Docker vs. CoreOS: Der Markt für Container-Virtualisierung im Jahr 2015

Container-Virtualisierung ist eines der großen Themen 2015. Docker wird dabei mit der Container-Runtime Rocket einen ernsthaften Rivalen erhalten.

Nachdem sich der Markt zunehmend aufheizt und so neue Konkurrenz für Docker entsteht ist die Container-Virtualisierung keine One-Man-Show mehr. Docker ist gemessen am Hype allerdings noch immer der Container-Gigant, der die sowieso bereits aufgeheizte Cloud-Stimmung nun erst Recht entfacht hat. Einer der neuen Konkurrenten heißt Rocket, die neue Container-Runtime des Linux-Derivats CoreOS.

Vor der Veröffentlichung von Rocket hat sich nahezu der gesamte Markt auf Docker gestürzt. Rocket zeigt aber jetzt, dass der Markt für die Container-basierte Virtualisierung sowohl äußerst kompetitiv als auch Hype-getrieben sein wird.

Das Timing der Rocket-Veröffentlichung war dabei äußerst interessant, da die Ankündigung in der gleichen Woche erfolgte, in der die DockerCon in Amsterdam stattfand. Auf dieser Konferenz enthüllte Docker einige neue Funktionen, die Entwicklern den Umgang mit Container-basierten Anwendungen auf der Docker-Plattform zukünftig leichter machen sollen. Man darf sich zudem sicher sein, dass hier noch einige Features von dem finanziell gut ausgestatteten Start-up kommen werden.

Viel Bewegung im Markt für Container-basierte Virtualisierung

Es ist klar zu sehen, wie Docker seinen Container-basierten Ansatz zu einem Service zur Anwendungs-Entwicklung erweitern will. Gleichzeitig will Docker diesen Services idealerweise natürlich bei jedem Cloud-Provider platzieren. Immerhin sind so große Cloud-Anbieter wie Google (mit Kubernetes und der Google Container Engine), Amazon und Microsoft (Windows Server 10 soll Docker-Unterstützung erhalten) bereits mit an Bord.

Anders als klassische virtuelle Maschinen sind Linux-Container sehr leichtgewichtig und stellen eine auf Komponenten basierende Umgebung für Anwendungen bereit, die ohne größere Umbauarbeiten zwischen verschiedenen Clouds hin- und hergeschoben werden können. 

Daher sind sowohl Cloud-Anbieter als auch Unternehmen enorm begeistert von den Möglichkeiten, die Docker bietet. Trotz alledem haben die meisten Docker-Implementationen die Grenzen von Machbarkeitsstudien aber noch nicht überschritten.

Rocket wird derzeit als eine Alternative zur Docker-Runtime ins Spiel gebracht. Laut CoreOS wurde es speziell für Server-Umgebungen mit den strengsten Sicherheitsanforderungen entwickelt. Gerade bei der Sicherheit muss sich Docker derzeit noch einige Kritik gefallen lassen

Rocket wurde gemäß den App Container Specifications entwickelt, die ein offenes Design für portable Container bieten. Rockets Prototyp 0.1.0 ist auf GitHub verfügbar, allerdings ist diese Version eher für das Sammeln von Feedback aus der Entwicklergemeinde denn für den tatsächlichen Einsatz in Produktivumgebungen gedacht.

Parallel zum Erscheinen von Rocket sorgt auch die Veröffentlichung von Docker Swarm derzeit für gehörige Erschütterungen im Markt für Container-Virtualisierung. Docker Swarm ist ein Clustering-Service, mit dem sich bei verteilten Containern die richtige Ressourcenzuteilung sicherstellen lässt. Swarm wird auch ein Set verschiedener Clustering-APIs erhalten, mit dem sich Swarm mit anderen Clustering-Services wie beispielsweise Apache Mesos oder Amazon EC2 Container Service verbinden lässt.

Swarm hat dabei einen ähnlichen Fokus wie Googles Kubernetes, Googles Open-Source-Container-Manager. Kubernetes ermöglicht das Verteilen einer großen Anzahl an Containern über eine Gruppe an Server-Nodes. Aufgrund der einfachen Handhabung und den vielfältigen Möglichkeiten ist Kubernetes für viele Unternehmen die erste Wahl zur Verwaltung von Container-Clustern, kürzlich hat sogar Microsoft ein Auge auf Kubernetes geworfen.

Das wird 2015 im Markt für Container-Virtualisierung wichtig

Mit Blick auf die nächsten Monate des Jahres 2015 dürften vor allem drei Dinge wichtig werden: der weitere Funktionsausbau bei Docker, neue Start-ups und neue Technologien.

Die zunehmende Konkurrenz wird auch bei Docker nochmals für einen Innovationsschub sorgen und neue Services sowie eine verbesserte Cloud-Integration hervorbringen. Der Fokus dürfte dabei auf skalierbaren und für Produktionsumgebungen geeigneten Containern liegen, wodurch Verbesserungen bei Clustering und Management am ehesten zu erwarten sind.

Gleichzeitig sollte mit dutzenden neuer Container-Start-ups gerechnet werden, da immer mehr Geld in diese Technologie fließen wird. Die meisten davon dürften sich um die Ergänzung bestehender Container-Angebote drehen und dabei Management, Hosting oder Entwicklungs-Tools im Fokus haben.

Schlussendlich können wir 2015 auch komplett neue Container-Technologien erwarten. CoreOS beispielsweise reklamiert für sich, eine sicherere Container-Runtime zu bieten, was Rocket durchaus interessant machen würde. Aber in dem Maße, in dem die Konkurrenz auf dem Markt größer wird, wird der Markt aber auch zunehmend komplexer und unübersichtlicher.

Über den Autor:
David Linthicum ist Senior Vice President bei Cloud Technology Partners und international hochangesehener Cloud-Experte. Er ist Autor oder Co-Autor von 13 Büchern zu IT-Themen, inklusive dem Bestseller Enterprise Application Integration. Linthicum hält zudem regelmäßig Keynotes auf vielen führenden IT-Konferenzen zu den Themen Cloud-Computing, SOA, Enterprise Application Integration und Enterprise-Architektur.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2015 aktualisiert

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