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Warum uns VDI erhalten bleiben wird

VDI mag nicht alle der ursprünglichen Heilsversprechen gehalten haben. Dank besserer Preise und Leistung hat VDI aber seinen Platz in der Geschäftswelt verdient.

Mit der Virtuellen Desktop Infrastruktur (VDI) ging es in der Vergangenheit immer wieder auf und ab. Beim Erscheinen vor zehn Jahren zunächst als die nächste große Evolution der Virtualisierung angepriesen, wurde VDI bald auch schon zum Fehlschlag abgestempelt.

Mit ein wenig Abstand und nüchternem Blick auf die Realität jedoch erfreut sich VDI einer ziemlich rosigen Zukunft.

Um herauszufinden, wie vital VDI in der Tat noch immer ist, lohnt sich ein Blick auf die Gründe, die die Pessimisten seinerzeit anführten sowie darauf, was (falls überhaupt) sich seitdem geändert hat.

These: VDI ist unerschwinglich teuer

In den frühen Tagen der VDI lagen die Kosten laut einiger damaliger Schätzungen für einen virtuellen Desktop gut und gerne fünfmal so hoch wie die für einen vergleichbaren physischen Desktop-Computer. Tatsächlich waren virtuelle Desktops ehemals derartig lächerlich überteuert, dass einige Unternehmen es sogar als Statussymbol verstanden, sie produktiv einzusetzen.

Und selbst heute noch tobt die Debatte, ob am Ende die Bereitstellung eines physischen oder eines virtuellen Desktops kostengünstiger sei. Die VDI-Anbieter erzählen potenziellen Kunden selbstverständlich, dass virtuelle Desktops günstiger seien als physische Desktops. Es wird Sie nicht überraschen zu erfahren: die Anbieter physischer Desktops sehen das ganz anders.

Doch auch völlig unabhängig davon, ob die Total Cost of Ownership (TCO) bei physischen oder virtuellen Desktops geringer sind: Dass die Leute überhaupt darüber streiten, ob die eine oder die andere Lösung teurer ist, zeigt deutlich auf, wie sehr viel kostengünstiger virtuelle Desktops inzwischen geworden sind.

Dieser Kostensturz lässt sich vor allem auf drei Faktoren zurückführen:

  • Günstigere Lizenzbedingungen
  • Das Mooresche Gesetz: Im VDI-Kontext bedeutet das Mooresche Gesetz, dass die IT-Abteilung mit wachsender Reife der Technologie mehr virtuelle Desktops pro Host nutzen kann.
  • Zweckorientierte hyperkonvergente Infrastruktur (HCI): HCI verringert die Kosten für langfristige Betriebsaufgaben durch die Kombination der Rechen-, Speicher- und Netzwerkressourcen in derselben Hardwarekomponente.

These: Enterprise Desktops sind komplex

Es gehört viel mehr als nur das Betriebssystem zu einem Enterprise Desktop, egal ob dieser physisch oder virtuell ist. Viele weitere Komponenten müssen berücksichtigt werden. Einige davon umfassen die Anwendungen, Gerätetreiber und Benutzerprofile.

Früher bedeutete eine Änderung an irgendeiner dieser oder anderer Komponenten eines Desktops im Zweifelsfall, ein komplett neues Desktop-Image bereitstellen zu müssen. Deshalb galt die Verwaltung virtueller Desktops als deutlich zu aufwändig, um der Technologie praktischen Nutzen abgewinnen zu können.

Heute gibt es keinen einzigen Grund mehr, virtuelle Desktops auf einem einzigen, monolithischen und oft veränderten Image basieren zu lassen. Es wird zunehmend normaler, dass die IT-Abteilung virtuelle Desktops in eine Reihe von virtualisierten Subkomponenten aufteilt. Dieser Ansatz funktioniert ähnlich wie die Containerisierung.

Die IT-Abteilung könnte zum Beispiel Anwendungen virtualisieren, um diese ohne Rücksicht auf das Betriebssystem-Image verwalten zu können. Ebenso kann ein Benutzerprofil in virtuelle Ebenen aufgebrochen werden, mit denen die Illusion einer Persistenz ohne Auswirkungen auf das Desktop-Betriebssystem zu erreichen ist. Jedenfalls aber hat die Aufteilung in Ebenen sich zu einer Antwort auf die Komplexität von Enterprise Desktops entwickelt.

These: Leistung unterlegen

Frühere Implementierungen von VDI haben für anspruchslosere Anwendungen wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sicherlich funktioniert, spätestens bei rechen- oder grafikintensiven Aufgaben hingegen wurde es mehr als nur kritisch. Selbst die einfache Aufgabe, ein Video von YouTube abzuspielen, konnte zu der Zeit ein VDI-Deployment in die Knie zwingen.

Doch auch das ist Vergangenheit. Heute ist die Leistung einer VDI grundsätzlich besser. Natürlich liegt das auch am Mooreschen Gesetz, doch auch andere Faktoren spielen hier mit. Zum Beispiel gibt es VDI inzwischen schon so lange, dass auch die Anbieter deutliche Fortschritte bei der Leistungsoptimierung ihrer VDI-Software erzielt haben. Und auch Anbieter wie VMware und Microsoft haben neue Features entworfen, um Leistung und Stabilität zu erhöhen.

So kann zum Beispiel eine IT-Abteilung die Leistung virtueller Desktops herabsetzen, um einzelne Anwender an der Ausführung von Workloads zu hindern, die negative Auswirkungen auf andere virtuelle Desktops haben würden. Auch kann die IT grafikintensive Workloads virtueller Desktops direkt auf physische Grafikprozessoren weiterleiten, um somit eine Grafikleistung zu erzielen, die nahe an der eines physischen Desktops liegt.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2018 aktualisiert

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