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Windows Server: LTSC und SAC im Überblick

Inzwischen existieren zwei Veröffentlichungskanäle für aktuelle Windows Server, deren jeweilige Versionen sich nicht nur in der Support-Dauer unterscheiden. Ein Überblick.

Mit Einführung des Windows Server 1709 hat Microsoft auch den zusätzlichen Veröffentlichungskanal Semi-Annual Channel oder kurz SAC eingeführt. Damit bietet Microsoft ein ähnliches Veröffentlichungsmodell an, wie man es bereits von Windows 10 her kennt. Es existiert weiterhin der LTSC, der Long-Term Servicing Channel, in dem sozusagen die traditionellen Windows Server erscheinen.

Hier ein kurzer Überblick über die Unterschiede, und die Aspekte, die es beim Einsatz zu beachten gilt.

Windows Server im Semi-Annual Channel (SAC)

Wie es der Name bereits andeutet, erscheinen hier zweimal im Jahr neue Versionen, ganz ähnlich wie bei Windows 10. Dies begann mit der Einführung des Windows Server 1709 im Herbst 2017, darauf folgt der Windows Server 1803 und mutmaßlich wird im Herbst 2018 die nächste Version eingeführt. Will heißen, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst jeden Jahres erscheint eine neue Windows-Server-SAC-Version. Die bisherigen Namen deuten es bereits an, die Bezeichnung erfolgt jeweils nach Jahr und Monat der Veröffentlichung.

Mit diesen Versionen richtet sich Microsoft an Unternehmen oder Admins, die sehr frühzeitig neue Funktionen in ihren Umgebungen nutzen wollen. Damit eignen sie sich dann primär für ganz bestimmte Nutzungsszenarien, wie etwa durch die verbesserte Unterstützung von Containern. Denn zum Teil erhalten diese Windows Server Features, die erst die nächste LTSC-Version in fernerer Zukunft mitbringen wird.

Aber es können auch Funktionen einmal nicht mit an Bord sein. Nach Angaben von Microsoft sind Editionen und die Features unter Umständen von Version zu Version verschieden. Beispiel gefällig? So versteht sich der Windows Server 1709 nicht auf Storage Spaces Direct (2SD). Diese Funktion wurde prinzipiell mit dem Windows Server 2016 eingeführt, der Windows Server 1803 wiederum unterstützt Storage Spaces Direct.

Auch im Hinblick auf Funktionen, die von den SAC-Servern in die LTSC-Varianten übernommen werden, spricht Microsoft von „den meisten“. Unternehmen sollten also sehr genau abwägen. wo sie auf Windows Server des Semi-Annual Channel setzen. Für Admins und Entwickler, die sich zeitnah mit neuen Funktionalitäten auseinander setzen wollen, sind diese Versionen eine probate Möglichkeit – neben Vorabversionen.

Und ebenfalls von Bedeutung: Direkte Upgrades werden nicht unterstützt. Administratoren können nicht einfach von Windows Server 2016 auf Windows Server 1709 upgraden. Windows Server 1709 oder 1803 sind also keine Updates für Windows Server 2016. Sofern von Microsoft keine anderen Angaben erfolgen, sind die Mindestanforderungen an den Betrieb eines Windows Server des Semi-Annual Channel identisch mit denen der Windows Server des LTSC.

Die Windows Server des Semi-Annual Channel müssen ohne grafische Benutzeroberfläche auskommen. Hierfür steht jetzt offiziell das Windows Admin Center zur Verfügung, dass geraume Zeit unter dem Namen Project Honolulu geführt wurde. Dieses Verwaltungs-Tool wird auf Windows-10-Clients oder Windows-Servern installiert und arbeitet im Browser (Microsoft Edge und Google Chrome). Mit Hilfe dieses Tools lassen sich Server ab Windows Server 2012 in einem Dashboard verwalten.

Das bislang als Project Honolulu geführte Windows Admin Center erlaubt die Verwaltung per Oberfläche der Windows Server des Semi-Annual Channel.
Abbildung 1: Das bislang als Project Honolulu geführte Windows Admin Center erlaubt die Verwaltung per Oberfläche der Windows Server des Semi-Annual Channel.

Ein entscheidender Unterschied der unterschiedlichen Serverversionen besteht in der Support-Dauer. Jede Version des Semi-Annual Channel wird nach ihrem Erscheinen lediglich 18 Monate unterstützt. Die LTSC-Varianten haben eine deutlich längere Support-Dauer. Windows Server im Semi-Annual Channel erhalten Unternehmen über Volumenlizenzierung, Software Assurance über den Azure Marketplace oder andere Anbieter beziehungsweise Treueprogramme.

Windows Server im Long-Term Servicing Channel (LTSC)

Die Windows Server des LTSC sind sozusagen die klassischen Windows Server, derzeit ist hier Windows Server 2016 aktuell. Für die zweite Jahreshälfte 2018 hat Microsoft den Windows Server 2019 als dessen Nachfolger angekündigt. Früher hieß dieser Veröffentlichungskanal einmal Long-Term Servicing Branch. Bei den Windows Servern des LTSC ist der Zyklus der Veröffentlichung nicht ganz so eng und streng getaktet wie bei den SAC-Varianten.

Microsoft geht davon aus, dass eine derartige Hauptversion des Windows Servers alle zwei bis drei Jahre veröffentlicht wird. Unternehmen, die diese Server einsetzen, erhalten fünf Jahre Mainstream Support und fünf Jahre erweiterten Support.

Funktionell werden die Versionen des Long-Term Servicing Channel nicht von der Veröffentlichung von Windows Server des Semi-Annual Channel beeinflusst. Will heißen, die Windows Server LTSC erhalten weiterhin Updates, auch nicht sicherheitsrelevante, aber keine neuen Funktionen oder Features.

So beginnt der Support-Lebenszyklus des Windows Server 2016 Standard beispielsweise am 15. Oktober 2016, der Mainstream oder grundlegende Support endet am 11.01.2022 und der erweiterte Support am 11.01.2027. Bis zum Ende des erweiterten Supports erhält der Windows Server 2016 Sicherheits-Updates. Das Startdatum des Lebenszyklus des Windows Server 1709 Standard beginnt am 17.10.2017 und der grundlegende Support endet bereits am 09.04.2019.

Laut Microsoft-Angaben in Sachen Support erhält der Windows Server 2016 in der Standard Edition noch bis zum Januar 2027 Sicherheits-Updates. Für den Windows Server 1709 endet der grundlegende Support im April 2019.
Abbildung 2: Laut Microsoft-Angaben in Sachen Support erhält der Windows Server 2016 in der Standard Edition noch bis zum Januar 2027 Sicherheits-Updates. Für den Windows Server 1709 endet der grundlegende Support im April 2019.

Demzufolge eignen sich die Windows Server des Long-Term Servicing Channel für Umgebungen, wo es auf funktionale Stabilität und längere Wartungsoptionen ankommt. Ebenso empfiehlt Microsoft Unternehmen, die virtuelle Maschinen und herkömmliche Workloads auf physischen Servern ausführen, beim LTSC-Server zu bleiben. Windows Server des LTSC gibt es nach wie vor mit Benutzeroberfläche oder als Core-Installation. Diese Server sind in Sachen Lizenz weiterhin über alle bekannten Freigabemechanismen verfügbar.

Wer frühzeitig Funktionen testen will, hat zudem auch die Möglichkeit, am Insider-Programm teilzunehmen, dort stehen dann auch die Vorabversionen der Windows Server zur Verfügung.

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Artikel wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert

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