vCloud-Suite von VMware mit zentralem Ansatz für Cloud-Computing

VMwares Virtualisierungslösung für Rechenzentren, die vCloud-Suite, ist der Gegenentwurf zu OpenStack. Aber das Marksegment bleibt heiß umkämpft.

Wenn OpenStack der Inbegriff für ein Community-basiertes Cloud-Modell ist, steht die vCloud-Suite von VMware als...

Beispiel für die fokussierte Cloud-Lösung eines einzelnen Anbieters. Das Ziel von vCloud besteht darin, ein vollständig virtuelles Rechenzentrum zu erstellen, mit allen Ressourcen und allen Standorten. Und obwohl vCloud weder kostenlos noch Open-Source oder Hypervisor-agnostisch ist und auch nicht von einem Anbieterkonsortium unterstützt wird, könnte es sich als gute Wahl für Firmen erweisen, die den Vorteil erkennen, der in einer Dokumentation kommerzieller Software, zentralem Support und fokussierter Entwicklung und Verbesserung steckt.

VMwares vCloud-Suite erstellt ein durch Software definiertes virtuelles Rechenzentrum, was einem vollständig transparenten Ressourcen-Pool nahekommt. Die Anwendung zielt zudem darauf ab, die Cloud auf allen Ebenen mit Vorteilen für die Produktivität und geschäftliche Flexibilität zu verknüpfen. Das steht im Gegensatz zur Positionierung der meisten Cloud-Computing-Dienste, die tendenziell die öffentliche Cloud in den Mittelpunkt rücken oder sich auf eine einfache Erweiterung für die Virtualisierung konzentrieren. Die Cloud-Plattform basiert auf dem großen Erfolg der VMware-Virtualisierungsprodukte vSphere und vMotion.

Die vCloud-Suite enthält vier große Funktionsbereiche:

  1. Cloud-Infrastruktur. An zentraler Stelle der Infrastruktur stehen vCloud Director und vCloud Connector, die eine hybride Cloud-Unterstützung gewährleisten. Die vSphere-Virtualisierungsplattform und ihre Komponenten verwalten die Cloud-Ressourcen.
  2. Bereitstellung von Cloud-Diensten. Das vCloud Automation Center und der Application Director verwalten die Automatisierung von Cloud-Betriebsaufgaben.
  3. Cloud-Betriebsverwaltung. Die vCenter Operations Management-Suite übernimmt die normalen Aufgaben bei der Fehler- und Konfigurationsverwaltung und stellt Tools zur Planung der Cloud-Kapazität und Cloud-Leistung bereit.
  4. Cloud-Kostenverwaltung. Der vCenter Chargeback Manager erlaubt es Nutzern, die Cloud-Kostenzuordnung für private Clouds zu kontrollieren, und ermöglicht die Abrechnung für öffentliche Cloud-Dienste.

Während Hypervisor-agnostische Cloud-Stacks in verschiedenen Hypervisoren eine vereinigte Cloud aus divergierenden oder sogar fehlenden Möglichkeiten der Ressourcenvirtualisierung erstellen müssen, basiert vCloud auf vSphere. Die primäre Ressourcenkontrolle und -virtualisierung von vCloud ist in vSphere enthalten und wird einfach durch vCloud erweitert, sodass die Cloud für bestehende VMware-Kunden keine große Umstellung bedeutet. Durch diese Einheitlichkeit des Hypervisors lassen sich mit vCloud Connector leicht hybride Clouds erstellen, und die Dokumentation kann auf alle Einzelheiten eingehen, da die Verfahren von Hypervisor-Änderungen nicht betroffen sind. Aus Anwendungssicht funktioniert alles, was auf VMwares Produkt vSphere basiert, auch in vCloud.

Der auffälligste Aspekt von vCloud ist der Fokus auf die operative Seite der Cloud. Wo die meisten Cloud-Stacks Tools für den Betrieb wie DevOps als separate Projekte betrachten, die oft nur locker angebunden sind, hat VMware den operativen Teil eindeutig in vCloud integriert.

Welche Entwicklung nimmt VMwares vCloud?

Durch die starke Stellung von VMware bei bestehenden Virtualisierungskunden könnte dessen Betriebseffizienz die Unternehmens-IT in Richtung vCloud drängen. VMware hat hart daran gearbeitet, den frühen Vorsprung von OpenStack bei virtuellen Netzwerken aufzuholen. Mit dem Kauf von Nicira, einem Anbieter von virtuellen Netzwerken, erhält VMware die Tools, mandantenfähige Cloud-Rechenzentren zu erstellen sowie die Mandanten- und Anwendungskonnektivität mithilfe von Cloud-integrierten Tools völlig unabhängig zu verwalten.

Quantum von OpenStack benötigt anbieterspezifische Plug-ins, um die Cloud mit dem Netzwerk zu verknüpfen. vCloud kann mit den Nicira-Tools partitionierte virtuelle Netzwerke über eine beliebige Anbieter-Infrastruktur ausführen. Netzwerkpartitionierte Mandantenfähigkeit, unterstützt durch die Übernahme von Nicira, ist ebenfalls eine Anforderung, die Einkäufer und Verkäufer von Cloud-Diensten gleichermaßen haben.

Der Fokus von vCloud auf Verwaltung und Betrieb mag ein überzeugender Vorteil sein, wenn wie erwartet Unternehmen Cloud-Dienste kaufen, um ihre internen Rechenzentren zu ergänzen - für Backups und zur Lastverteilung in Spitzenzeiten. Cloud-Ressourcen nach Bedarf einzubinden und freizugeben, ist ein komplexer Vorgang, der leicht zu Konfigurationsfehlern und in Folge zum Ausfall kompletter Anwendungen führen kann.

Unternehmen würden dies nicht tolerieren, und Cloud-Provider müssen diesen Fall verhindern, indem sie die Verwaltung auch jenseits der hybriden Cloud-Grenze integrieren. Der Ansatz von vCloud kann das erleichtern: Er stellt sicher, dass die explizite Verwaltung von hybriden Clouds im Rechenzentrum und in der öffentlichen Cloud nur einen einzigen Cloud-Stack und einen Satz an Verwaltungs-Tools erzeugt.

Doch VMware riskiert auch den klassischen Tod auf Raten. Immer mehr der großen IT-Anbieter treten nun den Weg in die Cloud alleine an. Ciscos Cloud-Ambitionen und VMwares Übernahme von Nicira haben die Partnerschaft der beiden Firmen bereits belastet. Andere Akteure aus dem IT-Bereich, etwa HP, IBM und Oracle, könnten weiter von VMware abrücken, um ihre eigenen Vorstellungen einer Cloud voranzubringen, was deren Kunden möglicherweise dazu ermutigt, auf andere Virtualisierungs-Tools umzusteigen. Durch eine solche Entwicklung kann die offene Cloud-Plattform in viele Einzelteile zerfallen, die dann in verschiedene Richtungen auseinanderstreben. In dem Fall wird wohl vCloud die Lücke schließen und sich darauf konzentrieren, auf Grundlage der heutigen Virtualisierung die Cloud der Zukunft zu entwerfen - was viele Einkäufer in Unternehmen und Cloud-Provider trösten dürfte.

"Der Fokus von vCloud auf Verwaltung und Betrieb mag ein überzeugender Vorteil sein, wenn wie erwartet Unternehmen Cloud-Dienste kaufen, um ihre internen Rechenzentren zu ergänzen."

Über den Autor
Tom Nolle ist Vorsitzender von CIMI Corp., einer strategischen Beratungsfirma, die seit 1982 auf Telekommunikation und Datenkommunikation spezialisiert ist.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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