vSphere 5.5: Jetzt noch updaten oder auf vSphere 6 warten?

VMware vSphere 5.5 bietet gegenüber älteren Versionen einige Vorteile. Lohnt sich das Upgrade oder sollte man gleich auf vSphere 6 warten?

Während vSphere 5.5 bereits seit einigen Monaten auf dem Markt ist, wird vSphere 6 wohl erst im Laufe des nächsten Jahres veröffentlicht werden. Aber auch vSphere 5.5 bringt im Vergleich zu Vorgängerversionen einige neue Funktionen mit, grob gesagt lassen sich damit größere Workloads virtualisieren als bisher. 

Auch wenn es keine weltbewegenden Änderungen gibt, bringt vSphere 5.5 doch eine Reihe an Optimierungen und Fehlerkorrekturen mit sich, aufgrund derer sich auch vor dem bevorstehenden Update auf vSphere 6 noch das Update auf Version 5.5 lohnen dürfte.

Anzahl möglicher Hosts wurde erhöht

Etwas überraschend wurde in vSphere 5.5 die Anzahl möglicher Hosts erhöht. Auch die Anzahl der unterstützten logischen CPUs hat sich mit 320 pro Host verdoppelt. Weiterhin lassen sich nun die Vorteile der neuen Energiezustände (Power States) und die Turbo-Boost-Funktionen neuerer Intel-CPU-Generation ausnutzen.

Bei VMware vSphere 5.5 ist die maximale Größe einer VMDK-Festplatte auf 62 Terabyte gestiegen. Gegenüber den zwei Terabyte aus Version 5.1 ist das ein gewaltiger Sprung. Die maximale Größe des Arbeitsspeichers beträgt nun vier Terabyte. Das ebnet den Weg für Administratoren, auf vSphere 5.5 auch sehr große Workloads auszuführen.

Von Windows zu Web Client

Eine der besten Veränderungen, zumindest aus der Perspektive eines Mac-Nutzers, ist die neue Unterstützung für den vSphere Web Client. Über den Web Client können Sie damit jetzt auch auf Macs all das tun, was auch mit der Windows-Version möglich ist.

VMware hat in der neuen Hardware-Version einige Verbesserungen eingepflegt.

Zum Beispiel bietet der Web Client nun die native Möglichkeit, Datei-Uploads und -Downloads mit den Data Stores zu erledigen. Ebenso können Sie OVFs einsetzen, was in den Vorgängerversionen schmerzlich vermisst wurde. Administratoren müssen allerdings das Flash-Plugin installieren, um diese Funktion nutzen zu können.

Nach der Installation des vCenter Client 5.5 bekommen Anwender eine Benachrichtigung, dass es neue Funktionen im Web Client gibt. Nutzer des Windows Clients sollten sich darüber bewusst sein, dass dieser veraltet und angezählt ist. vSphere 6 wird allerdings wohl noch Unterstützung für den Windows Client bieten.

VMware nutzt neues Single Sign-On

Eines der Hauptziele von VMware SSO (Single Sign-On) war es, vCenter nicht zu weit aufzublähen und aus dieser Komponente eine Monster-VM zu kreieren. In vCenter Version 5.1 hatte man versucht, dieses Problem in den Griff zu bekommen, indem gewisse Bestandteile in separate virtuelle Maschinen ausgelagert wurden.

Viele Nutzer hatten allerdings bei der Installation und Konfiguration von VMware SSO unter vSphere 5.1 so ihre Probleme. Um diesen Missstand zu adressieren, wurde VMware SSO in vSphere 5.5 neu entwickelt. 

Installationsroutinen wurden neu geschrieben und die Dokumentation aktualisiert. Daher kann man nur dazu raten, auf die neueste Version von VMware SSO zu aktualisieren, da die Infrastruktur im Vergleich zu früheren Versionen einfach wesentlich robuster ist.

Zudem haben Sie nun die Möglichkeit, die Datenbanken zu clustern. Diese Funktion war in Vorgängerversionen zwar auch vorhanden, aber offiziell nicht unterstützt. Für Administratoren, die dieses kleine Extra mehr an Zuverlässigkeit haben wollen, sind das großartige Nachrichten.

Unterstützung für Hardware-Level 10

VMware hat in der neuen Hardware-Version einige Verbesserungen eingepflegt. Neben leichtem Performance-Zugewinn können Nutzer bis zu 120 Festplatten an eine virtuelle Maschine hängen. 

Weiterhin sind neue SATA-Datenträger-Typen verfügbar. Interessant beim Hardware-Level 10 ist vor allem auch die Haftungsklausel, wonach Administratoren diese mittels des Web Clients anstelle des Windows Clients verwalten müssen.

Management für Big Data wird einfacher

Mit Version 5.5 von vSphere macht VMware das Arbeiten im Zusammenhang mit Big-Data-Analysen in Hadoop wesentlich einfacher, da das Management direkt in vSphere integriert ist. Als eine der Verbesserungen wurden Compute und Data getrennt, wodurch der Ausfall eines Nodes keine nachteiligen Effekte auf die restliche Infrastruktur mehr hat. Unter diesem Link stellt VMware weitere Informationen zu vSpheres Big-Data-Erweiterung zur Verfügung.

Verbesserungen für die vCenter-Appliance

Die vCenter-Appliance wird Business-ready. In früheren vSphere-Versionen lag die Einschränkung bei fünf Hosts und 50 Gästen. Mit vSphere 5.5 hat VMware die Unterstützung jetzt auf mehr als 100 Hosts und 3.000 Gäste auf einer einzigen Appliance ausgeweitet. 

Technisch gesehen kann die Appliance dabei sogar noch mit mehr Gästen und Hosts umgehen, aus Gründen des Supports hat VMware allerdings diese Limits angegeben.

Im Laufe der Zeit werden Administratoren sehen, dass sich die Appliance hinsichtlich der Funktionen immer mehr an vCenter Server angleicht. Mit der nächsten Version, so meine Einschätzung, dürfte vCenter dann nur noch als Appliance verfügbar sein.

Geradliniger vDS-Workflow

Die meisten Virtualisierungs-Administratoren wissen, dass vSwitch nicht mehr länger VMwares Lieblingskind ist. Der Fokus liegt inzwischen deutlich auf vDS (Virtual Distributed Switch). Im alten Windows Client war der Arbeitsfluss für vDS ziemlich armselig und IT-Abteilungen haben sich häufig darüber beschwert. In Web Client ist der Workflow jetzt geradliniger und wesentlich besser designed. Damit ist vDS jetzt wesentlich leichter zu konfigurieren.

Mehr Performance durch vSphere Flash Read Cache

VMware hat vSphere Flash Read Cache (vFRC) eingeführt, um die Performance virtueller Maschinen zu verbessern. Damit können Administratoren I/O-Blocks auf lokalen SSD-Geräten als Cache für virtuelle Maschinen speichern. Das System ist automatisiert und entscheidet selbst, welche I/Os gecached werden und welche nicht.

Storage-Verbesserungen

VMware unterstützt in Version 5.5 nun Fibre Channel mit 16 GBit.

Die Anzahl der Befehle, die SCSI Reservation Locks benötigen und somit schädlich für die Performance sein können, wurden reduziert.

VMware vSAN verändert die Storage-Welt

VMware vSAN ist für Storage das, was Netzwerk-Virtualisierung für physische Netzwerke bedeutet. Es wurde entwickelt, um die Welt des Storage aufzumischen. 

Das Storage in den lokalen Hosts lässt sich als „virtuelles SAN“ nutzen. Mit vSAN brauchen Sie also im Grunde keine Storage-Administratoren mehr, um neues Storage zu erstellen und es den Systemverwaltern zu Verfügung zu stellen. Administratoren können nun bei Bedarf selbst Netzwerk-Storage erstellen und einsetzen. Dazu steht ein Pool aus verfügbarem Storage zur Verfügung, die Bereitstellung funktioniert im laufenden Betrieb.

Für vSphere 6 ist zu erwarten, dass weitere Funktionen, die bisher dem Windows Client vorenthalten sind, Richtung Web-Version wandern.

Mit fortlaufender Reife der Technologie wird Storage zunehmend günstiger werden. Gerade kleinere Unternehmen dürften dann die Möglichkeit haben, ESXi kostengünstiger einzusetzen. 

Darüber hinaus können Anwender die Performance und Konfiguration des Datenspeichers selbst auf sehr granularer Ebene kontrollieren. Dazu gehören unter anderem Stripe-Größen und die Wahl, welche Festplatten genutzt werden sollen. 

Ebenso können Administratoren Data Stores mit gewissen Performance-Optionen erstellen. Somit stellen sie sicher, dass die relevanten virtuellen Maschinen auf dem korrekten Storage-Tier landen und die Performance-Erwartungen erfüllt werden.

Im Moment kann vSAN SSD-Datenträger als Lese- oder Schreib-Cache verwenden, um somit die Performance zu verbessern. Allerdings gibt es das Limit von einer SSD pro Host.

Finale Gedanken zu VMware vSphere 5.5

Wie bereits erwähnt gibt es nicht die eine große Neuigkeit in VMware vSphere 5.5. VMware hat allerdings viele kleine Probleme adressiert, die seit Version 5 aufgelaufen sind.

Weiterhin ist relativ klar zu sehen, in welche Richtung VMware mit seinem Produkt gehen will: vCenter unter Windows wird irgendwann Geschichte sein und durch eine Appliance ersetzt werden. Damit wäre man nicht mehr länger auf Microsoft SQL und Windows als Betriebssystem angewiesen. Kombiniert man diesen Schritt mit einem aktualisierten Web Client, erhält man ein System, das auf allen großen Plattformen läuft.

Für vSphere 6 ist zu erwarten, dass weitere Funktionen, die bisher dem Windows Client vorenthalten sind, Richtung Web-Version wandern. Weiterhin wird es aller Voraussicht nach eine engere Integration unter anderem mit vRealize Operations und vRealize Automation geben. 

Auch wenn vSphere 6 wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird: Wer keine zwingenden Gründe hat zu warten, der sollte auch jetzt durchaus noch das Upgrade älterer vSphere-Versionen auf Version 5.5. Die neuen Funktionen rechtfertigen den Schritt auf jeden Fall.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Facebook, Twitter und Google+!

Artikel wurde zuletzt im November 2014 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über VMware

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close