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Wie unterscheiden sich RHEL in der Cloud und im Data Center?

Setzen Sie RHEL in der Public Cloud ein, ist das etwas anders als im eigenen Data Center. Vor allen Dingen über die Bereiche Swap und Support sollten Sie sich Gedanken machen.

Vielleicht kennen Sie Red Hat Enterprise Linux (RHEL) aus dem Data Center. Bei einem Einsatz in der Cloud gibt es einige Unterschiede.

In einer Cloud-Umgebung installieren Sie keine virtuellen Maschinen (VM). Sie rollen sie aus, aber die Konfigurationsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Sie wählen eines der verfügbaren Abbilder, weisen die Hardwareeigenschaften zu und starten die Cloud-Instanz. Es gibt keine einfache Möglichkeit, gewisse Funktionen wie zum Beispiel individuelles Partitionieren zu verwenden. Arbeiten Sie mit Standard-Cloud-Abbildern, sind Ihre Möglichkeiten limitiert.

Es gibt aber schon eine Option, individuelle Konfigurationen einzusetzen. Sie können eigene und speziell angepasste Abbilder erstellen und sie mit RHEL in der Cloud benutzen. Die Herangehensweise unterscheidet sich aber komplett von der Installation einer Instanz, bei der Sie die gewünschten Funktionen einfach auswählen können.

Ein weiterer Unterschied zwischen einer installierten Version von Linux und RHEL in der Cloud ist die Prozedur für den Start. In der Cloud fährt sich Linux nicht mithilfe eines Disk-Boot-Sektors und Grub hoch. Die Cloud startet es. Deswegen können Sie nicht auf das Boot-Menü zugreifen, um Fehler auszubessern. Stattdessen müssen Sie die Tools des Cloud-Providers nutzen, um die Startprobleme zu lösen. Kommen Sie mit den Tools nicht zurecht oder sie erfüllen Ihre Anforderungen nicht, dann müssen Sie die virtuelle Maschine abermals ausrollen.

Um die Cloud-Konfiguration auf die virtuelle Maschine zu übertragen, lässt die virtuelle Maschine normalerweise einen Agenten laufen. Darüber kann die Cloud mit den Software-Funktionen der virtuellen Maschine interagieren.

Bedenken bezüglich Swap und Support

Aus technischer Sicht gibt es ebenfalls einige sehr signifikante Unterschiede. Zum Beispiel sind Sie es vielleicht gewohnt, Swap Space auf einem Linux Server einzurichten. In einer Cloud-Umgebung macht der Einsatz von Swap aber keinen Sinn. Normalerweise arbeiten Sie mit Linux-Instanzen, die überhaupt kein Swap eingerichtet haben.

Weiterhin müssen Sie sich bei der Benutzung von RHEL in der Cloud erkundigen, wer den Support übernimmt. Sie müssen sich mit dem Cloud-Provider auseinandersetzen, weil er die Plattform zur Verfügung stellt. Red Hat ist aber für das Betriebssystem verantwortlich.

Nehmen Sie zum Beispiel AWS. Die meisten Kunden kaufen RHEL durch AWS, aber Red Hat bietet auch Red Hat Cloud Access an. Damit können aktuellen Kunden von Red Hat RHEL in der Cloud laufen lassen. In beiden Fällen bekommen Sie die Patches von Red Hat geliefert, sobald sie veröffentlicht sind.

Haben Sie Probleme mit RHEL und Elastic-Compute-Cloud-Instanzen durch Red Hat Cloud Access gekauft, dann werden Sie bei direkt bei Red Hat um Support bitten. Alle anderen Kunden bekommen Support durch das Premium-Angebot von AWS.

Die hier genannten Funktionen sind die größten Unterschiede, wenn Sie mit RHEL oder einer anderen Linux-Distribution in der Public Cloud arbeiten. Sobald das richtige Abbild in der Public Cloud läuft, dann können Sie sich wieder dem Tagesgeschäft widmen.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2018 aktualisiert

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