Azure Stack und Service Fabric: Microsoft macht Azure fit für Mikro-Services

Auf der Ignite 2015 hat Microsoft Azure Stack und Service Fabric angekündigt. Damit wird Azure zur skalierbaren Plattform für Mikro-Services.

Spätestens mit Windows Server 2012/2012 R2 hat Microsoft angefangen, sein Server-Betriebssystem immer stärker mit seinem Cloud-Service Microsoft Azure zu verknüpfen. Mit dem kommenden Windows Server 2016 treibt Microsoft diese Entwicklung nun auf einen neuen Höhepunkt, wie ein Blick auf zentrale Ankündigungen auf Microsofts Ignite-Konferenz zeigt.

Schon kurz vor Build und Ignite hatte Microsoft durch den für Azure verantwortlichen Mark Russinovich das neue PaaS-Angebot (Platform-as-a-Service) Microsoft Azure Service Fabric angekündigt, das seit der Build jetzt auch als Preview zur Verfügung steht. Azure Service Fabric bietet eine Cloud-basierte Plattform, mit der sich hochgradig skalierbare Mikro-Services bereitstellen lassen. Zugrunde liegt hierbei die gleiche Technologie, die Microsoft selbst auch für eigene Cloud-Dienste wie Skype for Business oder Intune verwendet.

Azure Fabric und Azur Stack für Cloud-basierte Mikro-Services

Azure Service Fabric, so verspricht es zumindest Microsoft, ist sich der verfügbaren Infrastrukturressourcen bewusst und bringt sie automatisch mit den Anforderungen der Applikationen in Einklang. Im Endergebnis sollen daraus Mikro-Services mit automatischen Updates, Hochverfügbarkeit mit Selbstheilungsfunktion sowie Orchestrierung und Automatisierung mit bisher nicht dagewesener Detailtiefe resultieren.

Das neue PaaS-Angebot ist aber nicht nur als Azure-Service erhältlich, sondern in Verbindung mit dem neuen Windows Server 2016 und dem bereits seit längerem verfügbaren Microsoft Azure Pack zusammen auch als Microsoft Azure Stack für das eigene Data Center. Das Azure Pack erweitert Windows Server 2012 R2/2016 mit System Center 2012 R2/2016 um eine skalierbare Self-Service-Cloud, mit der Unternehmen im eigenen Data Center Public-Cloud-Funktionen aufbauen und bereitstellen können.

Als Azure Stack zusammen mit dem neuen PaaS-Offering Azure Service Fabric komplementiert Microsoft damit die Bereitstellung von IaaS- (Infrastructur-as-a-Service) und PaaS-Enterprise-Anwendungen wie SQL Server oder SharePoint und Exchange um moderne, Cloud-basierte Mikro-Services. Damit bietet Microsoft die Möglichkeit, das agile Azure-Modell von Applikationsentwicklung und -bereitstellung über einen kompletten Microsoft Software-Stack im eigenen Data Center aufzubauen.

Auf einer weiteren Ebene höher stellt sich Azure Stack als Softwaregrundlage des bereits im Oktober letzten Jahres vorgestellten Microsoft Cloud Platform System (CPS) dar. Hier wird Azure Stack zusammen mit Hardware von Dell auf Basis des aktuellen PowerEdge-Servers zu einer konvergenten Infrastrukturlösung verheiratet – Microsofts „Cloud-in-a-Box“. Für das Cloud Platform System wurde auf der Ignite ein umfangreiches Update angekündigt.

Operations Management Suite erweitert System Center in die Cloud

Microsoft verzahnt aber nicht nur mit dem Azure Service Fabric Windows Server mit seiner Cloud, sondern über die neu vorgestellte Operations Management Suite (OMS) auch sein Verwaltungs-Tool System Center. Zwar gibt es auch spätestens seit System Center 2012 R2 verstärkt Anknüpfungspunkte zu Azure-Services, was sich mit System Center 2016 fortsetzen wird. Mit der neuen Operations Management Suite hat Microsoft aber auch bei System Center eine neue Qualität erreicht und bietet Administratoren weitreichende neue Möglichkeiten bei – zumindest dem eigenen Anspruch nach – wesentlich vereinfachter Handhabung.

Mit seiner Operations Management Suite reagiert Microsoft auf die zunehmende Verbreitung von Hybrid-Cloud-Modellen, bei denen Applikationen verstreut über verschiedene Infrastrukturen und Dienste gehostet werden und trotzdem möglichst zentral verwaltet werden sollen. OMS erweitert System Center laut Microsoft auf jede Windows- oder Linux-Instanz, egal ob physisch oder virtualisiert, auch Container-Applikationen sollen so verwaltet werden können. Als Plattform unterstützt Microsoft OMS neben dem eigenen Data Center und Microsoft Azure auch Amazon Web Services (AWS) sowie VMware- und OpenStack-Clouds.

Microsoft Operations Management Suite soll Analyse und Verwaltung von Cloud-Anwendungen in einem einzigen Dashboard vereinen und bietet hierzu die einzelnen Komponenten Log Analytics, Security, Availability und Automation. Basis dieser Komponenten sind Azure-Services wie beispielsweise Azure Automation, Azure Site Recovery oder auch Azure Backup.

Microsoft ebnet den Weg für Mikro-Services

Azure Stack, Azure Service Fabric und Operations Management Suite stellen für Azure einen weiteren konsequenten Schritt weg von der reinen IaaS-Plattform der Anfangstage hin zu einer immer umfassenderen PaaS- und SaaS-Plattform dar. Microsoft verstärkt damit gleichzeitig sein Portfolio an Services für Hosting, Bereitstellung und Management von modernen, Cloud-basierten Mikro-Services, die in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen werden.

Damit schafft Microsoft eine ernst zu nehmende Alternative zu anderen Herstellern, einmal mehr vor allem durch seine umfangreiche Windows-Plattform, in der Windows Server, Azure Pack, Azure Stack und Azure Service Fabric sowie die System Center Suite nahtlos ineinandergreifen. Im Microsoft-basierten Data Center dürfte damit zukünftig noch weniger als heute schon ein Weg an Azure vorbeiführen.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2015 aktualisiert

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