Citrix XenServer und vSphere sowie auch Hyper-V verwalten.

Microsoft ist nicht das einzige Unternehmen, das versucht, VMware mit Heterogenität zu schlagen: Quest und VKernel gehen genauso vor. „Das ist eine echte Herausforderung für VMware. VCenter Operations ist nur mit vSphere kompatibel, während sowohl Quest vFoglight als auch VKernel bereits vSphere und Hyper-V unterstützen“ sagt Bernd Harzog, Analyst bei Virtualization Practice.

Falls VMware seine Management-Software nicht selbst in heterogenen Umgebungen einsetzbar macht, könnten sogar Drittanbieter in die Bresche springen, meint Harzog. Einer dieser Anbieter ist HotLink, laut Harzog ein „absoluter Joker“, der das Feld des Virtualisierungs-Managements „in vielerlei Hinsicht sehr interessant machen könnte“.

Experten sagen Konsolidierung der Branche voraus

Das Anbieten umfassenderer Lösungen wird also zur Schlüsselstrategie gegen das Vordringen von VMware. Dadurch dürfte es in der Branche zu mehr Übernahmen kommen, sagen Experten voraus.

„Es leuchtet ein, dass manche der Spieler, die bislang unabhängig geblieben sind, nächstes Jahr geschluckt werden – die HyTrusts und Catbirds dieser Welt. Es kommt der Zeitpunkt, zu dem es verführerisch wird, sich einen davon einzuverleiben und ins eigene Angebot aufzunehmen. Das gilt umso mehr, wenn alles gut zusammenspielt“ prognostiziert Storrs. Nach der Meinung von Analysten sollte man nicht überrascht sein, wenn hier als Aufkäufer bislang zurückhaltende etablierte Unternehmen wie IBM, CA, BMC oder HP auftreten.

Edward Haletky, CEO und Analyst bei Virtualization Practice, erklärt: „Ich glaube, dass nächstes Jahr zum Jahr der beschleunigten Konsolidierung und Aufkäufe wird. Wir sehen schon jetzt den Anfang davon, aber die Großen werden bald ernsthaft im Virtualisierungs- und Cloud-Markt mitspielen. Meiner Meinung nach wird man das vor allem bei den Management-Tools beobachten.“

„Ich glaube, der Kauf von VKernel durch Quest ist der Vorbote für das, was sich demnächst abspielen wird“, sagt Jeff Byrne, Analyst bei der Taneja Group. „Die größeren Spieler im Markt für Virtualisierungs-Management einschließlich VMware wollen ihre Produktpalette mit Angeboten für Performance, Kapazität und Analytik ergänzen. Ich vermute, dass so mancher Anbieter es leichter finden wird, diese Möglichkeiten aufzukaufen statt sie selbst zu entwickeln.“

Beth Pariseau ist leitende Nachrichten-Redakteurin bei SearchServerVirtualization.com.

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