gjp311 - stock.adobe.com

F

Wie wirkt sich die Containerisierung von OpenStack auf RHEL OSP aus?

OpenStack dürfte zukünftig vor allem als Container-Workload bereitgestellt werden. Welche Folgen hat dies für Red Hat OpenStack und das Director-Tool?

Das gesamte OpenStack-Ökosystem bewegt sich derzeit in Richtung der Container-basierten Bereitstellung von OpenStack, um die Komplexität bei Deployment und Updates von OpenStack zu verringern. Die einzelnen OpenStack-Module wie Nova oder Keystone werden dabei wie Microservices einer großen, verteilten Anwendung in Container verpackt und können anschließend unabhängig von der gesamten OpenStack-Umgebung einzeln gepatched, modifiziert oder mit Updates versorgt werden.

Die Installation einzelner RPM-Pakete wurde bisher mit Tools zur Konfigurationsverwaltung wie Puppet oder Chef durchgeführt, hierfür wurden von den Anbietern der verschiedenen OpenStack-Distributionen rund um Puppet oder Chef eigene Installer-Tools wie Fuel von Mirantis oder Crowbar von Dell entwickelt. Mit der Containerisierung der OpenStack-Module übernimmt zukünftig Kubernetes die Orchestrierung und Automatisierung, die bisher von Configuration-Management-Tools durchgeführt wurde. Durch die weitreichenderen Möglichkeiten von Kubernetes verspricht der Container-Ansatz zur OpenStack-Bereitstellung daher eine wesentliche Vereinfachung des Lifecycle-Managements von OpenStack.

Während Mirantis im Zuge der Umstellung auf die Container-basierte OpenStack-Bereitstellung sein Installer-Tool Fuel komplett ausrangiert hat, setzt Red Hat auf den Umbau seines Director-Tools. Die RHEL OpenStack Platform (RHEL OSP) setzt, anders als die Mehrheit der übrigen OpenStack-Distributionen, auf das sogenannte TripleO-Deployment, bei dem die Kontrollschicht von OpenStack selbst wiederum auf OpenStack basiert (die sogenannte Undercloud).

Über diese Undercloud wird dann eine weitere OpenStack-Cloud als sogenannte Overcloud und Anwendungsplattform ausgerollt. TripleO steht also für „OpenStack on OpenStack“, RHEL OSP Director ist Red Hats kommerzielle Ausprägung des Open-Source-Projektes TripleO.

Die TripleO-Bereitstellungsmethode lässt sich aber weniger einfach austauschen wie beispielsweise das Fuel-Tool im Falle von Mirantis. Will Red Hat also nicht eine völlig neue Bereitstellungsarchitektur implementieren, so bleibt nur der Weg über die Integration des Container-Deployments in TripleO und RHEL OSP Director. Und genau das sei auch geplant, so Jeff Jameson, Manager OpenStack & Cloud Infrastructure Product Marketing bei Red Hat. Red Hat ist eines der wichtigsten Unternehmen im Triple-Projekt und treibt die Entwicklung daher in die entsprechende Richtung.

Um auch während der gesamten Umbauphase von TripleO den gewohnten Red-Hat-Support bieten zu können, erklärt Jeff Jameson, sei die Container-Integration in das Director-Tool in drei Phasen aufgeteilt worden.

Die erste Phase sei dabei mit der Veröffentlichung von RHEL OSP 11 im Mai 2017 bereits abgeschlossen und hatte die Integration eines Microservices-basierten Bereitstellungs- und Lifecycle-Management-Prozesses zur Aufgabe.

In einem der nächsten Releases von RHEL OSP soll dann die zweite Phase umgesetzt werden, bei der die Kontrollschicht von OpenStack, also die Undercloud, über das Heat-Modul als Container bereitgestellt werden soll. Damit, so Jeff Jameson weiter, werde die bestehende Deployment-Methodologie des Director-Tools beibehalten, während gleichzeitig aber Container hochgefahren werden, anstatt wie bisher RPMs zu installieren.

In der dritten Phase gehe es schließlich darum, Kubernetes als Orchestrierungsplattform für die Undercloud zu integrieren, womit der Wechsel auf die Container-Architektur abgeschlossen wäre. TripleO bleibt dann das zentrale Tool für die Bereitstellung der OpenStack-Kernfunktionen, also beispielsweise für das Provisioning der Server-Nodes, für Template-Definitionen oder die Aufrechterhaltung der OpenStack-APIs, während Kubernetes das Container-Lifecycle-Management übernimmt.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Juni 2017 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Private-Cloud-Infrastruktur

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close