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Hybride Rechenzentren: Leistung sticht Verfügbarkeit

Bei hybriden Ansätzen sind Elemente miteinander verzahnt, die bislang unabhängig voneinander arbeiten. Anwendungen können sich so gegenseitig in der Performance beeinflussen.

Die Zusammenarbeit der effektivsten Elemente physischer und virtueller Rechenzentren mit öffentlichen und privaten Cloud-Infrastrukturen bietet nicht nur Flexibilität, Agilität, sondern auch hohe Leistung. Genau diese Vorteile sind es, die immer mehr von uns dazu bewegen, sich für hybride Ansätze zu entscheiden. In der Tat haben Analysten von Gartner prognostiziert, dass bis 2020 ganze 90 Prozent der Unternehmen hybrides Infrastruktur-Management einführen werden: ein deutliches Signal dafür, was der IT-Infrastruktur bevorsteht.

Neben den Vorteilen, die hybride Infrastrukturen versprechen, entstehen dennoch Risiken durch das Kombinieren von Elementen, die normalerweise unabhängig voneinander arbeiten würden. Leistungseinbrüche sowie Ausfälle, die zunehmend schwerer zu verhindern sind, sind die störenden Auswirkungen, die letztlich das Unternehmen Kunden und Umsatz kosten. Diese Bedrohung sorgt dabei für eine Veränderung, wie IT-Teams sich selbst und ihre Infrastruktur verwalten und organisieren müssen.

Anpassung an den Wandel

Die miteinander verbundene und virtualisierte Natur der Hybrid-Infrastruktur bedeutet, dass Anwendungen sich gegenseitig in ihrer Leistung beeinflussen können. Der Leistungseinbruch einer Speicherlösung könnte beispielsweise das Ergebnis von mehreren, vollständig unabhängigen Anwendungen sein, die sich um dieselbe Ressource, wie beispielsweise ein Array LUN, streiten.

Und wie lautet das Ergebnis? IT-Teams haben bereits begonnen, ihren Performance-Management-Ansatz zu verändern. Statt sich auf Uptime und Verfügbarkeit zu konzentrieren, verlagern sie ihren Fokus auf die Leistung beziehungsweise Performance der Anwendungen selbst. Dafür identifizieren sie die Anwendungen, die für das Unternehmen kritisch sind und bemühen sich zu verstehen, wie jede in das IT-Ökosystem passt und wie ihre relative Priorität für das Unternehmen ist. Ausgestattet mit diesem Wissen ist es viel einfacher, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wo sich jede Anwendung befinden sollte – ob sie in einer Public oder Private Cloud eine bessere Leistung bringen würde oder ob es klüger wäre, wenn sie sich in einem physischen Rechenzentrum vor Ort befinden würde. Daraus ergibt sich häufig eine Kombination dieser Möglichkeiten.

Flexibler zu arbeiten ist derzeit ein Geschäftsmantra, das heute mehr denn je IT-Teams betrifft. Sie erkennen, dass sie flexibel sich ändernden Geschäftsprioritäten gerecht werden müssen und sich schnell anpassen müssen, wenn eine Anwendung sich als nicht leistungsfähig genug erweist. Dies beruht darauf, sowohl die Leistung der Anwendung, als auch die der Infrastruktur zu überwachen und die richtigen Systeme zu implementieren. Ziel dabei ist es, bei Bedarf Anwendungen aus der Cloud in das Rechenzentrum zu verschieben, oder umgekehrt.

Verfügbarkeit vor Performance

Bisher haben IT-Teams lediglich Verfügbarkeit gefordert. Dennoch wird bei der Einführung einer anwendungszentrierten Infrastruktur die Leistung stärker in den Mittelpunkt rücken. Dies wird durch die zunehmende Anzahl von Performance Monitoring Tools bei der Arbeit in der IT-Infrastruktur bestätigt – in der Tat war in einem aktuellen Gartner-Bericht zu lesen, dass die meisten Unternehmen pro Rechenzentrum fünf oder mehr Tools zur Infrastrukturüberwachung hosten.

Obwohl diese Tools einen wertvollen Einblick in die Leistung der Infrastruktur liefern, sind ihre Möglichkeiten oft begrenzt: Sie können eventuell ein Problem mit einem bestimmten Gerät anzeigen, aber sie können nicht korrelieren, wie dieses Problem andere Komponenten  oder die Leistung der Anwendung selbst beeinträchtigt. Eine Teilübersicht reicht nicht aus, man muss neue Wege gehen und ganzheitlich ansetzen. Wie kann ein Problem behoben werden, wenn es keine Möglichkeit gibt, zu erkennen, warum es auftritt oder wie es sich auf Anwendungen auswirkt, die es unterstützt?

Diese Frustration und der Drang, statt der Verfügbarkeit, die Performance zu garantieren, wird eine Konsolidierung der Performance Monitoring Tools und eine dringend notwendige Funktionserweiterung mit sich bringen. Die isolierte Überwachung eines Elements des Rechenzentrums erbringt nicht die erforderlichen Erkenntnisse. Darum ist oft bereits ein ganzheitlicherer Ansatz eingeführt: ein anwendungszentrierter Fokus, der Daten aller Elemente der IT-Infrastruktur erfasst und analysiert. Er erstreckt sich über das interne Rechenzentrum und die private Cloud, um die öffentliche Cloud einzuschließen.

Druck auf Anbieter

Die Anbieter müssen sich ebenso an die sich verändernde Natur des Rechenzentrums anpassen. Der Fokus auf Performance bedeutet, dass vor allem von Anbietern öffentlicher Clouds erwartet wird, leistungsorientierte Service Level Agreements (SLAs) für Reaktionszeiten bereitzustellen. Diese waren bisher eher zurückhaltend. Die Nachfrage von Kunden bedeutet dennoch, dass sie keine andere Wahl haben werden. Des Weiteren werden Anbieter, die die ersten SLAs anbieten, eine viel bessere Position genießen, als diejenigen, die weiterhin Verfügbarkeits-SLAs vor Leistungs-SLAs bevorzugen.

Len Rosenthal, Virtual Instruments

„Bisher haben IT-Teams lediglich Verfügbarkeit gefordert. Dennoch wird bei der Einführung einer anwendungszentrierten Infrastruktur die Leistung stärker in den Mittelpunkt rücken.“

Len Rosenthal, Virtual Instruments

Anbieter von Performance Monitoring stehen auch unter Druck, eine umfassendere Lösung bereitzustellen. Proprietäre anbieterspezifische Werkzeuge sind nicht für die miteinander verbundenen, hybriden Rechenzentren konzipiert, auf die wir alle zusteuern. IT-Teams benötigen eine Lösung, die die gesamte IT-Infrastruktur und deren Performance überwacht, dass bringt den dringend benötigten Informationsvorsprung. Anbieter, die langsam auf die massiven Veränderungen reagieren, werden nach unseren aktuellen Beobachtungen schwer zu kämpfen haben und Wettbewerbsnachteile riskieren.

Den Sprung schaffen

Anwendungszentriertes Performance Monitoring der Infrastruktur für das hybride Rechenzentrum ist auf dem Vormarsch und steht kurz davor, uns einige Zeit erhalten zu bleiben. Die Dominoeffekte in der IT-Infrastruktur sind riesig, nicht zuletzt auch bei der Performance und dem Performance-Management.

Es kann eine ganze Weile dauern, bis die Anbieter von öffentlichen und Enterprise-Clouds auf diesen neuen Fokus reagieren werden. Wenn sie es tun, werden die IT-Teams und ihre Unternehmen auf der ganzen Welt die Auswirkung spüren.

Über den Autor:
Len Rosenthal ist CMO bei Virtual Instruments.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2018 aktualisiert

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