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Welche Möglichkeiten bietet das Management-Tool virt-manager für KVM-Umgebungen?

Bei der Verwaltung von KVM-Umgebungen greifen viele Unternehmen zu virt-manager. Welche Möglichkeiten der VM-Verwaltung bietet das Management-Tool?

Eine effiziente Virtualisierungs-Strategie setzt umfassende Management-Tools voraus. Während es für Mainstream-Hypervisoren wie Microsoft Hyper-V oder VMware vSphere eine Vielzahl unterschiedlichster Tools gibt, sieht dies bei der Open-Source-Plattform KVM (Kernel-based Virtual Machine Hypervisor) etwas anders aus.

Ein wichtiges Management-Tool für KVM ist die ressourcenschonende Virtual Machine Manager Suite (virt-manager). Das Kernprodukt dieser Suite ist virt-manager, mit dem sich KVM, Xen sowie Linux-Container verwalten lassen. Das Tool kann statistische Performance-Daten sammeln und zu Reports aggregieren und bietet einen GUI-basierten Client, um sich zum Beispiel eine Liste aller Gast-VMs anzeigen zu lassen.

Als weitere Komponenten bietet virt-manager beispielsweise

  • virt-install zum Erstellen und Provisionieren virtueller Maschinen,
  • virt-clone zum Klonen virtueller Maschinen, was die VM-Bereitstellung enorm beschleunigt,
  • virt-image zum Zusammenstellen virtueller Maschinen über XML-Beschreibungen, was grundlegende Template-Funktionen zur Verfügung stellt, oder auch
  • virt-viewer zur Bereitstellung einer grafischen Konsole.

Administratoren können diese Einzelkomponenten von KVM nach Belieben über eine grafische Benutzeroberfläche oder die Kommandozeile nutzen. Zudem lassen sich die libvirt-APIs für den Zugriff externer Tools und Programme freigeben.

Die gesamte virt-manager Suite wird derzeit immer populärer, weil auch die Verbreitung von KVM weiter zunimmt. Dabei kommt virt-manager zur Verwaltung einiger weniger virtueller Maschinen genauso zum Einsatz wie zum Management umfassender Cloud-Umgebungen mit einer großen Anzahl an Server-Clustern. Administratoren können in virt-manager auch auf fortgeschrittene Verwaltungsfunktionen wie Live-Migration oder Load Balancing zurückgreifen. Das virt-manager-Tool kann zudem Ressourcen wie Prozessor-, Memory-, Storage- oder I/O-Auslastung überwachen und unterstützt IT-Abteilungen damit bei der Lösung möglicher Probleme mit virtuellen Maschinen und ihren Host-Servern.

Erste Schritte bei der KVM-Verwaltung mit virt-manager

Typischerweise startet der Prozess der VM-Erstellung mit virt-manager mit einem Klick auf Create Virtual Machine. Damit wird der VM Construction Wizard gestartet. Anschließend kann der neuen virtuellen Maschine ein Name gegeben und der Installationsort des Betriebssystems ausgewählt werden (beispielsweise lokale oder Netzwerkinstallation). Zudem werden hierbei Image, OS-Typ und –Version definiert und schließlich Memory-, CPU-, Storage- und Netzwerkressourcen zugewiesen. Zu guter Letzt wird die VM-Erstellung über die Schaltfläche Finish abgeschlossen und die virtuelle Maschine gestartet.

Meist dürfte die Installation eines Betriebssystem-Mediums notwendig sein, um das gewünschte Betriebssystem für die virtuelle Maschine zur Verfügung zu stellen. Die neue virtuelle Maschine wird dann nach dem Hochfahren zusammen mit allen anderen VMs in der Liste unter Virtual Machine Manager aufgeführt. Damit stehen auch die Monitoring- und Konfigurationsmöglichkeiten von virt-manager für die neue virtuelle Maschine bereit. Wenn eine bestehende virtuelle Maschine pausiert wird, kann sie mit virt-manager auch geklont werden.

Es gibt einige Möglichkeiten, die VM-Verwaltung mit virt-manager zu optimieren. Zunächst sollte man penibel auf die Namensgebung virtueller Maschinen achten. VMs werden typischerweise alphabetisch und zufällig aufgelistet, eine unpassende Namenskonvention kann daher schnell die Zuweisung zu bestimmten Anwendern oder Fachabteilungen und damit auch das Lifecycle-Management erschweren. Das Problem wird dabei noch größer, wenn es sehr viele virtuelle Maschinen in einer KVM-Umgebung gibt. Daher ist es ratsam, eine für die eigene IT-Abteilung sinnvolle Namensgebung zu verwenden und auf einen guten Zusammenhang zwischen Anwendern und Abteilungen und den dazugehörigen VMs zu achten.

Abgesehen von einer sinnvollen Namensgebung sollte auch der Ressourcen-Provisionierung Beachtung geschenkt werden. CPU-, Memory- und Storage-Ressourcen werden während der VM-Bereitstellung konfiguriert, können mit virt-manager aber nicht dynamisch eingerichtet werden. Da sich diese Ressourcenzuweisung also im Nachhinein nicht mehr ändern lässt, sollte bereits bei der VM-Erstellung genau überlegt werden, wie viele welcher Ressourcen langfristig benötigt werden.

Damit ist natürlich eine gewisse Weitsicht nötig, die sich oft erst nach monate- oder jahrelanger Praxis einstellt. Wie mit anderen Hypervisoren auch, geht eine unzureichende Ressourcenausstattung zulasten der VM-Performance – wenn die Workloads überhaupt ausgeführt werden können. Das Overprovisioning dagegen ist Ressourcenverschwendung und resultiert in zu hohen Kosten als nötig. Zudem kann auch das Overprovisioning die VM-Leistung beeinträchtigen. Für eine optimale Ressourcenausstattung empfehlen sich Test- und Monitoring-Maßnahmen, um die beste Zuweisung für die unterschiedlichen virtuellen Workloads zu ermitteln.

Zusätzlich können auch Disk-Optionen in virt-manager die VM-Performance beeinträchtigen. Die Option Dynamic Disk bezeichnet Thin-Provisioning-Disks, die anfangs relativ klein sind und dann mit steigender VM-Nutzung immer größer werden. Im Gegensatz dazu werden Raw-Disks von Anfang an mit dem insgesamt zur Verfügung stehendem Speicherbedarf provisioniert. Die dynamische Speicherzuteilung ist zwar effizienter, dafür dauert es länger, bis zusätzlicher Speicherplatz zur Verfügung steht. Bei Raw-Disks ist dieser sofort verfügbar und die virtuellen Maschinen sollten zudem schneller ausgeführt werden, weil keine dynamischen Speicherplatzänderungen nötig werden. Für besonders leistungshungrige Workloads sollten daher vor allem Raw-Disks verwendet werden.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2017 aktualisiert

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