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Per Managed Private Cloud die Digitalisierung vorantreiben

Managed Private Clouds bieten die Sicherheit der Private Cloud, die Flexibilität der Public Cloud und die nutzenbasierte Abrechnung. Die IT-Abteilung profitiert vom neuen Freiraum.

„Mein Chef hat gesagt, ich soll mich mal um die Digitalisierung kümmern“. IT-Berater hören solche Sätze öfter. Die CIOs, die vor dieser Herausforderung stehen, sind mit dem täglichen IT-Betrieb eigentlich ausgelastet. Um dennoch Zeit und Ressourcen für Innovationen zu finden, könnten IT-Leiter auf „pflegeleichte“ Public Clouds setzen. Tun sie aber häufig nicht, da sie dabei um die Sicherheit ihrer Daten fürchten.

Mit einer Managed Private Cloud behält das Unternehmen jederzeit die Kontrolle über seine Daten. Denn diese verbleiben im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Hoster oder Colocator, mit dem es zusammenarbeitet. Bestehende IT-Sicherheitslösungen können die Firmen dabei weiter einsetzen. Zusätzlich bringt die Cloud-Lösung integrierte Sicherheitsfeatures mit, so dass in der Regel keine weiteren Anschaffungen für die Absicherung erforderlich sind.

Im Gegensatz zur Private Cloud müssen sich Unternehmen aber um den Betrieb der Managed Private Cloud selbst nicht kümmern – das übernimmt ein Managed-Services-Anbieter. Die Managed Private Cloud skaliert in einem vorher festgelegten Rahmen. Wie bei der Public Cloud müssen Kunden die Hardware je nach Anbieter nicht kaufen und haben daher keine Anschaffungskosten. Stattdessen berechnet der Anbieter monatlich Grundkosten für die Minimalressourcen und rechnet die übrigen genutzten Ressourcen nach Verbrauch ab. Dadurch können Unternehmen Kapitalkosten (CAPEX) in Betriebskosten (OPEX) umwandeln, was sich in den meisten Fällen positiv auf die Unternehmensbilanz auswirkt.

Auch finanziell lohnt sich die Managed Private Cloud

Aber wie sieht es mit den Kosten aus – ist die Public Cloud nicht preiswerter? Laut der Studie Was kostet die Cloud? des Beratungsunternehmens Research in Action GmbH zahlen sich Ausgaben für Public-Cloud-Dienste für 87,1 Prozent der Befragten schon innerhalb des ersten Jahres aus. Investitionen in eine verwaltete Private Cloud in Colocation amortisieren sich bei 95,5 Prozent der Befragten nach weniger als zwei Jahren.

Doch das bedeutet nicht automatisch, dass die Public Cloud auch immer die günstigste Lösung ist. Sie lohnt sich ganz besonders dann, wenn Hochleistung in seltenen Fällen erforderlich ist, aber sonst nur wenige Ressourcen benötigt werden. Ein Beispiel wäre der Onlineshop eines Unternehmens, der nach einem gelungenen Werbespot extrem ansteigende Nutzerzahlen verzeichnet, ansonsten aber konstant geringer frequentiert wird. Hier profitiert das Unternehmen von der Skalierbarkeit und vom Preismodell einer Public Cloud. Wer dagegen Anwendungen betreibt, die ständig unter Last stehen, ist mit einer Managed Private Cloud höchstwahrscheinlich besser beraten.

Managed Private Cloud statt neuer Infrastruktur

Die Managed Private Cloud bietet nicht nur finanzielle Vorteile. Sie nimmt der IT-Abteilung auch Arbeit ab. Möchte ein Unternehmen zum Beispiel neue Filialen oder Remote Offices mit IT ausstatten, benötigt es eine Infrastrukturlösung, die sich schnell und einfach aufbauen lässt. Denn dort ist nur selten IT-Personal vor Ort. Dies ist mit einem Micro Data Center in Form einer Managed Private Cloud gut realisierbar. Das Data Center enthält alle nötigen Hardwarekomponenten in einem vorkonfigurierten Rack und lässt sich per Plug-and-Play-Installation einsetzen.

Ein Managed-Private-Cloud-Projekt starten

Unternehmen, die ein Managed-Private-Cloud-Projekt starten möchten, müssen dafür nur noch den richtigen Anbieter finden. Bei der Auswahl sollten man darauf achten, dass dieser über nachweisbare Projekterfahrung verfügt. Dies lässt sich zum Beispiel anhand von Kundenreferenzen prüfen. Wichtig ist ein umfassendes Konzept, das Hardware, Software, Managed Services und eine nutzungsbasierte Abrechnung beinhaltet. Im Idealfall ist der Anbieter in der Lage, das Projekt je nach individuellen Anforderungen um weitere Bausteine zu ergänzen, zum Beispiel um Backup und Recovery, Big-Data-Lösungen oder um eine Sicherheitsberatung.

Ein klassisches Projekt beginnt mit einem Beratungsgespräch. Der Dienstleister arbeitet gemeinsam mit dem Kunden heraus, welchen Anwendungsfall er hat und ob sich dieser für eine Managed Private Cloud eignet. Ein guter Anbieter berät offen und ehrlich, um die bestmögliche Lösung zu finden.

Entscheidet sich der Kunde für eine Managed Private Cloud, muss er festlegen, wie viel CPU-Leistung, wie viel RAM, also Hauptspeicher und wie viel Plattenspeicherplatz er benötigt. Auf Basis dieser Parameter konfiguriert der Dienstleister ein passendes Paket, das innerhalb einer gewissen Ressourcenspanne skaliert. Außerdem werden die Umgebungsparameter geklärt: Wie viel Platz muss der Kunde zur Verfügung stellen, wie viele Netzwerkadressen und wie sieht der Strombedarf aus? Anschließend stellt der Dienstleister ein vorkonfiguriertes Rack auf, das innerhalb von kürzester Zeit betriebsbereit ist.

Michael Hensche Axians IT Solutions

„Die Managed Private Cloud bietet nicht nur finanzielle Vorteile. Sie nimmt der IT-Abteilung auch Arbeit ab.“

Michael Hensche, Axians IT Solutions

Der Kunde hat nun eine Infrastruktur, in der er über ein Webinterface auf einen Ressourcenpool zugreifen kann. In seiner Management-Konsole provisioniert er seine virtuellen Maschinen und installiert seine Anwendungen. Möchte er alte Infrastruktur in die neue überführen, unterstützt der IT-Dienstleister auf Wunsch bei der Migration. Erfahrene Full-Service-Anbieter haben oft zwei Teams vor Ort: eines, das sich im Consulting um die Projektvorbereitung kümmert, und eines, das den Betrieb einführt. Dazu zählt zum Beispiel, den Kunden in die Systeme einzuweisen, die Remote-Verbindung zum Helpdesk aufzubauen oder organisatorische Abläufe zu klären.

Mit einer modernen Managed Private Cloud speichern Unternehmen ihre Daten an einem von ihnen gewählten und sicheren Ort und behalten so jederzeit die Datenhoheit. Dabei skalieren die Ressourcen flexibel und die Abrechnung erfolgt nutzungsbasiert, wie in der Public Cloud. Der Betrieb liegt bei einem externen Dienstleister, wodurch die interne IT-Abteilung Zeit gewinnt, die sie nutzen kann, um eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen. 

Über den Autor:
Michael Hensche ist seit über 25 Jahren in der IKT-Branche tätig. Nach einem Studium an der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal begann er seine Karriere als Berater bei Siemens Nixdorf. Seit 2011 arbeitet er für Axians IT Solutions, wo er Anfang 2017 die Leitung Consulting übernommen hat.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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