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vRO-Workshop: Workflows für vRealize Orchestrator erstellen

Mit vRealize Orchestrator kann die VM-Bereitstellung weitgehend automatisiert werden. Die hierfür nötigen Workflows bieten umfangreiche Möglichkeiten.

Mit VMware vRealize Orchestrator (vRO) lassen sich viele wiederkehrende Prozesse in einer mittels vSphere oder vCloud/vRealize realisierten virtuellen Umgebung automatisieren.

Nachdem wir im ersten Teil dieses Workshops die Orchestrator-Appliance in Betrieb genommen haben, geht es im zweiten Teil um die Integration mit vSphere und das Anwenden erster Workflows in der vRO-Client-Applikation.

Nachdem wir den bereitgestellten Orchestrator-Server über das vRO Control Center und der Konfiguration eines Authentication Provider mit dem SSO-Service (Single Sign-On) eines vCenter Servers beziehungsweise eines Platform Services Controllers verheiratet haben, was dem Orchestrator administrative Rechte in der gewünschten SSO-Domäne verleiht (vRealize Orchestrator ist mandantenfähig), müssen Admins noch vCenter selbst als Instanz in vRO hinzufügen.

Dazu ist zunächst der vRO-Client für das gewünschte Client-Betriebssystem von https://<ip-adresse-oder-fqdn>:8281/vco/ herunterzuladen und zu installieren. An diesem meldet man sich dann mit dem oben konfigurierten SSO-Konto an.

Nach erfolgreichem Login wechselt man in der Run-Ansicht zum Reiter Workflows (der vierte von links im Dashboard), navigiert im Workflow-Inventory zum Knoten Administrator@<vRO-FQDN>Library/vCenter/Configuration und markiert darin den Workflow Add a vCenter Server instance.

vCenter in vRealize Orchestrator hinzufügen.
Abbildung 1: vCenter in vRealize Orchestrator hinzufügen.

Ein Klick auf das grüne Abspielsymbol in der Symbolleiste oder der zugehörige Kontextmenüeintrag startet den Workflow. Je nach Art und Umfang des Workflows fragt dieser eine Reihe von Parametern ab. In diesem Fall ist neben dem Namen (oder der IP) des vCenters im zweiten Schritt des Assistenten ein administrativer Benutzer anzugeben, wie zum Beispiel der oben konfigurierte SSO-Administrator. Parameter vom Typ Not set sind zwingend anzugeben. Mit einem roten Sternchen markierte Felder erwarten weitere Pflichtangaben, mit Submit wird der Workflow schließlich durchgeführt.

Workflow-Konfiguration zum Hinzufügen von vCenter.
Abbildung 2: Workflow-Konfiguration zum Hinzufügen von vCenter.

Kommt es dabei zu Problemen, zeigt der Reiter Schema an, wo es hakt. Erfolg oder Misserfolg können aber auch im Reiter Events überprüft werden. Die Installation und Konfiguration von vRO ist damit zumindest für die Integration mit vSphere abgeschlossen.

Schematische Problemdarstellung in vRO.
Abbildung 3: Schematische Problemdarstellung in vRO.

Workflows für vRealize Orchestrator erstellen

Der nächste Schritt in der Auseinandersetzung mit dem komplexen Tool könnte zum Beispiel darin bestehen, die vorhandene Workflow-Library zu inspizieren. Eines der einfachsten vorstellbaren Szenarien wäre etwa das Erstellen virtueller Maschinen. Hierzu navigieren wir in der Library zum Knoten vCenter/Virtual Machine management/Basic, markieren den Workflow Create custom virtual machine und schauen uns im Reiter Schema den Aufbau des Workflows an.

Anlegen eines grundlegenden Workflows zur VM-Bereitstellung.
Abbildung 4: Anlegen eines grundlegenden Workflows zur VM-Bereitstellung.

Das Ausführen des Workflows funktioniert genau wie eben illustriert, wobei zum Beispiel im ersten Schritt des Assistenten der Name des ESXi-Hosts abgefragt wird, auf dem die VM platziert werden soll. Der Schritt 2a widmet sich schließlich der virtuellen Maschine selbst.

Allgemeine Konfigurationsmöglichkeiten des VM-Workflows.
Abbildung 5: Allgemeine Konfigurationsmöglichkeiten des VM-Workflows.

Die Definition des zugehörigen In-Parameters sieht man, wenn man zum Beispiel zuvor zum Reiter Schema wechselt und im unteren Teil des Fensters den Reiter In auswählt. Alternativ kann auch im Hauptfenster der Reiter Inputs ausgewählt werden. Im Reiter General findet sich unter anderem eine allgemeine Beschreibung des Workflows sowie eine Liste der Attribute. Der Reiter Schema visualisiert den Workflow, während sich die Reiter Inputs und Outputs Ein- und Ausgabe-Parametern widmen.

Input-Parameter benötigt nahezu jeder Workflow. Sie fließen im Moment seines Starts durch einen Anwender, eine Applikation oder einen anderen Workflow „in“ den betreffenden Workflow. Sie sind grundsätzlich nur im Lesemodus zugänglich und können während der Ausführung eines Workflows nicht geändert werden. Output-Parameter repräsentieren quasi das Ergebnis des Workflows und werden dazu verwendet, das Resultat des Workflows, zum Beispiel also eine erstetlle virtuelle Maschine, an weitere Workflows weiterzureichen.

Neben Input- und Output-Parametern gibt es noch Attribute. Sie sind stets im Lese- und Schreibmodus zugänglich und werden dazu verwendet, Daten zwischen den einzelnen Elementen eines Workflows zu transferieren. Sie lassen sich entweder beim Erstellen eines Workflows definieren oder sie entstammen dem Output-Parameter eines vorgelagerten Workflows. Im Reiter Presentation wird dagegen festgelegt, wie sich In- und Output-Parameter dem Anwender gegenüber präsentieren, einschließlich der Abarbeitungsreihenfolge. Dabei ermöglichen so genannte Bindings, einen Workflow an lokale Input- oder Output-Parameter zu binden. Dies ist erforderlich, damit die unterliegende lokale Umgebung diese Parameter verarbeiten kann. Eine Visualisierung der Bindings findet sich im Reiter Schema unter Visual Bindings.

 Schematische Darstellung der vRO-Bindings.
Abbildung 6: Schematische Darstellung der vRO-Bindings.

Da wir diesen ersten Workflow lediglich ausführen möchten, klicken wir auf Next und stellen den Workflow fertig.

Weitere Parameter für vRO-Workflows

In Schritt 2b können Anwender entscheiden, ob virtuelle Disks und virtuelle Netzwerke der VM hinzugefügt werden sollen, was daran liegt, dass der Input-Parameter hasDisk1 beziehungsweise hasnetwork1 vom Typ Boolean sind.

Weitere Parameter sorgen zum Beispiel dafür, dass der Nutzer entscheiden kann, ob er weitere Netzwerke verbinden oder eine generische MAC-Adresse erstellen möchte. Das weitere Vorgehen kann jetzt in vCenter Server unter Recent Tasks verfolgt werden, das Ergebnis ist dann im Inventar sichtbar.

Infrastrukturkonfiguration des VM-Workflows.
Abbildung 7: Infrastrukturkonfiguration des VM-Workflows.

Mit einem eher einfachen, vordefinierten Workflow ist zwar in punkto Zeitersparnis durch die Automatisierung noch nicht ganz so viel gewonnen. Man entkoppelt aber mit vRealize Orchestrator das Erstellen von Objekten komplett von der darunter liegenden Architektur und macht Workflows wiederverwendbar, indem die reale Zuordnung von Workflow-Parametern und physischer Infrastruktur erst beim Anwenden des Workflows erfolgt und sowohl Nutzer als auch Workflows daher keine genauen Kenntnisse der Umgebung benötigen, auf die der Workflow angewandt wird.

Außerdem erlaubt der Orchestrator zum Beispiel in einer vSphere-Umgebung auch Workflows, die im normalem Web Client gar nicht definiert sind, etwa das Erstellen von Linked Clones, das standardmäßig nur der Horizon-Client kennt.

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Artikel wurde zuletzt im März 2017 aktualisiert

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