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Windows und Linux für Enterprise Workloads im Vergleich

Produktive Workloads lassen sich mit Windows und Linux betreiben. Sehen Sie aber nicht nur auf die anfänglichen Kosten, wenn Sie Betriebssysteme vergleichen, meint Brian Kirsch.

Windows ist auf dem absteigenden Ast und Linux wird seinen Platz einnehmen.

Solange ich in der IT beschäftigt bin, habe ich diese Voraussage unzählige Male gehört. Die Diskussion darüber hält schon einige Zeit an, aber Windows Server hat eine solide Basis im Data Center.

Waren die ganzen Voraussagen falsch? Hat Microsoft einfach das bessere Produkt? Aus meiner Sicht bleibt Windows Server verglichen mit Linux in den folgenden Bereichen die erste Wahl: Kosten, Lizenzierung und Management.

Linux scheint eine gute, günstigere Alternative für Windows zu sein. Sobald Sie sich aber mit den Details beschäftigen, werden Sie sehen, dass Sie bekommen, wofür Sie bezahlen.

Ein genauerer Blick auf die realen Kosten, um Windows und Linux zu betreiben

Vergleichen Administratoren Windows und Linux, sind die Lizenzkosten oft der größte Faktor.

Oberflächlich gesehen kostet Microsoft mehr als Linux. Letzteres ist ein freies, Open-Source-Betriebssystem. Microsoft hat zudem Änderungen bei der Lizenzierung von Windows Server vorgenommen und die Preise angezogen. Deswegen ist der Preisunterschied nun noch deutlicher.

Kaufen Sie eine Lizenz von Windows Server, bedeutet das nicht unbegrenzten Support. Sie müssen genau wie bei einem Linux-Anbieter für jeden Support-Fall separat bei Microsoft bezahlen. Was bekommen Sie nun alles für Ihr Geld?

Bei Windows Server geht es um mehr als nur Leistungsmerkmale und Funktionen – Sie bekommen Konsistenz. Unternehmen bezahlen für Einheitlichkeit zwischen den Versionen. Administratoren wissen also, wenn sie Windows aktualisieren, werden API und die .NET-Schnittstellen von einer Version zur nächsten ähnlich sein. Sie vertrauen darauf, dass die Anwendungen, die das Unternehmen benötigt, auch nach einem Upgrade funktionieren. Lizenzen für Windows Server sind teuer, aber sie zahlen sich auf andere Weise aus.

Sehen wir uns Linux-Anwendungen an, werden sie häufig als starre Appliances eingesetzt. Erscheint eine neue Version einer Anwendung, kommt eine virtuelle Appliance. Der Administrator importiert die Einstellungen und Daten von einer Appliance zur nächsten. Das funktioniert zwar meist reibungslos, aber es ist trotzdem etwas Arbeit notwendig.

Administratoren von Windows Server müssen den gleichen Prozess durchlaufen, aber Sie können auch das Basis-Betriebssystem aktualisieren. Linux-Implementierungen bieten diese Option normalerweise nicht. In einer idealen Welt sollten Sie das Betriebssystem immer ersetzen und von einem Upgrade Abstand nehmen. Es hilft aber, wenn Sie die Wahl haben.

Support von Windows und Linux im Vergleich

Sowohl bei Linux als auch Microsoft bekommen Sie vom Anbieter Support, aber das kostet. Ihre IT-Belegschaft wird die Mehrheit der Probleme mit dem Server-OS beheben, aber wenn sie nicht mehr weiter weiß, wird der Hersteller zurate gezogen.

Weil Windows als Desktop-Betriebssystem oder durch Schulungen allgegenwärtig ist, gibt es mehr Windows- als Linux-Administratoren. Wegen Angebot und Nachfrage müssen Unternehmen mehr für gute Linux-Administratoren bezahlen.

Die Administratoren müssen außerdem die Unterart der Linux-Distribution kennen, die sie benutzen. Alle Linux-Distributionen werden mit dem gleichen Kernel gebaut, aber jeder Distributor kann seine eigene Hülle basteln. Ihr Administrator muss sich mit der speziellen Geschmacksrichtung von Linux auskennen und wissen, ob es bestimmte Bereiche gibt, die spezielles Wissen für die Fehlersuche voraussetzen.

Ihre spezielle Linux-Distribution funktioniert vielleicht nicht mit APIs oder Tools von Dritten, die mit anderen Linux-Distributionen funktionieren. Die Linux-Integration ist in den vergangenen Jahren besser geworden, aber die meisten Administratoren werden sich für Microsoft und seine Installationsassistenten entscheiden, wenn Sie Windows und Linux in diesem Bereich vergleichen.

Microsoft gibt einmal im Monat Patches aus. Vielleicht gefällt das den Administratoren nicht, aber sie können sich darauf verlassen, dass die Sicherheits- und Funktions-Updates pünktlich erscheinen. Eine Linux-Distribution könnte ein Upgrade für eine Appliance ausgeben, die mit viel Aufwand verbunden ist.

Das funktioniert vielleicht für Unternehmen, die mit Technologie arbeiten. Aber in anderen Branchen mit einem schlanken IT-Personal ist eine Unterstützung von Linux vielleicht nicht machbar. Können Ihre Administratoren nicht mit Linux-Befehlen umgehen, sehen sie vielleicht wie Studenten aus dem ersten Informatik-Semester aus, weil sie die Anleitungen für das Einspielen der Patches googeln. Wollen Sie das wirklich in produktiven Umgebungen haben?

Windows bleibt für Enterprise Workloads die erste Wahl

Das bedeutet aber nicht, dass Linux kein gutes Betriebssystem ist. Es ist sehr solide und es gibt in einem modernen Data Center diverse Anwendungsfälle dafür. Sie müssen zwar anfänglich nicht so viel dafür bezahlen, aber wenn Sie die Kosten für Support einrechnen, ist Linux nicht kostenlos. Vergleichen Sie die Betriebssysteme Windows und Linux, kann eine Anwendung und das Management von letzterem schwierig sein. In vielen Diskussionen fallen diese Punkte während der anfänglichen Diskussion über Kosten unter den Tisch.

Viele meinen, dass Linux das Ende der GUI-Version von Windows Server in Unternehmen zur Folge haben wird. Ich glaube, dass Server Core ein praktikablerer Ersatz ist. Diese Windows-Server-Variante hat sich viel von Linux und seiner schlankeren Basis abgeschaut. Es braucht weniger Patches und bietet mehr Stabilität. Die anderen vorteilhaften Funktionen sind die Konsistenz und die Benutzerfreundlichkeit der Windows-Server-Serie.

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Artikel wurde zuletzt im November 2018 aktualisiert

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