Definition

Multi-Cloud-Strategie

Eine Multi-Cloud-Strategie bezeichnet die parallele Nutzung von zwei oder mehr Cloud-Diensten, um das Risiko eines Datenverlustes oder eines Service-Ausfalls auf Hardware-, Software- oder Infrastrukturebene zu verringern. Eine Multi-Cloud-Strategie kann auch die konzernweite Gesamtleistung verbessert, indem sie die Anbieterabhängigkeit reduziert und unterschiedliche Infrastrukturen verwendet, um die Anforderungen der verschiedenen Partner und Kunden abzudecken.

Ein Service-Ausfall kann auf einen schlichten Kabelschaden genauso wie auf elektromagnetische Impulse, eine Cyber-Attacke oder auf eine Naturkatastrophe zurückzuführen sein. Selbst der Ausfall einer einfachen Festplatte/Laufwerkseinheit kann großräumige Netzwerkausfälle verursachen, wenn die Fehlfunktion an einem kritischen Punkt des Systems auftritt, wie etwa bei Host-Server.

Da die Kundenbasis vieler Unternehmen sowie Geräteanzahl und –typen immer weiter anwächst und immer heterogener wird, steigen auch die Anforderungen zur Befriedigung der Kundenwünsche. Im Speziellen hat etwa die Geschwindigkeit, mit der eine bestimmte Website geladen wird, eine sehr direkte Auswirkung auf die Kundenzufriedenheit. Untersuchungen haben mittlerweile gezeigt, dass der durchschnittliche Nutzer das Laden einer Webseite auf seinem Mobilgerät in derselben Geschwindigkeit erwartet, wie auf seinem Desktop-Computer zu Hause, also in zwei Sekunden oder weniger. Da eine schnelle Ladezeit zu häufigeren und längeren Besuchen auf Webseiten führt, kann die Ladezeit indirekt auch die Positionierung in Suchmaschinen beeinflussen. Eine Multi-Cloud-Strategie kann Unternehmen dabei helfen, die Seitenladezeiten für Inhalte aller Art zu minimieren.

Ein Multi-Cloud-Ansatz kann nicht nur die nötige Redundanz bei Hardware, Software und Infrastruktur für eine optimale Fehlertoleranz bieten, sondern gleichzeitig auch den Datenverkehr von verschiedenen Kundenschichten oder Partnern aus in die schnellstmöglichen Netzwerke umleiten.

Einige Clouds sind für bestimmte Zwecke besser geeignet als andere. Zum Beispiel mag eine Cloud besonders gut darin sein, eine hohe Anzahl von Anfragen pro Zeiteinheit mit durchschnittlich kleinen Datenübertragungen abzuarbeiten, während eine andere Cloud mehr Leistung aufweisen mag, wenn es sich um weniger Anfragen pro Zeiteinheit aber höhere Datenvolumina pro Anfrage handelt. Einige Unternehmen nutzen die Public Cloud, um Verbrauchern Ressourcen über das Internet zur Verfügung zu stellen, und eine Private Cloud, um einer begrenzten Anzahl von Menschen hinter einer Firewall gehostete Dienste zugänglich zu machen. Ein dritter Cloud-Typ, nämlich die Hybrid Cloud, kann ebenso eingesetzt werden, um verschiedenste interne und externe Dienste zu verwalten.

Katastrophen-Szenarien oder breitgefächerte Cloud-Ausfälle sind mehr als nur hypothetische Ereignisse. Immer wieder kommt es zu großflächigen und langandauernden Ausfällen auch großer Cloud-Anbieter. In solchen Fällen kann eine Multi-Cloud-Strategie womöglich verhindern, dass entsprechende Ausfälle eines Cloud-Anbieters gleichzeitig signifikante Ausfälle eigener Dienste bedeuten. Ein derzeit noch kaum bewältigtes Problem besteht in der fehlenden Möglichkeit, auch komplexe Services und Workloads von einer Cloud-Umgebung schnell und nahtlos in eine andere Cloud zu migrieren. Erste Ansätze in diese Richtung zeigen sich aber beispielsweise im OpenStack-Umfeld oder in der Kooperation zwischen VMware und Amazon.

Diese Definition wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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