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So vergleichen Sie Provider für Virtual-Private-Cloud-Server

Beim Vergleich von VPC-Anbietern sollten Sie nicht nur die Kosten, sondern auch die dort vorhandene Hardware und Datenleitungen unter die Lupe nehmen.

Natürlich gibt es unterschiedliche Optionen in Bezug auf eine Virtual Private Cloud. Wie aber können Sie sich zwischen mehreren Anbietern entscheiden? Nehmen Sie einfach den bekanntesten Anbieter, oder doch den mit dem besten Preis? Oder sollte nicht diese Entscheidung auf ganz anderen Kriterien basieren?

So einfach, wie es aussieht, ist es also nicht, den richtigen Anbieter für einen Virtual-Private-Cloud-Server zu finden. Alle Angebote unterscheiden sich, also sollten Sie einen Kriterienkatalog aufbauen, den Sie in Ihre Entscheidungsfindung einbeziehen.

Was kostet es?

In fast jeder IT-Umgebung ist der Druck zur Kostensenkung allgegenwärtig. Sie sollten also ganz sicher einen der ersten Blicke auf die Dienstkosten des Anbieters werfen. Allerdings ist die Schätzung der Kosten für eine Virtual Private Cloud notorisch schwierig.

Die Anbieter verlangen üblicherweise von ihren Abonnenten kein Geld für die Virtual Private Cloud selber, sondern rechnen über die Ressourcen ab, die in der Cloud tatsächlich in Anspruch genommen wurden. Diese Ressourcen werden aber in der Regel nicht nach Pauschalpreisen abgerechnet. Es könnte zum Beispiel ein vorab bekannter Stundensatz für eine bestimmte VM-Instanz in der Cloud berechnet werden. In den meisten Fällen kommen hier aber noch Zusatzkosten für Bandbreite und Speicherplatznutzung sowie die Inanspruchnahme anderer Backend-Ressourcen hinzu.

Bei Amazon gibt es einen Kostenrechner, der AWS-Kunden dabei unterstützen soll, die voraussichtlichen Ausgaben laufender Workloads in der AWS-Cloud zu ermitteln. Vergleichbare Hilfsmittel finden Sie bei vielen Anbietern. Diese Rechner sind Ihre beste Möglichkeit zum direkten Vergleich der Anbieter von Virtual-Private-Cloud-Servern.

Erhalten Sie dedizierte Hardware?

Ein weiteres wichtiges Kriterium für Ihre Auswahl ist auch, ob Ihre Virtual Private Cloud auf dedizierter Hardware ablaufen wird, oder ob Ihr Unternehmen die Bandbreite mit anderen Mandanten teilen muss.

Gemeinsame Hardware hält die Ausgaben niedrig, denn Sie teilen sich die Kosten mit anderen Unternehmen. Der Nachteil an gemeinsamer Hardware ist aber das Noisy-Neighbor-Syndrom: fährt einer der anderen Mandanten auf der gemeinsamen Maschine gerade Hochlastbetrieb, so kann sich das negativ auf die Anbindung und Leistungsfähigkeit Ihrer eigenen Lösung auswirken.

Jeder Virtual-Private-Cloud-Server verhält sich ein wenig anders. Virtual Private Clouds nutzen oftmals gemeinsame Hardware, die meisten Anbieter gewähren ihren Abonnenten aber gegen Zahlung eines zusätzlichen Obolus die Nutzung dedizierter Hardware.

Um welche Plattform handelt es sich?

Auch die zugrundeliegende Plattform ist eines Blickes wert. Hat ein Unternehmen zum Beispiel schon intensiv in On-Premises-Infrastruktur von VMware investiert, so liegt es zumindest nahe, sich auch beim Cloud-Server für eine Virtual-Private-Cloud-Lösung zu entscheiden, die ebenfalls VMware unterstützt. Auf diese Weise kann eine gemeinsame, konsistente Verwaltung On-Premises und in der Public Cloud stattfinden – sofern der Anbieter diese Infrastruktur tatsächlich seinen Mandanten eröffnet.

Gibt es eine dedizierte Netzanbindung?

In vielen Fällen ist auch interessant, ob der Anbieter eine dedizierte Verbindung zum Private-Cloud-Server ermöglichen kann, oder ob der Zugriff über ein Virtual Private Network (VPN) erfolgen muss.

In kleineren Unternehmen ist ein dedizierter Zugang zum Server vermutlich gar nicht so wichtig. Eine dedizierte Verbindung ist aber in aller Regel deutlich teurer als eine Verbindung über das Internet. Für kleinere und mittlere Unternehmen liegt eine dedizierte Leitung in der Regel deshalb außerhalb der finanziellen Reichweite.

Größere Unternehmen hingegen sollten dem Thema des dedizierten Zugangs zum eigenen Server durchaus ein paar Gedanken gönnen. Eine dedizierte Datenleitung zu einem Virtual-Private-Cloud-Server ist in der Regel schneller als die Verbindung über Internet, weil sie weniger Overhead erfordert, denn der Traffic der Virtual Private Cloud muss nicht mit dem Internet-Datenverkehr um Bandbreite kämpfen. Als zusätzlicher Vorteil zeigt sich hier, dass die Verlagerung von Virtual Private Cloud Traffic auf eine dedizierte Verbindung auch die nutzbare Internetgeschwindigkeit erhöhen kann.

Sind Sie auf ein Subnetz eingeschränkt?

Beim objektiven Vergleich der Angebote von Anbietern für Virtual-Cloud-Server sollten Sie auch berücksichtigen, ob die Umgebung mit mehreren Subnetzen umgehen kann, oder ob der Anbieter Sie in ein einzelnes Subnetz drängt.

Die großen Anbieter ermöglichen Ihnen bei Bedarf in aller Regel das Anlegen von Subnetzen. Das muss deshalb aber noch lange nicht für jeden Anbieter gelten. Lassen Sie diesen Punkt also in Ihre Prüfungen mit einfließen.

Gibt es Support für mehrere VPCs mit unterschiedlichen Sicherheitsdomänen?

Letztendlich ist es auch immer eine gute Idee, zu prüfen, ob der Anbieter Ihrer möglichen Wahl Ihnen das Anlegen mehrerer Virtual Private Clouds ermöglicht.

Startet ein Unternehmen erstmalig in die SaaS-Cloud, so könnte es zuerst eine Virtual Private Cloud etablieren und damit die On-Premises-Ressourcen entlasten oder auch neue Workloads anlegen. Über kurz oder lang aber bemerken Unternehmen, dass sie zwischen bestimmten Workloads auch Isolationsebenen benötigen. Oder sogar, dass einzelne Abteilungen ihre ganz eigene Virtual Private Cloud benötigen.

Damit ergibt sich auch schon ein weiterer wichtiger Punkt: Es reicht für den Anbieter eines Virtual-Private-Cloud-Servers nicht aus, Abonnenten das Erzeugen zusätzlicher Private Virtual Clouds zu ermöglichen. Die Infrastruktur muss darüber hinaus auch die Nutzung unterschiedlicher Sicherheitsdomänen bieten. Anderenfalls wird es keine Option sein, Anwendern einen Self Service zu bieten, der dem einer Private Cloud entspricht.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2018 aktualisiert

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